P2P FAQ

Dank deiner und der Mithilfe meiner restlichen E-Mail Community, findest du auf dieser Seite die am häufigsten gestellten Fragen zum Thema P2P und passivem Einkommen, gebündelt in einer P2P FAQ. Die FAQ ist nicht dazu gedacht, alles bis ins kleinste Details zu erklären, sondern gibt dir lediglich einen schnellen Überblick und sagt dir, wo du detaillierte Informationen zu jedem Thema findest (beachte bitte auch den Disclaimer). Generell wird ein Großteil aller Themen auch in unserem Buch „Investieren in P2P-Privatkredite“ erklärt. Die P2P FAQ befindet sich natürlich im ständigen Wandel. Schau also von Zeit zu Zeit mal rein, ob es irgendwas neues gibt. Wenn du weitere Fragen hast, schreib sie mir bitte über das Kontaktformular oder meine Facebookseite und ich werde sie beantworten und hier aufnehmen.

Allgemeines zu P2P-Krediten

Investieren am P2P-Markt

Versteuerung von P2P-Krediten

Die Sicherheit von P2P-Krediten

Passives Einkommen

Was ist eigentlich P2P?

P2P-Kredite sind Kredite, die direkt von Privatpersonen an Privatpersonen (daher der Name P2P oder peer to peer) als Privatkredite vergeben werden. Es gibt allerdings auch die Variante, bei der Privatpersonen Kredite an Firmen vergeben (z.B. Investly). Die Besonderheit ist, dass kein Finanzinstitut, wie z. B. eine Bank, als Vermittler zwischen beiden Parteien auftritt. Folgend findest du ein schönes Video der Lending School zur tieferen Erklärung:

Was ist passives Einkommen?

Passives Einkommen bezeichnet einen eingehenden Finanzfluss, für den nicht mehr aktiv gearbeitet werden muss. Ein versimpeltes Beispiel: Du hast 1000 EUR auf Bondora eingezahlt, die dir jeden Monat zuverlässig 10 EUR passives Einkommen erwirtschaften. Hier habe ich dir einen Artikel darüber geschrieben, warum passives Einkommen so wichtig ist und hier findest du Gründe, warum sich gerade P2P sehr gut dafür eignet.

Was ist ein Portfolio-Builder?

Der Portfolio-Builder ist ein Werkzeug, das dir erlaubt, automatisch dein Geld zu investieren. Einmal korrekt eingestellt, brauchst du keine 5 Minuten mehr im Monat (wenn überhaupt), um dein Investment „auf Kurs“ zu halten. Hier zeige ich dir am Beispiel von Mintos, wie du einen Portfolio-Builder konfigurierst.

Was bedeutet Plattformrisiko?

Plattformrisiko bezeichnet die reale Gefahr der Insolvenz einer P2P-Plattform. Hast du z.B. nur bei dieser einen Plattform investiert, hast du im Falle einer Insolvenz eine zeitlang keinerlei Kontrolle mehr über dein Geld, da dass weitere Geschäft in der Regel durch eine dritte Partei abgehandelt wird. Du kannst dieses Risiko reduzieren, indem du ab einer bestimmten Portfolio-Größe dazu übergehst, dein Geld über mehrere Plattformen zu streuen.

Worauf muss ich bei der Auswahl des Kreditmarktplatzes achten?

Bei der Wahl des richtigen Kreditmarktplatzes für dich, gibt es einige zwingende und einige individuelle Kriterien. Zwingende sind z.B. so etwas wie Seriösität, Sicherheit etc. und individuelle sind solche wie Portfolio-Builder, Zweitmarkt etc. Weitere Kriterien findest du in unserem Buch und in diesem schönen Video der Lending School:

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https://www.youtube.com/watch?v=rUfibU1mZUw

Muss ich beim P2P-Investment Steuern zahlen?

Ja, Zinsen sind Kapitalerträge und müssen nach der Ausschöpfung deines steuerlichen Freibetrags mit der Abgeltungssteuer (25 Prozent plus Solidaritätszuschlag und ggf. Kirchensteuer) verrechnet werden. Einen ausführlichen Artikel zur Besteuererung von P2P-Investments findest du hier.

Kann ich Verluste von der Steuer absetzen?

Nein, im Vergleich zu Investments in Aktien können bei P2P-Privatkrediten keine Verluste gegenüber dem Finanzamt geltend gemacht werden. Zinsen die nicht gezahlt werden, können nicht als entgangene Einnahme, als Verlust oder Werbungskosten abgesetzt werden. Gleiches gilt auch für den Tilgungsanteil der Rückzahlung. Einzig und allein die Plattform CrossLend scheint hier aufgrund eines Sonderkonstruktes eine Ausnahme zu bilden. Einen ausführlichen Artikel zur Besteuererung von P2P-Investments findest du hier.

Wie sicher ist der P2P-Markt?

Wie sicher ist dein Kaffee morgen früh? Wie sicher ist es, dass du morgen Abend noch deinen Arbeitsplatz hast? Genauso sicher ist der P2P-Markt. Heute scheint hier nichts zu passieren, was morgen passiert, weiß niemand. Aber in erster Linie ist der P2P-Markt derzeit so sicher wie dein Kaffee morgen früh 😉 In unserem Buch haben wir etwas ausführlicher darüber philosophiert, hier würde es den Rahmen sprengen.

Welche Bücher empfehle ich für das Mindset eines passiven Investors?

Meine persönliche Top 2 für das Mindset eines passiven Investors sind Rich Dad Poor Dad von Robert Kiyosaki und Lead the Field von Earl Nightingale. Darüber hinaus kannst du in meinen Buchempfehlungen stöbern, dort solltest du einige weitere Anregungen finden.

Was passiert, wenn eine Plattform insolvent ist?

Im Falle einer Insolvenz kann kein Geld mehr investiert werden und in der Regel springt ein Drittanbieter ein, um die restlichen Kredite abzuwickeln und die Auszahlungen zu übernehmen. Wie das im Einzelfall funktionieren wird, hängt von der jeweiligen Plattform ab.

Wie hoch ist der optimale Kreditbetrag pro Investition?

Die Frage muss anders lauten, nämlich: wie hoch soll dein Zielportfolio sein? Anhand dessen kannst du deinen Kreditbetrag bestimmen. Die Berechnung ist zu komplex für die FAQ. Du findest aber zwei fertige Investmentstrategien für den P2P-Markt in unserem Buch. Diese kannst du einfach für dein Portfolio übernehmen.

Soll ich lieber manuell oder per Portfolio-Builder investieren?

Da es in diesem Blog um das passive Investment geht, empfehle ich ausschließlich das Investment via Portfolio-Builder. Du kannst mit cleverem Investment und Schnäppchen am Zweitmarkt jedoch teilweise eine erheblich höhere Rendite einfahren. Ein gutes Beispiel dafür ist Andreas von p2p-anlage.de.

Soll ich reinvestieren oder auszahlen?

Ob du reinvestieren oder auszahlen lassen solltest, hängt von deinen Bedürfnissen ab. Bei der Thesaurierung wächst dein Vermögen schneller, bei der Auszahlung hast du sofort ein passives Einkommen.

Wie muss ich den Portfolio-Builder einstellen?

Die Portfolio-Builder sind von Plattform zu Plattform unterschiedlich einzustellen. Hier hilft nur Eigenrecherche oder auf einen entsprechenden Artikel von mir zu warten. Wie du den Portfolio-Builder von Mintos einstellst, habe ich dir in diesem Artikel gezeigt.

Ist mein Geld bei einer Insolvenz der Plattform sicher und bis zu welcher Höhe?

Dein NICHT investiertes Geld wird bei seriösen Anbietern auf einem separaten Konto gelagert, welches meist bis Einlagensicherungsgrenze des entsprechenden Landes (also dort wo sich der Firmensitz befindet) gesichert ist. Diese Grenze kann also variieren und du solltest dich in jedem Fall vorher informieren.

Wie muss ich die Zinsen in der Steuererklärung angeben?

Die Zinsen werden in der Anlage KAP der Steuererklärung angegeben. Einen ausführlichen Artikel zur Besteuererung von P2P-Investments findest du hier.

Woher bekomme ich die Werte für die Steuererklärung?

Bei deutschen Anbietern bekommst du in der Regel eine Steuerbescheinigung ausgestellt oder kannst sie dir ausstellen lassen (z.B. bei Auxmoney). Bei ausländischen Anbietern, musst du dir die Zinseinkünfte via Reports selbst herausfiltern, aufsummieren und in die Steuererklärung übertragen (z.B. bei Mintos). Einen ausführlichen Artikel zur Besteuererung von P2P-Investments findest du hier. Wie du die Zinsen bei den einzelnen Anbietern ermittelst, kannst du hier nachlesen.

Wie errechne ich meine Rendite?

Jeder Anbieter errechnet dir die Rendite automatisch. Dummerweise meist mit unterschiedlichen Berechnungsverfahren. Wenn du die Rendite nachprüfen möchtest, bleibt dir nichts anderes übrig, als dies manuell zu tun. Am einfachsten geht dies mit der XIRR-Funktion in Excel. Wie dies funktioniert, zeigt dir Claus Lehmann in diesem Artikel. Auch ich habe hierzu einen Artikel veröffentlicht, über den du auch ein vorgefertigtes Template zur Berechnung erhältst. Bedenke bitte, dass die XIRR-Formel erst nach einem Jahr Laufzeit wirklich aussagekräftig ist.

Bringen hinterlegte Sicherheiten mehr Ausfallsicherheit?

Schwer zu sagen, denn dafür sind sie eigentlich nicht gedacht. Sicherheiten werden vom Kreditnehmer hinterlegt, damit der Schaden des Kreditgebers im Falle von Zahlungsschwierigkeiten des Kreditnehmers nicht so hoch ist. Aber natürlich kann eine Sicherheit ein Anreiz für den Kreditnehmer sein, seine Raten pünktlich zu bezahlen. Wer verpfändet schon gern sein Auto, Fernseher, Haus etc.?

Wie hoch ist statistisch das Ausfallrisiko je Sicherheitsklasse bei den verschiedenen Anbietern?

Diese Frage kann ich pauschal leider nicht beantworten, denn jede Plattform hat unterschiedliche Sicherheitsklassen und somit auch unterschiedliche Ausfallraten. Immer mehr Anbieter gehen aber dazu über, diese tranparent für jeden Investor zu machen. Schau also am besten bei deiner Plattform nach und scheue auch nicht davor, einfach mal eine E-Mail an den jeweiligen Support zu schreiben.

Wie wird ein Kredit durch die Plattform vorgeprüft?

Auch dies ist bei jeder Plattform unterschiedlich. Bei manchen muss man gar nichts oder sehr wenig vorweisen, bei anderen muss man seine Gehaltsnachweise und monatlichen Kosten einreichen. Desto strenger die Voraussetzungen der Vorprüfung, desto sicherer ist natürlich auch der Kredit.

Warum sind die Renditen im Baltikum so sehr höher als bei uns?

Die Renditen im Baltikum sind höher, weil das Zinsniveau etwas höher und die Kreditmentalität dort eine ganz andere ist. Es gibt sogar sogenannte „Payday-loans“, wo der Kreditnehmer 200 – 300% Zinsen zahlen muss, die aber nur sehr kurz laufen (z.B. eine Woche oder einen Monat), sowas würde hier niemand machen (nur bei einem Kredithai). Für dein Investment hat es aber viele Vorteile: höhere Rendite, innovative Technologien (z.B. die Rückkaufgarantie), hohe Anbieterkonkurrenz usw. Auf dieser Website, kannst du dir mal offiziellen Zinssätze der Bank of Estonia als Vergleich anschauen. Dort wirst du erkennen, dass die Zinssätze an den Kreditplattformen nicht überzogen hoch sind.

Welche Plattformen gibt es überhaupt?

Mittlerweile gibt es in Europa mehr als 100 P2P-Plattformen. Nicht auf jeder lohnt sich ein Investment und viele sind nicht einmal in deutsch oder englisch verfügbar. Einige Plattformen (auch die, die ich selbst nutze) habe ich hier aufgeführt. Du findest dort alle relevanten Informationen über die derzeit gängigsten Plattformen. Sollte eine Plattform deiner Meinung nach fehlen, schreib mir gerne eine Mail.

Welche Plattform empfehle ich für Beginner?

Anfängern empfehle ich meist die Plattform Auxmoney. Sie ist einfach zu bedienen, man bekommt automatisch Zinsbescheinigungen ausgestellt und alles ist in deutscher Sprache. Wer Auxmoney aufgrund der etwas niedrigeren Rendite nicht möchte, dem empfehle ich derzeit Mintos oder Twino. Die Benutzerführungen ist sehr einfach, die Portfolio-Manager schnell eingestellt und über einfache Suchfunktionen bekommt man alle relevanten Steuerinformationen.

Kann ich mehrere Portfolien bei einem Anbieter verwalten?

Je nach Strategie macht es Sinn, mehrere Portfolien verwalten zu können. Das bietet den Vorteil, dass man mehrere Automatisierungen mit unterschiedlichen Zielen laufen lassen kann. Anbieter bei denen diese Technik derzeit funktioniert und die mir bekannt sind, sind Twino, Mintos und Viventor.

Mein Portfolio-Builder investiert einfach nicht?

Manchmal kann es vorkommen, dass der Portfolio-Builder nicht investiert. Dies liegt in 99% der Fälle an einer zu engen Einstellung der Filterung. Dies kannst du leicht herausbekommen, indem du mit der Filterung manuell auf den Hauptmarkt gehst und nach Krediten suchst. Solltest dann nur wenig oder gar keine Kredite finden, lockere die Filterung.

Was genau ist der LTV?

Man spricht auch vom Beleihungssatz. Er zeigt das Verhältnis zwischen Darlehenswert und Sicherheitswert. Darlehen mit einem niedrigen Beleihungssatz gelten als weniger riskant.
Hier einmal das Beispiel von der Plattform Mintos zum besseren Verständnis:
Du hast eine Kreditsumme von 20.000 EUR. Wird der Kredit mit 12.000 EUR beliehen, wäre das ein LTV von 60%, bei einer Beleihung von 20.000 EUR ein LTV von 100%. Demnach wäre die erste Variante die weniger riskante.

Welcher Diversifikationsgrad ist der richtige für mich?

Das hängt in meinen Augen ganz von dem Einlagevermögen gemacht. Ich habe gute Erfahrung mit einer Diversifikationsquote von 1 bis 2,5 Prozent zu Beginn gemacht. Das bedeutet bei einem Prozent beispielsweise, dass du deine Einlagesumme auf 100 Kredite verteilst. Wenn du allerdings sehr viel Geld investieren willst, macht eine noch höhere Diversifikation durchaus Sinn. Bei kleineren Summen sollte man allerdings die Kirche im Dorf lassen.

Mein Bankkonto hat sich geändert. Was muss ich tun?

Ab und an trifft es jeden. Ein Girokonto ist günstiger als das andere und man wechselt die Bank. Meist sind die Bankkonten aufgrund des Geldwäschegesetzes aber fest mit deinem P2P-Portfolio der jeweiligen Plattform verbunden. Wie löst man das Ganze nun? Bei Mintos z.B. musst du eine Überweisung mit deinem neuen Bankkonto tätigen, damit dieses mit deinem P2P-Portfolio verbunden ist. Auch für Twino gilt dieses Verfahren, wobei du hier auch noch einen bestimmten Verwendungszweck angeben musst (Change bank account, investor no xxxxx). Generell kann sich das Verfahren also von Plattform zu Plattform etwas unterscheiden. Es ist also sinnvoll hier einmal der Support anzuschreiben und nach der genauen Vorgehensweise zu fragen.

Was sind „Extended loans“?

Extended loans sind übersetzt verlängerte Kredite. Also Kredite, die nicht nach Ablauf der ursprünglich vereinbarten Frist zurückgezahlt wurden. Der Geldgeber verlängert die Laufzeit und verhindert / verschiebt somit das Greifen der Rückkaufgarantie nach hinten. Weshalb die Rückzahlung nicht – wie vereinbart – erfolgt bleibt in der Regel unklar. Bei den derzeitigen Plattformen ist eine Verschiebung durch den Investor bis zu 6 mal möglich.

Was bedeutet „Skin the Game“?

Skin the Game bezeichnet eine Mitschuldnerschaft des Darlehens-Ausstellers und ist eine zusätzliche Sicherheit für dich als Investor. Zur Vereinfachung ein kleines Beispiel: Ein Kredit hat einen Darlehenbetrag von 100 EUR. Der Darlehens-Aussteller oder Darlehensanbahner steuert nun 5 EUR oder 5% selbst bei, um sich an dem Kredit zu beteiligen. So wird sichergestellt, dass nicht 100% Risiko bei der Investorenschaft liegt.