Besuch bei den P2P Plattformen im Baltikum

Und da sind wir schon wieder. Nachdem wir 3 Tage nonstop Kennenlern-Treffen und Meetings mit den P2P Plattformen hatten, musste ich die Eindrücke erstmal sacken lassen. Ich habe lange überlegt, ob ich aus den Informationen eine Artikelserie mache oder alles auf einmal herunterschreibe. Ich habe mich für zweiteres entschieden, denn es ist so viel Content entstanden, dass ich sonst monatelang darüber hätte schreiben können. Ich werde stattdessen nur einen kurzen Abriss und meine persönliche Einschätzung zur jeder der P2P Plattformen geben und die Videos von den Interviews für euch einbinden. Meine Learnings aus den Treffen werden auch in meine zukünftigen Reviews einfließen.

Eure Fragen habe ich im zugehörigen Chat der Facebookgruppe beantwortet, da es ansonsten an dieser Stelle den Rahmen gesprengt hätte. Ihr findet sie aber auch teilweise in den Videos wieder. Folgend findet ihr die Zusammenfassung der Reise von Koljas Kanal. Viel Spaß also beim größten Artikel, den ich bisher auf diesem Blog verfasst habe. Ich freue mich jetzt schon auf die Diskussionen!

Tag 1: Ankunft in Riga und direkt Vollgas

Mein Tag begann um 3:30 und die deutsche Bahn hat mir auf dem Weg zum Bremer Flughafen den ersten Nervenkitzel beschert. Durch technische Probleme (wie schon bei meinen letzten beiden Fahrten) hatte ich eine ganze Minute zum Umstieg in Münster. Vielen Dank dafür! Hätte ich den Zug an dieser Stelle verpasst, wäre wohl auch Tag 1 in Riga für mich gelaufen gewesen. Glück gehabt! Als ich gegen 13 Uhr in Riga ankam, wurde ich direkt freundlich von Karlis begrüßt, unserem Organisator vor Ort.

Man merkte direkt, dass er „on fire“ war und mit hektischen Schritten ging es zu seinem „Paserati“ 🙂 Denn das erste Meeting nahte bereits. Kolja war bei den ersten beiden Treffen noch nicht anwesend, da sein Flug erst abends in Riga landen sollte. Mit Karlis zusammen fuhr ich zu seinem Co-Working Space im Herzen Rigas.

P2P Plattformen
Quelle: OraculeTang Space in Riga

Sehr geil! So einen Arbeitsplatz wünscht sich wohl jeder Angestellte. In produktiver Wohnzimmeratmosphäre tauschen wir erste Details aus und bereiteten uns auf die Treffen mit den ersten P2P Plattformen vor.

Crowdestate – bis zu 25% auf Immobilienprojekte?

Diese Plattform ist mir vorher noch gar nicht untergekommen, obwohl sie sogar mehr Investoren als Estateguru hat. Fast 18.000 um genau zu sein. Zum Vergleich, Estateguru stürmt gerade den 11.000 entgegen. Business Development Partner Edgars Ivanovs erzählte mir in ca. 30 Minuten etwas über die Plattform. Es gibt hier zwei Arten von Krediten, Immobilienprojekte und Firmenfinanzierungen. Crowdestate gibt es schon seit 2014.

Wir unterhielten uns über die Funktionsweise, Risiken, Konsumentenplattformen, deutsches Anlegerverhalten und vieles mehr. Als großen Vorteil der Plattform fiel immer wieder das Argument, dass bei Crowdestate wohl extrem stark „gesiebt“ wird, was die Bewerbungen um Kredite angeht. Das ist auch der Grund, warum es nicht wirklich viele neue Projekte auf der Plattform gibt. So wie ich es von außen sehen kann, gibt es wohl so ca. 1 Projekt pro Monat. Was Edgars hiermit aber verdeutlichen wollte war, dass die Projekte wohl potenziell sicherer sein sollen, als bei „anderen“ Immobilienplattformen 😉

Fazit Crowdestate: Wie eingangs beschrieben, kannte ich Crowdestate noch nicht und bin auch immer noch nicht investiert, daher kann ich mir kein abschließendes Urteil erlauben, inwieweit die Aussagen zutreffen und ob die Plattform was taugt. Aber die Renditen locken natürlich schon und spannend ist es allemal. Vielleicht werde ich in Zukunft mal den ein oder anderen Euro riskieren.

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Peerberry – der Neuling in meinem Portfolio

Als nächstes kam ein Treffen auf das ich mich schon sehr gefreut habe, da ich erst kürzlich über Peerberry berichtete. CEO Aušra Čiuplienė, die seit kurzem auch in unserer Community aktiv ist, stellte sich mir vor. Eine taffe und nette Lady und nebenbei Mutter von 2 kleinen Kindern. Klar, nebenbei ein Fintech Startup geht doch zeitlich immer oder? 🙂 Die Firma hinter Peerberry, die Aventus Group, ist übrigens ein Ex-Darlehensanbahner von Mintos, der sich quasi mit seiner eigenen Plattform selbstständig gemacht hat. Momentan ist man hier dabei ähnlich wie Mintos weitere Anbahner zu gewinnen, um für eine gute Versorgung an neuen Krediten zu sorgen. Aušra war hier sehr ehrlich und meinte, dass es zwar keine Probleme mit der Kreditversorgung in naher Zukunft gibt, aber dass man sich schon anstrengen müsse, das Geschäft zu erweitern. Peerberry arbeitet laut Aušra schuldenfrei.

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Quelle: Aušra, Karlis und ich in Riga

Für die Plattformbetreuung ist sie derzeit allein mit 2 weiteren Mitarbeitern zuständig. Im Vergleich zu anderen P2P Plattformen also wirklich noch sehr klein, was ihr für euer Investment im Hinterkopf behalten solltet. Demnächst wird die Plattform auch in deutscher Sprache verfügbar sein, denn die meisten Anleger kommen von hier (fast 60%, gefolgt von Spanien und Italien). Bei einem Stadtrundgang im Nachgang gab ich Aušra dann noch einige Tipps, was sie in Bezug auf deutsche Anleger besser machen könnte. Ich denke, hier wird sich in Zukunft noch viel tun. Für alle die sie mal persönlich kennenlernen möchten, auf der INVEST 2018 bekommt ihr die Gelegenheit dazu. Tickets gibts in der Community. Fun Fact: Aušra war eine der wenigen von unseren Gesprächspartnern, die selbst ernsthaft in P2P Plattformen investiert ist.

Fazit Peerberry: Wie erwartet ein kleines Team. Die Ideen und Ansätze sind gut, aber bevor die Plattform nicht ein paar mehr Anbahner hat, solltet ihr hier nicht euer gesamtes Vermögen platzieren 🙂 Übrigens: Einige von euch hatten übrigens Probleme mit dem manuellen Investment, worauf ich Aušra ansprach und die sind dran, das Problem zu lösen.

Crowdestor – Schon mal einen Tesla finanziert?

Nachdem wir Aušra zum Bus gebracht haben (sie musste noch am gleichen Tag nach Litauen zurück), holten wir Kolja den alten Kapitalisten vom Flughafen ab und checkten kurz in unser Airbnb ein, was von außen eher aussah wie ein Gefängnis, statt einem Appartement 🙂 Aber gut, wir waren eh nur zum Schlafen dort. Der Fokus lag auf den P2P Plattformen und nicht auf der Unterkunft.

Abends ging es dann weiter in eine Bar, wo wir klassischen estnischen Balzam (so ein Kräutergesöff) kosten durften. Zusammen waren wir dort mit Crowdestor, einem Startup, das genau an diesem Tag das Licht der Welt erblickt hat. Bisher bieten sie einen bunten Mix von Projekten an, darunter Teslas von einem Taxiunternehmen und auch Immobilien. Der Gründer Janis Timma und Produktentwickler Gunars Udris haben zweifellos coole Ideen. Sie möchten beispielsweise Projekte im Energiesektor anbieten, was meines Wissens bisher noch keine Plattform macht. Momentan jedoch fehlt es Crowdestor noch stark an Fokussierung und ich persönlich werde hier noch nicht investieren und mir erstmal alles aus der Entfernung ansehen. Ich investiere sehr gerne in neue Möglichkeiten, aber ich muss auch nicht zwingend überall dabei sein. Das Team könnt ihr übrigens im Video ganz kurz am Anfang sehen.

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Quelle: von Crowdestor finanzierte Tesla

Fazit Crowdestor: Ich werde definitiv den Weg von Crowdestor verfolgen und euch natürlich auf dem Laufenden halten, sollte ich dort mein Investment starten. Das ist auch meine persönliche Empfehlung für euch, sofern ihr über ein Investment nachdenkt.

Partytime in Riga

Nach dem Treffen mit Crowdestor und einem fettigen Imbiss-Dinner ging es dann in einen angesagten Club. Vermutlich roch man den Frittengeruch unserer Kleidung schon 3km vorher, reingelassen haben sie uns aber trotzdem 🙂 Vergessen zu erwähnen hatte ich übrigens, das Valentinstag war, der Club entsprechenden Überschuss an Frauen hatte und wir 3 alle in festen Beziehungen / Ehen sind. Da kam uns der Frittengeruch dann wieder zu Gute 😀

Gott sei Dank, denn ich habe ehrlicherweise selten in meinem Leben eine so hohe Konzentration an hübschen Frauen gesehen, die offensichtlicherweise auch noch zum Teil Single waren. Eigentlich wollten wir hier übrigens noch ein Treffen abhalten, wir merkten aber recht schnell, dass das bei der Lautstärke nichts wird und der Tag für uns durch Anreise etc. sowieso durch war. Mittlerweile war es schon nach Mitternacht und am nächsten Morgen sollte es schon früh zu Mintos weitergehen. Also beendeten wir diesen ersten spannenden und ereignisreichen Tag in Riga nach schon einem Bier und freuten uns auf die Treffen mit den nächsten P2P Plattformen.

Tag 2: Die Spannung steigt!

5:00 Uhr schellt der Wecker. Aufstehen heißt es, die Nacht war verdammt kurz, die laute Musik und die hübschen Frauen aus dem Club schwirren noch im Kopf herum. Ein erster Blick aus dem Fenster zeigt: heute lieber drin bleiben, denn es sieht verflucht kalt aus. Schnell noch eine Stunde an den Laptop um die nötigsten Dinge zu erledigen und dann wurden wir auch schon abgeholt zu einem schnellen Frühstück bevor es zu Mintos geht. Wir merkten schon… dieser Tag wird es in sich haben und vermutlich sind wir beide morgen krank.

Egal, auf gehts zu den Briefkastenfirmen! Als wir auf dem Weg zu Mintos waren, flogen die Häuser an uns vorbei. Karlis hatte es mal wieder eilig mit seinem „Paserati“, aufs Handy schauen ohne das einem schlecht wird, war unmöglich 🙂 Riga ist übrigens stark russisch geprägt, sieht teilweise sehr industriell aus und ist mit über 700.000 Einwohnern ein bisschen größer als Tallinn. Wir hielten vor einem großen Bürogebäude in dem Mintos und noch viele andere Firmen beheimatet sein sollten.

Mintos – Im Herzen des P2P-Giganten

Als wir mit dem Fahrstuhl auf dem Weg nach oben waren, fiel uns direkt auf, dass auch Mogo, der größte Darlehensanbahner von Mintos im gleichen Gebäude zu sitzen scheint. Praktisch (Verschwörungstheorien bitte in die Kommentare) 🙂 Dann ging die Tür zu Mintos auf und wir wurden sehr freundlich von Marketing Managerin Aleksandra Cepulska empfangen. Ein schickes Großraumbüro kam in den Blick, die Stimmung war gut. Alle wurden uns vorgestellt, Kolja machte noch ein kleines Video und dann ging es mit Janis Pranevics (Head of Loan Originators) und Marcis Gogis (Head of Product) ins Interview, welches ihr am Ende im Detail sehen könnt.

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Quelle: Das Mintos-Meeting

Ihr wisst, ich persönlich war schon vorher von Mintos überzeugt und die Plattform hat sich hier auch keine Blöße gegeben. Die Argumentationen fand ich schlüssig, das Team engagiert und die Vision groß. Allerdings war das Interview auch perfekt vorbereitet, man ließ hier wenig anbrennen und überließ nichts dem Zufall, das merkte man direkt. Mintos unterscheidet sich deutlich von anderen P2P Plattformen, daher kann man sie nicht in einen Topf werfen. Sie machten auch keinen Hehl daraus, dass die wirkliche Sicherheit für dein Portfolio nicht die Rückkaufgarantie (wie leider immer noch viele denken), sondern die gesunde Diversifikation ist. Das ist auch der Grund für ihre aggressive Expansionspolitik. Mintos ist die einzige P2P Plattform wo ihr als Investoren weltweit und in diesem Umfang euer Portfolio diversifizieren könnt. Zum Abschluss waren wir noch mit Marcis und Aleksandra was essen. Bei einem leckeren Lunch diskutierten über Startups, Vertrauen und andere P2P Plattformen.

Fazit Mintos: Darlehensanbahner können und werden ausfallen, aber Mintos wird lange Bestand haben, da bin ich mir sicher. Mein P2P Investment auf dieser Plattform werde ich langfristig ausbauen.

Viainvest – Schwarzer Schwan oder Revolutionär?

Weiter ging es zu Viainvest. Auch hier wurden wir sehr freundlich empfangen und von PR-Leiterin Simona Lucatniece durch die Büros geführt. Das Team war wesentlich größer als ich dachte. Vom Gefühl her sogar größer als Mintos, aber ich kann mich nicht mehr an die genauen Zahlen erinnern, verzeih mir. Direkt darauf ging es zum Meeting, wo Simona Viainvest im Detail nochmal vorstellte, da Kolja hier nicht investiert war. Mit anwesend waren auch Jeļena Bulmane, die Leiterin der Produktentwicklung und Mark Krasovickis aus dem Marketing.

In der Vorstellung gab es auch ein Blick auf das neue Produkt, welches demnächst europaweit startet und mittlerweile auch schon in Schweden online ist. Cryptoloans ist Viainvests Versuch P2P mit dem Kryptomarkt zu koppeln. Der Moment schockte zugegebenermaßen etwas, aber warten wir mal ab.

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Quelle: Empfang bei Viainvest

Danach ging es in die Diskussion und wir sprachen die derzeit offensichtlichen Probleme von Viainvest an, nämlich das fehlende Angebot und die Ladenhüter (polnische Kredite) aufgrund der niedrigeren Rendite und der Quellensteuerproblematik. Auch die Rückkaufgarantie war wie bei allen P2P Plattformen im Fokus. Bei Viainvest wie auch bei allen anderen P2P Plattformen merkte man schnell die trügerische Sicherheit dieser Garantie. Ich glaube Viainvest könnte durchaus noch weitere Kredite zur Verfügung stellen, was aber zu Lasten der Absicherung der Buyback-Kredite gehen würde, denn was wir hier nicht vergessen dürfen, ist die Tatsache, dass alle Kredite aus dem gleichen Unternehmen kommen, anders als bei Mintos.

Fazit Viainvest: Ich bin sehr gespannt, wie es mit dieser Plattform weitergeht und ob sie die hohe Nachfrage mit qualitativ hohem Kreditangebot decken können…. und natürlich…. was aus Cryptoloans werden wird 🙂 Ich selbst halte auf jeden Fall mein Investment.

DoFinance – Bankenflair in Wohnzimmeratmospähre

Nach dem Viainvest-Meeting war der Tag eigentlich gefühlt rum, das Energielevel niedrig und es wurde auch schon dunkel. Dabei standen noch immer zwei Meetings aus. Eines davon war eine Plattform, die noch relativ neu in meinem Portfolio ist, Dofinance! Im Interview waren wir gleich mit 2 Personen und zwar Jānis Kuļikovskis und Viesturs Kuļikovskis, den beiden Gründern von DoFinance. Das Bild im Unternehmen war durchaus kurios. Alle waren extrem schick gekleidet, das Büro war aber eher eine verbaute Altbauwohnung. Sehr schick, aber irgendwie passte es nicht zusammen und ich fühlte mich zeitweise ein bisschen wie in einer Sparkasse. Man sagte uns aber, dass man normalerweise etwas lockerer herumläuft, nur heute sei ein Event im Anschluss, weswegen alle äußerst seriös gekleidet waren.

DoFinance unterscheidet sich übrigens von vielen anderen P2P Plattformen, denn sie operieren 1. auf dem indonesischen Markt (der leider noch nicht für uns geöffnet ist) und 2. gibt es eine Art „Clustering“ in deren Auto-Invest, der dafür verantwortlich ist, dass die Zinsen erst nach der Laufzeit ausgeschüttet werden. Das sorgt für eine Art Steuerstundungseffekt. Keine Ausschüttung, keine Versteuerung! Das war mir vorher noch gar nicht so bewusst. Im Interview was ihr unten seht, erfuhren wir viel über die Story von DoFinance und auch, dass der indonesische Markt auch für uns kommen soll. Was hier aber sofort im Interview auffiel, war die enorme Ausfallquote von den Krediten dort. Es wird interessant werden, wie man das mit der Rückkaufgarantie covern möchte.

Am Ende (leider nicht mehr im Interview enthalten) wurde uns die Frage gestellt, wie es Investoren finden würden, wenn man eine zusätzliche Versicherung für die Rückkaufgarantie hinzubuchen könnte (auf Kosten von z.B. 1% Rendite). Wir fanden, dass dies einen Versuch wert sein könnte. Ich bin gespannt, ob sie es umsetzen werden. Auf der anderen Seite zeigt diese Frage wieder einmal, was die P2P Plattformen selbst von der Rückkaufgarantie halten.

Fazit DoFinance: Ich werde auf DoFinance aufgrund der etwas differenzierteren Funktionsweise im Vergleich zu anderen P2P Plattformen auf jeden Fall weiter investieren.

Bulkestate – Immobilientalk bei Pasta und Wein

Nach dem Interview mit DoFinance gab es noch ein Abschlussbierchen inkl. netter Unterhaltung und dann ging es zum Abendessen. Nachdem wir nun 3 P2P Plattformen besucht hatten, sollte jedoch auch das Abendessen einen Meeting-Faktor bekommen. Denn wir aßen zusammen mit Igors Puntuss und Kaspars Pēkšēns von Bulkestate und es entwickelte sich ein extrem spannendes Gespräch über Immobilien, Regulierungen und die Funktionsweise von Bulkestate. Diese P2P-Immobilienplattform ist weitaus kleiner als Estateguru, hat weniger Projekte, aber dafür eine Funktion, die Estateguru nicht hat und zwar den sogenannten Gruppenkauf. Wer also nicht in Projekte, sondern in die Immobilien direkt investieren möchte, ist hier genau richtig, denn genau das ist der Sinn dahinter. Hierfür braucht ihr allerdings ein bisschen mehr als 10 EUR, denn am Ende unterschreibt ihr einen Immobilienkaufvertrag.

Bulkestate erscheint mir als eine sinnvolle Alternative zu Estateguru, sofern sie zukünftig ein bisschen größer werden und auch das Angebot an Immobilien Stück für Stück aufgestockt wird. Mit Crowdestate, Estateguru und Bulkestate haben wir nun schon 3 potenzielle Kandidaten für all jene, die keine Lust auf reine Konsumentenplattformen haben. Welche hier gewählt wird ist wie immer eine sehr persönliche Frage und jeder muss hier seine eigene Entscheidung treffen.

Fazit Bulkestate: Es wird sehr wahrscheinlich die nächste Plattform sein, in die ich investieren werde, auch wenn ich mir wohl keine komplette Immobilie zulegen werde. Da diese Plattform bereits vollständig in deutscher Sprache bedienbar ist, könnte sie auch durchaus für viele Leser interessant werden, die sich nicht an englische Interfaces herantrauen.

Tag 3: Kurzer Stadtwechsel und weiter gehts!

Nachdem wir abends nach dem Besuchsmarathon halbtot ins Bett gefallen sind, ging es auch am nächsten Morgen wieder relativ früh los, denn wir hatten eine Verabredung zum Frühstück mit Bondora. Dumm nur, dass die in Tallinn sind und wir noch in Riga. Also ab zum Flughafen, ins Flugzeug und rüber nach Tallinn wo wir das erste Mal die estnische App Taxify ausprobierten, von der alle so schwärmten. Leider war kein Tesla verfügbar, aber die App funktionierte genauso reibungslos wie Uber und 20 Minuten später saßen wir beim Frühstück in der Innenstadt mit Bondora in einer sehr coolen Location.

Bondora – Überraschend positiv, aber kontrovers wie immer

Zum Frühstück begrüßt wurden wir von Reelika Virunurm (die ihr auch im Vlog seht) und Matthew Clannachan (Head of Investor Relations) wo ein lockeres Gespräch folgte. Danach kam die nächste Taxify-Fahrt ins Büro. Nicht auszudenken, wie es unseren öffentlichen Transport vereinfachen würde, wenn es sowas doch nur bei uns gäbe. Egal, ich schweife ab. Angekommen bei Bondora machten wir einen Rundgang und lernten das Team kennen. Bondora hatte meiner Meinung nach so ziemlich den coolsten und freundlichsten Standort von allen, was man auch im Video von Kolja ganz gut erkennen kann. Nach der Vorstellung ging es dann ins Interview mit CEO Pärtel Tomberg, welches ihr euch hier anschauen könnt:

Ich muss sagen, dass ich mit sehr gemischten Gefühlen ins Interview ging, da es um Bondora mehr Diskussionen als um andere P2P Plattformen gibt und auch mir viele Dinge nicht klar waren. Pärtel hat sich aber im Interview super geschlagen. Seine Meinungen mögen teils kontrovers sein, aber er fährt eine klare Linie und Bondora ist nicht umsonst eine der ältesten P2P Plattformen. Die Plattform ist deutlich kleiner als z.B. Mintos, verfolgt aber auch eine ganz andere Vision und funktioniert intern anders. Nach dem Interview rief uns Pärtel höchstpersönlich einen Tesla mit Taxify, welcher uns zu Estateguru bringen sollte.

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Quelle: Tesla Ride mit Taxify

Fazit Bondora: Ich habe es bei den letzten Berechnungen schon gemerkt, aber nun ist es für mich klar. Portfolio Performance macht bei Bondora keinen Sinn. Andere P2P Plattformen sind durch die Rückkaufgarantie recht gut berechenbar (einer der Vorteile solange sie funktioniert), bei Bondora ist das aber nicht der Fall. Zusätzlich dazu muss ich sagen, dass Bondora bei mir als eines der Hauptstandbeine im P2P-Portfolio bleibt, obwohl ich mir zugegebenermaßen vor dem Besuch nicht mehr so ganz sicher war.

Estateguru – Krass, das habe ich finanziert?

Nach unserem sehr coolen Besuch bei Bondora ging es weiter zu Estateguru, einer Immobilienplattform, die bei euch und auch bei mir sehr beliebt ist. Begrüßt wurden wir hier von CEO Marek Pärtel mit dem wir auch später das Interview führten. Nach einem kurzen Rundgang ging es erstmal zum Mittagessen und danach besuchten wir mehrere Objekte, in die wir teils selbst investiert waren. Genauer gesagt in folgende Objekte:

Schon sehr geil in den Objekten zu stehen, die man selbst mitfinanziert hat:

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Quelle: Foto aus einem der Entwicklungsobjekte

Nach den Besichtigungen ging es dann mit Marek Pärtel und Mitgründer Mihkel Stamm in ein sehr interessantes Interview, wo wir noch sehr viele Details über Estateguru erfuhren. Vor allem was die zukünftigen Pläne angeht, könnten wir von dieser Plattform wohl noch so einiges erwarten. Auch der Name „Deutschland“ als Möglichkeit der Expansion fiel im Interview, was natürlich für heimische Investoren sehr genial wäre. Übrigens redete auch Crowdestate 2 Tage vorher kurz darüber. Als erstes Zukunftsprojekt wird aber wohl Spanien angegangen, wo in den letzten Tagen auch schon das erste Objekt verfügbar war (ich bin natürlich finanziert). Hier nochmal das Interview im Detail:

Fazit Estateguru: Estateguru ist in meinem P2P Portfolio seit letztem Monat der größte Baustein und wird auch weiter bespart. Der Besuch und die Gespräche waren extrem gut und meine Überzeugung für diese Plattform konnte weiter gefestigt werden.

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Tag 4: Fazit und Ideen für die Zukunft schmieden

An unserem letzten vollen Tag im Baltikum hatten wir endlich mal kein Meeting und Zeit die Eindrücke sacken zu lassen. Wir nutzten die Zeit um uns Tallinn etwas näher anzuschauen. Angefangen von der Altstadt über die Alexander-Newski-Kathedrale über ein gepflegtes Mittagessen in einer Strandlocation bis hin zu einem Besuch in einem sehr coolen und interaktiven Museum in dem ich schon letztes Jahr mit meinem Sohn war. Abends ließen wir den Abend dann noch in der Hotel Lounge ausklingen. Irgendwie hatte ich aber noch nicht genug von Tallinn und habe mich danach nochmal allein aufgemacht um zu schauen, was an in einer Samstagnacht im eiskalten Tallinn so los ist.

P2P Plattformen
Quelle: Tallinn, Tradition und Moderne, eine Stadt im Wandel

Spagat zwischen Business und Menschlichkeit

Die meisten P2P Plattformen konnten überzeugen, nur bei denen, wo ich noch nicht selbst investiert bin herrscht natürlich Unsicherheit. Auch Viainvest mit seiner neuesten Produktentwicklung sorgte bei mir persönlich nicht für Begeisterung. Letztendlich sind das aber alles nur Eindrücke und die nächsten Jahre werden zeigen, wo die Wege hingehen und wo sich Investitionen weiterhin lohnen. Was mir sehr schwer fiel und das gebe ich offen zu, ist der Switch zwischen Business und Menschlichkeit.

Durchweg von allen P2P Plattformen wurden wir nett empfangen und mit einigen war es sogar noch bis spät in den Abend richtig lustig. Sicherlich hat man teilweise natürlich versucht, bewusst freundlich rüber zu kommen. Man merkte diesen Unterschied aber recht schnell, vor allem, wenn die „offiziellen“ Themen zur Neige gehen. Wenn dann noch Gesprächsstoff da ist, der nichts mit P2P Plattformen oder Investments zu tun hat, verschwimmen die Grenzen recht schnell. Auch wenn ich denke, dass ich immer objektiv auf die Dinge schaue, solltet ihr euch also immer selbst eure Gedanken machen und diesen Bericht und die Videos als das mitnehmen, was er ist. Koljas und mein Eindruck von der ganzen Sache.

Die Rückkaufgarantie – nett, aber sinnlos?

Was mich auf der ganzen Tour sehr wunderte, war die einheitliche Meinung aller P2P Plattformen zur Rückkaufgarantie. Selbst denen, die sie benutzen, war deutlich anzumerken, dass es ein Drahtseilakt ist. Eine Tatsache, die ich selbst schon lang vermutete und die sich einmal mehr gefestigt hat. Die wahre „Sicherheit“ (lasst euch von dem Wort nicht täuschen), könnt ihr nur über eine gesunde Diversifikation herstellen und darauf solltet ihr auch tunlichst bei euren P2P Investments achten. Streut, was das Zeug hält. Nicht unbedingt Mikro-Investments, wie die 1 EUR Dinger bei Bondora, aber schon gesund und über viele Plattformen hinweg. Einen Königsweg gibt es hier nicht, ihr müsst euren eigenen Weg finden.

Das Baltikum – Eine Reise wert

Das war nun schon meine zweite Reise ins Baltikum. Erst letztes Jahr war ich zum Treffen des Citizen Circle in Tallinn, wo ich den Flair des Baltikums zum ersten Mal genießen durfte und ich war sicher auch nicht zum letzten Mal da. Sowohl in Riga als auch in Tallinn fällt einem in bestimmten Bereichen die Aufbruchstimmung sofort auf. Der Fintech-Bereich ist nur einer davon. Allgemein war in beiden Ländern die Fokussierung auf die Digitalisierung sehr stark erkennbar. Ob es nun e-residency, Taxi-Apps oder P2P Plattformen sind, wir können viel aus diesen Ländern mitnehmen und man stellt sich unweigerlich die Frage, warum Dinge die den Alltag einfacher machen dort schnell implementiert und hier erstmal verboten werden. Aber das, ist eine Diskussion für eine andere Plattform 😉

2019 – Same, but different?

Als wir mit Estateguru zum Dinner zusammensaßen, kam die Idee für ein weiteres Treffen mit den Investoren, also euch! Ich habe mal zwanglos bei anderen P2P Plattformen angefragt und bei den meisten besteht Interesse ein größeres Event zu organisieren und auch die Umfrage in unserer Community zeigte eine deutliche Richtung. Das ich 2019 die P2P Plattformen wieder besuchen werde, ist wohl schon so gut wie klar, aber der Rahmen muss noch festgelegt werden. Bis dahin vergeht noch ein bisschen Zeit, aber wichtig für euch ist zu wissen, dass wir auf jeden Fall planen, nochmal die Plattformen zu besuchen, wie auch immer das aussehen mag. Beim nächsten Mal werde ich aber definitiv etwas mehr Zeit mitnehmen, denn der Ablauf war zwar cool und es hat auch Spaß gemacht. Gesund war das aber sicher nicht.

Ich hoffe, euch hat mein kleiner Reisebericht gefallen und ich hoffe auch ihr seid ein bisschen schlauer als vorher. Ich weiß definitiv mehr als vorher! Aus der Ferne ist das immer alles sehr schwer einzuschätzen, daher hoffe ich, dass wir die Stimmung der Plattformen und auch unsere Meinungen dazu gut transportieren konnten. Ich freue mich auf dein Feedback dazu und auch Anregungen für die Zukunft. Schreib sie jetzt in die Kommentare!

Von mir getestete P2P Plattformen

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35 Comments

  1. will prinz said:

    Hallo Lars,
    vielen Dank für den tollen Reisebericht und das Update zu den besuchten P2P-Plattformen.
    Was mich insbesondere wundert, war die reservierte Einschätzung zu den „Rückkauf-Garantien“. Wie werden diese überhaupt von den Plattformen (außer natürlich Mintos) gehandhabt. Zahlen die Ausfälle aus Cash/Rücklagen? Und weshalb sind die Firmen diesbezüglich skeptisch. Fehlen die Mittel, um diese Rückkäufe zu tätigen?
    Viele Grüße und weiterhin gute Genesung!
    Nach den Schilderungen wirst du die zwingend benötigen! 😉
    will

    März 3, 2018
    Reply
    • Lars said:

      Hi Will,

      ich danke dir! Zu deiner Frage: Ganz genau, im Fall der Fälle ja. Die Konzepte da zwar ein bisschen unterschiedlich, aber bei Viainvest / Via SMS ist genau das der Fall. Daher wollen sie auch keine weiteren Kreditmärkte auf die Plattform fahren, da es ansonsten Probleme mit der Deckung geben könnte (obwohl sie eigentlich problemlos das Angebot erhöhen könnten). Das ist auf der einen Seite gut, denn das zeigt, dass Viainvest sehr vorsichtig ist, aber auf der anderen Seite zeigt es natürlich offen die Probleme, die die Rückkaufgarantie verursacht.

      Bei DoFinance sind die gleichen Überlegungen was den indonesischen Markt angeht. Dieser hat enorme Ausfallquoten und daher ist man noch am überlegen, wie man diesen sinnvoll mit der Rückkaufgarantie covern kann. Eventuell ja dann über die angesprochene Versicherung.

      Die Skepsis kommt vor allem durch eine drohende Krise. Solange alles gut läuft, alles prima. Aber sollte das nicht der Fall sein, müssen die Berechnungen stimmen und da sollte man lieber mehr Vorsicht als zu wenig walten lasse, was ich grundsätzlich gut finde. Allgemein sind alle sehr vorsichtig damit, was ich als positiv bewerte.

      Viele Grüße

      Lars

      März 3, 2018
      Reply
  2. Helmut Ebinger said:

    Danke Dir für die Reise, die ja Quasi mit uns und oder auch für uns alle angetreten wurde !!
    PeerBerry find ich persönlichst sympathisch, nach dem Bericht von Dir sogar noch mehr !!
    Und ja, auch von mir Gute Erholung !!

    März 3, 2018
    Reply
    • Lars said:

      Hi Helmut,

      ich danke dir für deinen Kommentar. Hab ich gern gemacht! Und zu Peerberry: Grundsätzlich ja, aber sei dir bewusst, dass die Plattform noch klein ist. Sie ist absolut noch nicht vergleichbar mit Mintos oder Bondora.

      Viele Grüße

      Lars

      März 3, 2018
      Reply
  3. Toller Reisebericht, da habt ihr ja echt einiges geschafft. Respekt!

    März 3, 2018
    Reply
    • Lars said:

      Hi Sebastian,

      danke dir für deinen Kommentar 🙂 Jau, das war schön anstrengend, aber auch mega lustig und lehrreich!

      Viele Grüße

      Lars

      März 3, 2018
      Reply
  4. Moin Lars,
    danke für die Einblicke.
    Da muss ich nochmal in mich gehen, was ich aus diesen Erkenntnissen mache.
    Dass man z. B. eine zusätzliche Versicherung (gegen 1% Rendite-Abschlag) anbieten möchte, trotzdem man ja bereits eine RückkaufGARANTIE anpreist, spricht schon Bände!!!
    Trotzdem ich Bondora nicht so geil finde wie du einige andere muss man denen schon lassen, dass sie das Kind hier beim Namen nennen und so gesehen ehrlich auftreten: Eine Buybackgarantie gibt es NICHT! Das ist konsequent, während die anderen ein Stück weit die Leute verarschen und in falscher Sicherheit wiegen.

    Vielleicht hilft der Bericht das besser einzuordnen. Top Job!
    Gruß
    Vincent

    März 3, 2018
    Reply
    • Lars said:

      Danke dir Vincent! Oh ja, das tut es. Jetzt im Nachgang weiß ich grad gar nicht, ob ich die Information hier so hätte preisgeben dürfen 😀 Egal! Aber DoFinance hat natürlich auch den indonesischen Markt im Fokus wo die Ausfallraten nochmal eine ganz andere Hausnummer sind.

      Wie schon gesagt, Bondora hat absolut überzeugt. Nicht so sehr, dass es jetzt eine besonders tolle Plattform ist, sondern durch ihre sehr klare Linie. Und, seien wir mal ehrlich. Die sind schon 10 Jahre dabei, viele der anderen Plattformen gerade mal 1.

      Und zur Verarschung: Klar, es ist zum großen Teil ein Marketing-Instrument, aber irgendwie war sich jeder einig, dass die Rückkaufgarantie nur bis zu einer gewissen Grenze halten kann und keiner hat sie jetzt absolut in den Himmel gelobt. Das zeugt bei durchweg allen Plattformen auch wieder von einer gewissen Ehrlichkeit.

      März 3, 2018
      Reply
  5. Christian Wimmer said:

    Interessant das selbst die P2P Plattformen den Buyback durchaus kritisch sehen.

    Für mich ist das bisher immer ein wichtiges Kriterium bei der Auswahl von Plattformen/Krediten gewesen. Liegt vielleicht auch daran das ich als Nicht-BuyBack Plattform bisher nur Bondora kenne und ich die Plattform überhaupt nicht mochte.

    März 3, 2018
    Reply
    • Lars said:

      Hi Christian,

      ja, dass ist das Problem. Viele verlassen sich darauf und ich höre immer wieder, dass das ein Hauptkriterium ist. Ich predige aber schon von Anfang an, dass man hier extrem vorsichtig mit sein muss. Es kann rechnerisch bei solchen Renditen keine immerwährende Garantie geben.

      Eine gute Maßnahme ist es vielleicht für dich tatsächlich mal eine Plattform ins Portfolio zu nehmen, wo Kredite ausfallen können. Z.B. Flender, Bondora (auch wenn du sie nicht magst) oder halt auch bei Mintos die Rückkaufgarantie einfach rausnehmen. Vielleicht merkst du dann, dass das Investment gar nix für dich ist 😉 Das Gefühl des Ausfalls musst du nämlich durchstehen können und ich glaube so ein paar Kredite bei Bondora stehen in keinem Verhältnis zu der Situation, wenn bei einer Krise tatsächlich die Rückkaufgarantie nicht mehr von allen bedient werden kann.

      Viele Grüße und immer schön das persönliche Risikoprofil im Auge behalten 😉

      Lars

      März 3, 2018
      Reply
  6. Andreas D said:

    Hallo Lars,
    war sehr spannend deinen Reisebericht zu lesen. Freue mich schon auf die Interviews auch wenn mein Englisch nicht sehr gut ist.
    Besten Dank für deinen Geld- und Zeitaufwand für die ganze Sache!
    Obwohl verheiratet, wäre ich im Club gerne dabei gewesen 🙂
    Dein Bericht ist ein guter Querschnitt einiger Platformen, wo ich selbst investiert bin. Bondora zeigt halt auch im eigenen Konto die wahrscheinlich ausgefallenen Kredite als Gesamtsumme ungeschönt an. Bei den anderen Platformen sieht man durch die „Rückkaufgarantie“ dies nicht und macht sich da kaum Gedanken.
    Nach deinem deutlichen Appell der Diversifikation habe ich mir meine Mintos Investments nach Kreditanbietern mal angesehen und mit Schrecken einen massiven Überhang an Mogo Autokrediten festgestellt und sofort aus dem Autoinvest raus genommen. Die Diversifikationsmöglichkeit bei Mintos gefällt mir nicht. Da bleibt zu viel Geld nicht investiert liegen.
    Bei Estateguru habe ich bis vor Kurzem manuell investiert da ich nicht in Objekte investieren will, wo mein Kredit zur Bedienung eines alten Kredits verwendet wird. Kleinere Kapitalobjekten sind ohne Autoinvest aber meist zu 100% sofort voll.
    Die Homepage von DoFinance ist steril, „emotionslos“ – durch Nichtausschüttungen während der Laufzeit kaum am Radar. Hier werden in den nächsten Monaten einige meiner 12% Kredite fällig und ich hoffe, es klappt bis zum Transfer aufs Bankkonto alles.
    In der Steuerstundung sah bzw sehe ich bis jetzt keinen Vorteil da ich auf anderen Platformen ja auch meine Erträge rausziehen könnte wenn ich schon dafür Steuern zahlen darf.

    In diesem Sinn alles Gute und liebe Grüße aus dem Ösiland,
    Andreas

    März 3, 2018
    Reply
    • Lars said:

      Hi Andreas,

      danke für deinen Kommentar. Keine Sorge, die Interviews werden übersetzt 😉

      Zu Bondora im Vergleich zum Rest: Genau so ist es. Kein Netz, kein doppelter Boden. Echtes p2p so wie es nunmal gedacht ist.

      Zu Mintos: Ja, Mogo ist nunmal der größte Anbahner auf Mintos. Da muss man ein bisschen aufpassen.

      Bei der Steuerstundung unterliegst du allerdings einem Missverständnis. Offiziell musst du die Gewinne schon versteuern, wenn sie auf deinem Investorenkonto ankommen (nicht auf dem Bankkonto), was bei DoFinance genau NICHT direkt der Fall ist.

      Viele Grüße

      Lars

      März 3, 2018
      Reply
      • Andreas D said:

        Hallo Lars,

        da habe ich mich vielleicht schlecht ausgedrückt.

        Habe erst heute die Gewinne der einzelnen Plattformen für die Steuererklärung ermittelt und da ist DoFinance außen vor da erst heuer erstmals Ausschüttungen. Bloß sehe ich für mich persönlich da keinen wirklichen Vorteil. Um das Plattformausfallrisiko zu minimieren läuft alles bei Do Finance mit 6monatiger Laufzeit. Klar könnte man es maximal ausreizen mit z.Bsp. 60 Monaten LZ und dann erst nach 5 Jahren Steuern bezahlen. Ist mir aber zu riskant.

        Mittlerweile auch die beiden schon verfügbaren Videos angesehen. Vom Bondora Interview war ich sehr positiv überrascht. Der CEO hat alles klar verständlich und sehr gut frei raus erklärt. War bis dato vom Kapitaleinsatz die Nummer 2 und wird wohl mit Mintos Platz tauschen müssen.
        80% für Kreditnehmer ist aber auch nicht ohne…

        War übrigens auch in Englisch recht gut zu verstehen 🙂

        Liebe Grüße
        Andreas

        März 4, 2018
        Reply
        • Lars said:

          Hi Andreas,

          ja, das ist natürlich eine persönliche Frage für das persönliche Risikoprofil. Ich habe kein Problem damit 5 Jahre anzulegen.

          Meine Meinung. Bondora war unglaublich transparent und klar. Ich bin mit einer absolut anderen Erwartung ins Interview gegangen. Aber auch mal schön, wenn man sich in so einem Fall irrt.

          Viele Grüße

          Lars

          März 5, 2018
          Reply
  7. Christian Wimmer said:

    Mintos ist da etwas merkwürdig da Kredite mit BuyBack oft auch höhere Zinssätze haben. Eigentlich sollte man ja meinen das ein Kredit ohne BuyBack ein höheres Risiko hat und deswegen auch höhere Zinssätze hat.

    Wenn ich den BuyBack quasi umsonst bekomme nehme ich ihn gerne mit. Auch wenn ich weiß das es nur eine trügerische Sicherheit ist. Ich glaube mittelfristig wird das Konstrukt BuyBack sowieso bei einigen Plattformen wegfallen.

    Das Gefühl etwas zu verlieren habe ich mit Aktien und Kryptowährungen schon durchgestanden 😉

    März 4, 2018
    Reply
    • Lars said:

      Hi Christian,

      das kann man so pauschal nicht sagen, da es immer stark auf den Darlehensanbahner ankommt und man nie weiß, wonach die ihre Renditen berechnen. Aber ich bin absolut deiner Meinung. Solange die Rückkaufgarantie da ist, unbedingt mitnehmen. Aber man sollte keine Plattform aufgrund dessen als Favorit wählen und es rational und nüchtern sehen.

      Ja, die Kryptowährungen sind super um Volatilität zu üben, noch besser sind nur Sportwetten 😀

      Viele Grüße

      Lars

      März 5, 2018
      Reply
  8. Martin said:

    Hallo Lars, danke für deinen interessanten Bericht. Den einen Satz verstehe ich nicht: „[Die Software] Portfolio Performance macht bei Bondora keinen Sinn. “ Wie meinst du ihn?

    März 5, 2018
    Reply
    • Lars said:

      Hi Martin,

      Bondora bezieht zieht die überfälligen Kredite vom aktuellen Kontowert ab, was bedeutet, dass dein Wert in Portfolio Performance immer krass nach oben abweicht und für mich daher wenig Sinn ergibt.

      Viele Grüße

      Lars

      März 5, 2018
      Reply
  9. Denny said:

    Hi Lars,

    vielen Dank für den tollen Reise-Bericht und Deine Einschätzung zu den einzelnen Plattformen. Freue mich schon jetzt auf die weiteren Interviews!

    Wirklich interessant zu sehen, dass viele P2P Plattformen keinen großen Mehrwert in der Buyback-Garantie sehen, außer um damit vielleicht die Hürde für den Neueinstieg von Investoren zu senken. Insofern finde ich den Umgang von Bondora damit super und sorgt bei mir nur für noch mehr Glaubwürdigkeit. Werde meine Investments dort auf jeden Fall weiter erhöhen.

    Die Idee mit dem „Community-Treffen“ bei den P2P-Plattformen finde ich spannend. Wäre schön, wenn es da einen organisierten Rahmen gibt, wo sich Investoren und Plattformen näher kennenlernen können. Finde ich generell gut, dass die Plattformen diese „Transparanz“ und Einblicke in die Unternehmen erlauben. Am Ende geht es dabei ja stark um das Thema Vertrauen. Dennoch keine Selbstverständlichkeit.

    PS: Ich lese schon seit ein paar Monaten auf dem Blog mit und finde, dass Du immer klasse Beiträge ablieferst – bitte weiter so!

    VG,
    Denny

    März 5, 2018
    Reply
    • Lars said:

      Hi Denny,

      danke dir für deinen Kommentar! Ja, die Rückkaufgarantie ist ein reines Marketing-Instrument, das müssen wir wohl einsehen. P2P ist und bleibt ein riskantes Investment.

      Das Community-Treffen wäre genau so geplant. Das ihr in direkten Kontakt mit den Plattformen kommt und wir das Ganze organisieren. Aber das muss noch alles mit den Plattformen abgestimmt werden und da ist noch viel zu tun. Schauen wir mal, ob es klappt 😉

      Viele Grüße

      Lars

      März 5, 2018
      Reply
  10. Carsten said:

    Vielen Dank, Lars, für den ausführlichen Bericht und dass ihr diese Reise auf euch genommen habt!
    Davon können wir alle nur profitieren. Hab die ganze Zeit schon sehnsüchtig auf euer Mintos-Interview gewartet und ihr habt mich nicht enttäuscht 😉 Super Fragen, aber ich fand auch, dass sich die beiden Herren von Mintos sehr gut geschlagen haben mit ihren Antworten.
    Beste Szene ist natürlich der Moment, wo er meint, dass P2P-Kredite sicherer als Aktien sind und ihr beide euch etwas ungläubig anschaut 😉

    Ich hab das Video übrigens direkt in meinem Artikel zu Mintos eingefügt und euch beide verlinkt: http://finanziellfit.de/meine-mintos-erfahrung-teil-1/

    Viele Grüße,
    Carsten

    März 6, 2018
    Reply
    • Lars said:

      Hi Carsten,

      danke dir für den Kommentar. Ja, der Moment war etwas komisch. Viele waren aber tatsächlich (auch bei anderen Plattformen) dieser Meinung. Ich glaube, wenn man sich tagtäglich in diesem Bereich aufhält und weiß, was hinter den Kulissen passiert, kann man sich durchaus recht sicher fühlen. Immer eine Frage des Standpunktes.

      Viele Grüße

      Lars

      März 6, 2018
      Reply
  11. Daniel said:

    Hey Lars,

    danke für deinen informativen Blog-Post, sehr sehr cool eure Reise! 🙂

    Hat euch eigentlich Swaper nicht eingeladen? Irgendwie steht es momentan sehr ruhig um diese Plattform.

    Viele Grüße

    Daniel

    März 9, 2018
    Reply
    • Lars said:

      Hi Daniel,

      danke dir für deinen Kommentar! Nein, Swaper hat uns tatsächlich nicht eingeladen. Vielleicht beim nächsten Mal 😉

      Viele Grüße

      Lars

      März 9, 2018
      Reply
  12. Christian said:

    Hallo Lars,

    danke für deine regelmäßigen Berichte. Dadurch hab ich auch den einen oder anderen Euro in die verschiedensten Plattformen investiert und mein Portfolio somit weiter gestreut.

    Eine Frage, die vielleicht unter diesen Eintrag nicht ganz passt – entschuldige bitte – da ich Familie habe und daher das Thema nicht ganz unwichtig ist – vielleicht weisst du da ja Bescheid. Wie ist die Vorgehensweise im Falle des Ablebens des Investors. Wie kriegen die Nachfahren dann das Geld am einfachsten zurück, die sich mit dem ganzen Thema P2P und Autoinvest etc. nicht auskennen? Natürlich setze ich mal voraus, dass Ihnen die Plattformen auf denen investiert ist, mitgeteilt wurden.

    Grüße
    Christian

    März 16, 2018
    Reply
    • Lars said:

      Hi Christian,

      danke für deinen Kommentar und cool, dass du dein Investment durch meine Erfahrungsberichte erweitern konntest.

      Das Thema, was du hier ansprichst, ist sehr interessant und auch ich habe schon oft daran gedacht. Ich habe es so gelöst, dass ausgewählte Angehörige einen Notfallzugriff auf meine Konten mit verbundener Vollmacht für das reguläre Bank- und Verrechnungskonto haben. Sie können sich also im Fall der Fälle einfach auf den Plattformen einloggen, die Autoinvestoren stoppen und das Geld auf mein Konto auszahlen, sofern erforderlich. Trifft man also diese Vorsorge, kann einem die einzelne Handhabe der Plattformen egal sein und ist in meinen Augen auch der logische Weg. Ich hoffe, das hilft dir!

      Viele Grüße

      Lars

      März 17, 2018
      Reply
      • Chrsitian said:

        Hi Lars,

        ja ich nehme an, so ähnlich werden es die meisten Investoren (die soweit vorausdenken) machen. Ich finde das wäre trotzdem eine interessante Frage an die Plattformen, wie im Fall des Falles dann deren Prozess ist, sofern sich das also nicht einfach selbst regelt – wenn also niemand der Anhörigen die Daten hat oder kennt.

        Was passiert wenn sich über Jahre keiner bei der Plattform meldet? Was machen die mit dem Geld?

        Ist bei den ganzen Kryptowährungsplattformen im Grunde die selbe Thematik.

        was meinst du?

        März 19, 2018
        Reply
        • Lars said:

          Das ist definitv eine sehr interessante Frage! Lass mir mal ein bisschen Zeit und ich sammle mal ein paar Antworten 😉

          Viele Grüße

          Lars

          März 19, 2018
          Reply
  13. Jenny said:

    Hi Lars,
    vielen Dank für die interessanten Berichte eurer Reise. Doch in der Tat sehr interessante Einblicke! Ich warte eigentlich voller Spannung auf den dofinance-Bericht, der ja am 20.3. kommen sollte. Gibts da Probleme oder wann kommt der Bericht? Vielen Dank für eine kurze Info, viele Grüße Jenny

    März 27, 2018
    Reply
    • Lars said:

      Hi Jenny,

      ja, der DoFinance-Bericht verschiebt sich noch ein wenig. Ich habe das Datum mal rausgenommen. Er kommt aber bald 😉

      Viele Grüße

      Lars

      März 27, 2018
      Reply
      • Jenny said:

        Hi Lars, was ist denn der Grund fürs Verschieben des Berichtes?? Irgendetwas nicht ok bei dofinance?
        Lg jenny

        April 7, 2018
        Reply
        • Lars said:

          Hi Jenny,

          das Video ist einfach noch nicht fertig bei Kolja, sorry. Das ist halt auch ne ganz schöne Arbeit.

          Viele Grüße

          Lars

          April 7, 2018
          Reply
        • Lars said:

          Hi Jenny,

          das Video von DoFinance ist nun online 😉

          Viele Grüße

          Lars

          April 21, 2018
          Reply
  14. Martin said:

    Das ist mal ein Reisebericht, danke für den interessanten Artikel.

    April 7, 2018
    Reply
    • Lars said:

      Hi Martin,

      danke für deinen Kommentar 🙂

      Viele Grüße

      Lars

      April 7, 2018
      Reply

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