Finfellas 2023 – Was bringt uns die Zukunft der P2P Kredite?

Anfang Juni fand in Riga an mehreren Tagen das Finfellas Event 2023 statt. Es war die Fortsetzung der P2P Conference 2019 und wieder durfte ich das Event sowohl hinter den Kulissen als auch auf der Bühne als Moderator mit begleiten. Nach ein paar Jahren Pause aufgrund von Covid-19 ging es also endlich wieder vor Ort weiter!

Im heutigen Beitrag möchte ich euch ein bisschen darüber berichten, euch ein paar Bilder mitgeben und auch über die hauptsächlichen Diskussionsthemen sprechen. Denn diese werden in meinen Augen maßgeblich die Zukunft der P2P Industrie in den nächsten Jahren bestimmen und somit auch auf uns Investoren einen Effekt haben, den wir spüren werden. Viel Spaß!

ᐅ Disclaimer
Bitte beachte meinen Haftungsausschluss. Ich betreibe keinerlei Anlageberatung und spreche keine Empfehlungen aus. Auf allen P2P Plattformen, über die ich berichte, bin ich selbst investiert. Alle Angaben erfolgen ohne Gewähr. Entwicklungen der Vergangenheit sind kein Indikator für zukünftige Entwicklungen! Alle Links zu den Investment-Plattformen sind in der Regel Affiliate/Werbe-Links (ggf. mit * gekennzeichnet), bei denen du Vorteile hast und ich eine kleine Provision verdiene.

Das Rahmenprogramm

Die Konferenz und dessen Rahmenprogramm fand an insgesamt 4 Tagen statt. Es ging los mit einem Tag der offenen Tür bei Mintos, Debitum Network, Twino, Viainvest und Lande. Ich habe es leider nur zu Lande geschafft und bin dann dort hängen geblieben 🙂 Später fand dann auf der Terrasse der neuen Viainvest-Büros eine Pre-Party statt.

Danach folgten 2 Tage Konferenz in einer tollen Location mitten in Riga. Hier gab es ein ganztägiges Programm mit Keynotes, Panel-Diskussionen, Präsentationen und allerlei Networking. Investoren, Publisher und die Plattformen konnten hier ins Gespräch kommen und sich über die aktuellen Entwicklungen und auch die Zukunft unterhalten. Investoren waren leider definitiv in der Minderheit und weniger vorhanden als noch 2019. Kein Wunder, denn die Industrie hat seitdem nicht gerade für Vertrauen gesorgt und der Hype ist vorüber.

Am letzten Tag lud dann noch einmal Lande ein zu einer Farm-Tour. Im Grunde etwas ähnliches wie das, was ich 2022 schon vor Ort gemacht habe, nur diesmal in einer größeren Gruppe und einem anderen Farmer. Da ich gesundheitlich etwas angeschlagen war, habe ich den letzten Tag eher zur Entspannung genutzt.

Auch wenn dieses Mal sehr viel weniger Investoren vor Ort waren, fand ich die Konferenz dennoch sehr gelungen und definitiv ein Upgrade zu 2019.

hanzas perons

Die Event-Location “Hanzas Perons” war sicherlich eine der besten Optionen für die Konferenz.


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Wer war da?

Im Grunde waren alle wichtigen großen Plattformen aus Lettland da inklusive vieler weiterer Länder. Sogar Robocash hat die weite Reise aus Sibirien angetreten und es gab auch eine Fintech-Firma aus Indien. Hier eine Liste der Teilnehmer, die meisten davon hatten einen eigenen Stand:

robocash finfellas

Das Robocash Team und mein Kollege Tobias Lindner.

Wer war nicht da?

Einige waren aber auch nicht da. Bei einigen war es besser so (beispielsweise Bulkestate) und sie werden wissen warum, andere wurden aber sehr vermisst, beispielsweise Bondora und PeerBerry. Folgende Plattformen waren nicht vor Ort:

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Neue P2P Plattformen am Horizont?

Kommen wir nun zu den interessanten Dingen der Konferenz. Zunächst zu den neuen Plattformen, die man schon bestaunen konnte und die uns demnächst mit ihren Produkten beglücken werden.

InDemo: Die Plattform und das Team dahinter kenne ich schon seit 2 Jahren, denn so lange bereitet man sich bereits auf den Launch der Plattform vor. InDemo ist eine Immobilienplattform mit sehr speziellen und so noch nicht gesehenen Produkten mit einem Fokus auf Spanien (Stichwort Non-Performing Loans). Angeführt wird sie von Ex-Mintos Mitarbeiter Sergejs Viskovskis. Sie wird bereits voll reguliert starten und könnte ein durchaus interessanter Kandidat für ein Investment werden.

Nectaro: Auch Nectaro wird von einer Ex-Mitarbeiterin von Mintos angeführt. Sigita Kotlere übernimmt das Ruder der Plattform. Hinter Nectaro steht jedoch eine größere Firmengruppe, die Dyninno Group und das war in der Vergangenheit immer interessant. Sie haben das regulatorische Framework von DoFinance gekauft, um so den Regulierungsprozess abzukürzen und werden ebenfalls voll reguliert starten.

Es gab noch hier und da einigen Kleinkram der gerade gestartet ist, aber das waren sicher die beiden interessantesten Kandidaten für die Zukunft.

finfellas indemo

Indemo präsentiert sich erstmals in der Öffentlichkeit.

Neue Produkte auf bestehenden Plattformen?

Auch gibt es einige Neuerungen auf den schon bestehenden Plattformen, die bald auf uns zurollen werden. Ich hatte leider nicht die Zeit, um mit allen zu sprechen und es gibt sicher noch mehr zu berichten, was mir aber im Gedächtnis geblieben ist, sind folgende Dinge.

Mintos: Die ETFs kommen! Ich habe die erste Version live gesehen und Ende des Sommers wird es so weit sein. Der erste Eindruck hat mich überraschenderweise überzeugt und auch das Konzept dahinter. Nämlich verschiedene Assets für jedermann verfügbar zu machen. Nach den ETFs folgen auch noch Bonds und Rohstoffe und gerade das Thema Bonds könnte durchaus interessant werden, denn hier ist der Einstieg nicht immer einfach. Mintos wird zur Multi-Asset Plattform! Wenn jemand hierfür Beta-Tester werden möchte, kann er sich über das Kontaktformular bei mir melden.

Bullride: Auch hier gibt es neues zu vermelden und das war schon erkennbar. Teslas kommen auf die Plattform und können von Investoren anteilig gekauft werden. Der erste Tesla wurde wohl schon während der Konferenz unter der Hand verkauft, wenn ich es richtig verstanden habe. Zudem bin ich nach einigen Gesprächen mit Founder Heiko Hildebrandt auch nach wie vor sicher, dass die ersten Investoren hier das Feld mit einer positiven Rendite verlassen werden, sofern sie keine überteuerten Scooter am Zweitmarkt gekauft haben.

mintos etf

So wird es wohl bald aussehen bei Mintos.

Trends für die nächsten Jahre

Aus den Keynotes und Diskussionen wurden 2 Themen relativ deutlich, welche uns in den nächsten Jahren begleiten werden.

Regulierung: Sie ist nicht perfekt, vor allem nicht in Lettland, aber sie bietet einen Schutz vor Scams und schmierigen Geschäften. Gerade große Anleger haben keine Lust mehr ihr Geld mit Betrügern zu verlieren und setzen seit den Scams 2019 fast ausschließlich nur noch auf regulierte Plattformen.

Aus einigen persönlichen CEO-Gesprächen weiß ich, dass man sogar davon ausgeht, dass auch aktuell noch nicht regulierte, aber sehr erfolgreiche Plattformen früher oder später Probleme mit den lokalen Regulatoren (z.B. der Bafin) bekommen werden. Das hat man bereits im Bereich Krypto einige Male gesehen und das wird auch P2P ab einer kritischen Größe ereilen. So musste beispielsweise die Krypto Plattform Cake Defi vor einigen Monaten die deutsche Sprache von der Website entfernen und darf auch kein Marketing mehr in Deutschland machen.

One-Click Solutions: Produkte wie Bondora Go & Grow und Monefit SmartSaver machen es vor. Vollautomatisierte Lösungen, das “self driving money”, ziehen unglaublich viele Investoren an. Klar, die Rendite ist niedriger als bei klassischen Plattformen, aber dafür muss man eben rein gar nichts mehr tun. Der Großteil war sich einig: das wird die Zukunft sein. Immer mehr Plattformen setzen zudem auch auf “managed portfolios”, wo Investoren im Grunde nichts mehr machen müssen. Die Ausgestaltung dieser und auch der Zins kann und wird aber variieren und nicht zwangsläufig im einstelligen Bereich herumkrebsen. In Zeiten von AI und erfolgreichen Robo Advisors die logische Konsequenz.

Panel Finfellas

Ein Diskussionspanel zusammen mit Mintos, Swaper, Monefit und Viainvest.


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Der nächste Scam kommt aus?

Auch wenn die Regulierung alles ein stückweit sicherer macht, sind viele Investoren leider nicht erfahren genug und fallen immer wieder auf die gleichen Dinge rein. Hohe Rendite, Rückkaufgarantien, vermeintlich viel Erfahrung. Sowas ist leicht gefaked und Scammer nehmen sich Beispiele an bereits erfolgreichen P2P Plattformen und wissen genau was funktioniert und was nicht.

Und so sehen wir aktuell, dass immer mehr Plattformen in beliebten Jurisdiktionen wie Kroatien auftauchen, wo große und seriöse Plattformen wie PeerBerry und Robocash bereits längere Zeit sind. Mit einer Lösung wie dieser kann man jegliche Regulierung recht einfach umgehen und Investorengelder einsammeln. Wenn ich aktuell wetten müsste, würde ich darauf setzen, dass wir den nächsten P2P Scam aus Kroatien sehen. Ich hoffe aber, dass ich Unrecht habe, denn dies wäre nicht nur ein erneuter Schaden für die P2P Industrie, sondern auch für den P2P Standort Kroatien.

Seid also bitte vorsichtig bei unregulierten Investments in solche Ländern und achtet auf folgende Dinge, um euer Geld einigermaßen sicher zu halten, wenn ihr unbedingt dort investieren wollt:

  1. Achtet darauf, dass der Track Record mindestens 5 Jahre beträgt. Die meisten Scams überstehen diese Zeit nicht.
  2. Schaut, dass die Firmen von einem großen Auditor geprüft wurden und dass ihr die Zahlen versteht.
  3. Recherchiert die Hintergründe des Managements der P2P Plattformen und auch die Firmenstruktur. Kommt euch was komisch vor, dann lasst es einfach.

Die Warnung ist ausgesprochen, mehr kann ich nicht für euch tun 🙂

croatia p2p

Scheinsicherheiten, Firmenstandort Kroatien und natürlich ein Affiliate Programm (inklusive Rechtschreibfehlern). Liegt die Zukunft der Scams in Kroatien?

Plattformen mit großen Namen im Hintergrund

In den letzten Jahren haben wir ebenfalls einen weiteren Trend gesehen, der für uns Investoren definitiv positiv war. Es sind immer mehr P2P Plattformen auf den Markt gekommen, die eigentlich nur als Finanzierungsarm eines großen Unternehmens im Hintergrund fungierten. Das hatte oft zur Folge, dass man mit einer bereits guten Lösung und viel Erfahrung startete. Resultieren tat das in einem schnellen Wachstum und viel Vertrauen. Beispiele dafür gibt es mittlerweile viele. Anbei ein paar davon:

Diese Liste wird bald schon erweitert werden und neue Plattformen werden auf den Markt kommen und eventuell ebenso erfolgreich wie auch attraktiv sein. So wie die ebengenannte Plattform Nectaro mit der Dyninno Group im Hintergrund, die schon seit 2004 am Markt ist. Ich habe auch weitere Namen gehört, die bald eventuell mit ihrer eigenen Plattformen starten werden. Es bleibt hier also spannend!

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Dann schau jetzt in meine P2P Plattform-Übersicht. Dort findest du weitere Informationen und / oder Artikel zu den Plattformen, auf denen ich investiere.

Fazit zu Finfellas 2023

Am Ende kann ich nur sagen, dass ich das Event mal wieder sehr genossen habe und vor allem auch mit einigen Investoren aus der Community sprechen konnte, die den weiten Weg dorthin doch auf sich genommen haben. Ich kann absolut verstehen, dass die Kosten eines solchen Trips für die meisten in keinem Verhältnis zum Investment stehen und ich bin mit dem Finfellas-Team dran, hierfür eine Lösung zu finden. Beispielsweise könnte ich mir auch vorstellen, die Konferenz in Deutschland stattfinden zu lassen, wo es für jeden Investor einfach erreichbar wäre. Wir werden sehen.

Ansonsten konnte ich mal wieder eine Menge Insights sammeln, die sonst nur schwer zu kriegen sind und das macht den eigentlichen Mehrwert für mich aus. Nicht alles davon kann ich hier öffentlich preisgeben, da mir viele CEOs in Diskussionen um die weitere Entwicklung von Plattformen Informationen anvertrauen, die noch nicht spruchreif und damit vertraulich sind. Aber ich versuche immer so viel wie möglich an euch weiterzugeben, damit ihr möglichst früh über wichtige Entwicklungen informiert seid.

Aber nun möchte ich von dir wissen, wie du die Trends aus diesem Beitrag für dein Investment siehst. Lässt es dich eher positiv oder negativ in die P2P Zukunft blicken? Schreib es jetzt in die Kommentare!

Finfellas 2023 – Der Artikel als Video

Den Beitrag zur Finfellas Konferenz 2023 gibt es auch bei YouTube.


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2 Kommentare
  1. Frank sagte:

    Hallo Lars,
    Wie immer danke für die Infos.
    Wie darf ich mir die ETFs vorstellen? Ganz viele Projekte, die gebündelt werden? So ähnlich, wie Du Dein EstateGuru Invest siehst, als Index?
    Grüße
    Frank

    Antworten
    • Lars Wrobbel sagte:

      Hi Frank, danke für deinen Kommentar. Ja, das ist korrekt. Mintos wird vorgefertigte Portfolio zum Investment anbieten, so dass du dich selbst nicht um eine Sektor-Allokation kümmern musst. So habe ich es zumindest verstanden. Es ist also nicht vergleichbar mit einem Broker wie TradeRepublic, sondern eher mit einem Robo Advisor.

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