Wie du aus deinem Portfolio ein echtes passives Einkommen machst

Passives Einkommen… viele Menschen lieben dieses Wort und streben genau nach dieser vermeintlich so einfachen Einkommensart (warum sie nicht so einfach ist, wie viele denken, kannst du hier nachlesen). Aber nur wenige denken diesen Gedanken bei ihren finanziellen Investments tatsĂ€chlich zu Ende und haben keine Strategie. In diesem Artikel zeige ich dir daher, wie du aus deinem P2P-Portfolio ein echtes passives Einkommen machst.

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Was ist eigentlich ein echtes passives Einkommen?

Als echtes passives Einkommen bezeichne ich ein Einkommen, dass auf deinem Girokonto landet und das du „verkonsumieren“ kannst. Klar bekommst du bei Bondora, Mintos etc. monatlich deine Zinsen auf dein virtuelles Konto, aber solange du es nicht auszahlst, ist es lediglich genau das: virtuell. Es ist Ă€hnlich den Buchgewinnen am Aktienmarkt. Du siehst es monatlich einfließen, hast aber keinen handfesten und realen Nutzen davon.

Ein passives Einkommen zu haben (vollkommen egal von welcher Quelle) ist immer ein schönes GefĂŒhl und ich kann jeden verstehen, der danach strebt, sich mehr und mehr in diesem Bereich zu engagieren. Jeder der das tut, hat auch noch meinen höchsten Respekt, denn in immer mehr FĂ€llen wird ein Produkt (egal ob Buch, Coaching etc.) mit Mehrwert erschaffen, aus dem langfristig passives Einkommen bezogen werden kann.

Nicht verwunderlich also, dass viele meiner smarten Leser das Ziel haben, sich mit der Zeit ein passives Einkommen aufzubauen, um damit das aktive Gehalt aufzubessern oder gar zu ersetzen. Jedoch fehlt im P2P-Bereich derzeit noch eine klare Strategie hinter den Investments, um sinnvoll Auszahlungen aufzubauen (zumindest habe ich dazu nichts finden könne). Klar könntest du ab einem bestimmten Zeitpunkt den Portfolio-Manager einfach dauerhaft anhalten und dir die RĂŒckzahlungen monatlich auszahlen lassen. Hiermit erreichst du jedoch vor allem 2 Dinge:

  1. Es wird nicht mehr reinvestiert (weder Zinsen noch Tilgung).
  2. Durch die fehlenden Reinvestitionen sinken kontinuierlich die RĂŒckzahlungen.

Wie machst du aus deinem Portfolio ein echtes passives Einkommen?

Zu allererst musst du natĂŒrlich Kapital aufbauen, bevor du ĂŒberhaupt daran denken kannst, ein Portfolio auf einen passiven Einkommens-Strom auszurichten. Es macht keinen Sinn mit einem Portfolio von 500 EUR diversifiziert ĂŒber 3 Anbieter daran zu denken, sich seine Zinsen auszahlen zu lassen. Beginne also erstmal mit dem Aufbau deiner Grundlagen, deiner Basis, deinem Fundament. Und vergiss nicht, dass dieser Prozess durchaus Jahre dauern und von RĂŒckschlĂ€gen geprĂ€gt sein kann.

Allerdings solltest du sehr wohl hier schon daran denken, wie du im Falle von Auszahlungen aufgestellt sein möchtest, um nicht allzu viel Kapital zu verlieren und auch die anderen Regeln der P2P-Anlage zu beachten (Diversifikation, Anbieterauswahl etc.). Wir halten es also wie von Stephen Covey (Die 7 Wege zur EffektivitÀt) empfohlen nach seinem Prinzip:

„Schon am Anfang das Ende im Sinn haben.“

Du kannst dir hier viele Dinge ĂŒberlegen und ausprobieren. Wenn du dazu keine Lust hast, wĂŒrde ich mich freuen, wenn du an mein Konzept denkst und dieses fĂŒr deine Auszahlungen nutzt. Nach vielem hin und her und Rechnereien, wĂŒrde ich derzeit folgendermaßen vorgehen, um ein echtes passives Einkommen mit P2P-Krediten zu generieren.

  1. Nutze vorwiegend Anbieter mit einer automatischen Invest-Funktion.
  2. Teile dein Gesamtportfolio auf. Beispielsweise auf 2 oder 4 Plattformen. Das können die vier von mir favorisierten Plattformen Auxmoney, Bondora, Mintos und Twino sein, aber auch jede beliebige andere. Weitere Kandidaten wirst du hier noch in Zukunft kennenlernen (den ersten schon nÀchste Woche).
  3. Schalte einen Portfolio-Manager je Quartal aus und lasse dir nur die Zinsen auszahlen.

Am Beispiel von Mr. Money Mustache

Um dir meine Strategie zu verdeutlichen, nehmen wir ein echtes Portfolio als Beispiel, vereinfachen es und bauen es anhand meiner Vorgaben in der Theorie um. Und zwar nehmen wir den aktuellen Stand des Lending Club Portfolios von Mr. Money Mustache, welches du schon in diesem Artikel kennengelernt hast.

echtes passives Einkommen

Der aktuelle Stand des Portfolios betrĂ€gt also derzeit 40546,48$ und hat Mr. Money Mustache im letzten Quartal 1855,09$ Zinsen eingebracht. FĂŒr unser Beispiel vereinfachen wir die Zahlen auf ein 40.000 EUR Portfolio und 1800 EUR Zinseinnahmen und verteilen dieses Portfolio auf unsere 4 bekannten Plattformen:

  • Auxmoney: 10.000 EUR Portfolio und 450 EUR Zinseinnahmen
  • Bondora: 10.000 EUR Portfolio und 450 EUR Zinseinnahmen
  • Mintos: 10.000 EUR Portfolio und 450 EUR Zinseinnahmen
  • Twino: 10.000 EUR Portfolio und 450 EUR Zinseinnahmen

Wie schon erwĂ€hnt, nutzen wir auf allen Plattformen fĂŒr dieses Beispiel das automatische Investment und schalten im nĂ€chsten Schritt nun je Quartal den Portfolio-Manager einer Plattform gezielt ab. Danach lassen wir uns die Zinsen am Ende des Quartals auf unser Konto auszahlen:

Q1:

  • Auxmoney = auszahlen (Auto-Invest Ende Q1 aktivieren)
  • Bondora = reinvestieren (Auto-Invest Ende Q1 abschalten)
  • Mintos = reinvestieren
  • Twino = reinvestieren

Q2:

  • Auxmoney = reinvestieren
  • Bondora = auszahlen (Auto-Invest Ende Q2 aktivieren)
  • Mintos = reinvestieren (Auto-Invest Ende Q2 abschalten)
  • Twino = reinvestieren

Q3:

  • Auxmoney = reinvestieren
  • Bondora = reinvestieren
  • Mintos = auszahlen (Auto-Invest Ende Q3 aktivieren)
  • Twino = reinvestieren (Auto-Invest Ende Q3 abschalten)

Q4:

  • Auxmoney = reinvestieren (Auto-Invest Ende Q4 abschalten)
  • Bondora = reinvestieren
  • Mintos = reinvestieren
  • Twino = auszahlen (Auto-Invest Ende Q4 aktivieren)

Mit dieser Strategie, lĂ€sst du dir am Ende jedes Quartals die Zinsen einer Plattform auszahlen, wĂ€hrend die anderen weiterwachsen und fleißig thesaurieren. Du kannst natĂŒrlich auch ein Modell mit 2 oder mehr Plattformen fahren, die auszahlen. Passe die Auszahlungen einfach an deinen Bedarf an.

Ist diese Strategie fĂŒr passive und aktive P2P-Investoren geeignet?

Das kommt auf dich an. Wenn du manuell investierst, kannst du diese Strategie ebenso fahren und quasi je Plattform quartalsweise Pause machen. Ob du es wirklich tun solltest, ist wieder eine andere Frage, da dein Einkommen ohnehin nicht viel mit passivem Einkommen zu tun hat, da du es fleißig und aktiv bewirtschaftest 🙂 Ich sehe diese Strategie daher hauptsĂ€chlich bei passiven Investoren.

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Fazit

AusschĂŒttende ETFs oder Dividendenaktien sind in der Auszahlung der Kapitaleinnahmen derzeit im Vorteil was die Einfachheit angeht, da du dich nicht darum kĂŒmmern musst. Bei den P2P-Krediten ist es nicht ganz so einfach, mit ein paar Handgriffen und einer klaren Strategie aber problemlos möglich, wie du am obigen Beispiel gesehen hast. Meine Empfehlung ist aber generell: Solange du das Geld nicht brauchst, lege deine Zinsen immer wieder neu an, um vom Zinseszins zu profitieren. Halte dir aber bei Bedarf immer die Möglichkeit offen, dir ein echtes passives Einkommen zu generieren, sofern es mal erforderlich sein sollte.

Wie sieht es bei dir aus? Legst du immer brav deine Zinsen neu an oder lÀsst du sie auszahlen?

Von mir getestete P2P Plattformen

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6 Comments

  1. Christoph said:

    Hallo Lars,
    bisher lasse ich die Zinsen immer wieder neu anlegen. Deinen Plan mit vier Anbietern finde ich sehr interessant. Persönlich wĂŒrde ich mich allerdings mit mehr Anbietern wohler fĂŒhlen, um das Plattformrisiko weiter zu minimieren. Ich bin schon auf Deine Neuvorstellung gespannt. Danke fĂŒr Deine Infos.
    VG Christoph

    Mai 7, 2016
    Reply
    • Lars said:

      Hi Christoph,

      vielen Dank. Mit wieviel Anbietern man sich wohl fĂŒhlt, muss natĂŒrlich jeder fĂŒr sich selbst entscheiden. Ich denke aber, bei „normalsterblichen“ Summen sollte man es mit der Anbieterzahl nicht ĂŒbertreiben.

      Viele GrĂŒĂŸe

      Lars

      Mai 7, 2016
      Reply
  2. Luis said:

    Ich danke Ihnen fĂŒr den tollen Beitrag. Das passive Einkommen ist ein sehr spannendes Thema. Es ist gar nicht so unrealistisch, sich ein ordentliches, passives Einkommen aufzubauen, wie manche immer denken. Im Bereich P2P-Kredite habe ich aber noch gar nicht dran gedacht.

    Mai 12, 2016
    Reply
    • Lars said:

      Hi Luis,

      danke fĂŒr deinen Kommentar. TatsĂ€chlich ist es ja in vielen Bereichen (ob Investment oder Internet Business) so, dass der Aufbau von passivem Einkommen oft nur eine Frage von KreativitĂ€t ist. Das wird ĂŒbrigens auch ein Thema in meinem neuen Buch werden 😉

      Viele GrĂŒĂŸe

      Lars

      Mai 12, 2016
      Reply
  3. Carsten said:

    Hmm, ich nutze Bondora, Mintos (8 Monate), Twino (relativ neu), Viventor (in Pre-Testphase) – aber kein Smava(!) mehr.
    Eine kleine „Passiv“-Strategie teste ich derzeit im 4 -stelligen Bereich auf allen Plattformen:
    z.B. MINTOS – 2 x Auto Invest -Filter mit jeweils Reinvestition und bei „Minimale Mittel, die auf dem Konto bleiben mĂŒssen “ sind jeweils die erwarteten monatlichen Zinsen (also ohne die Tilgungsanteile) eingetragen
    Beispiel: 5.000 EUR Anlage, ca. 1% (12%p.a.) erwartete Brutto-Rendite ergibt 50 EUR.
    Da bis auf diesen Betrag alles wieder reinvestiert wird, kann dann problemlos zu einem festen Zeitpunkt das Konto mit den verfĂŒgbaren Mitteln (hier: 50 EUR) „abgerĂ€umt“ werden.
    Manko:
    1. Derzeit gibt es noch keine Dauerauftragsfunktion und die Abbuchung muß manuell eingestellt werden.
    2. Der Reserve-Betrag steht recht schnell (ca. 8 -10 Tage) nach der letzten Abbuchung schon wieder zur VerfĂŒgung (da ja neben Zinsen auch Tilgung fliessen) und kann dann fĂŒr den Rest der Periode nicht zum Ertrag beitragen.
    3. Irgendwann kommt das Finanzamt und möcht natĂŒrlich auch fĂŒr die selbstdeklarierten auslĂ€ndischen KapitalertrĂ€ge KESt + Soli kassieren (wenn alle ErtrĂ€ge abgerĂ€umt wurden, steht hierfĂŒr nichts mehr zur VerfĂŒgung – also Einplanen oden gleich 1/4 weniger Auszahlen lassen!)
    4. wer ganz korrekt ist, lĂ€sst auch noch die „indirekte“ Steuer (Wertverlust der WĂ€hrung bzw. Kaufkraftverlust z.B. ca. 3% p.a.) auf dem Konto stehen

    Da die höchsten Kosten (neben den systemrelevanten Risiken) die KESt darstellt, wÀre es sinnvoll diese möglichst zu vermeiden (vvGmbH mit 15% KörperschSt. oder juristische Person z.B. in UK oder IR). Gibt es hierzu schon Erfahrungen in der Zusammenarbeit mit den P2P-Plattformen?

    Thx
    C++

    September 30, 2016
    Reply
    • Lars said:

      Hi Carsten,

      diese Erfahrungen gibt es sicherlich. Frag doch mal im Forum von Claus nach, da wirst du eventuell eine Antwort auf deine Frage finden.

      Viele GrĂŒĂŸe

      Lars

      Oktober 2, 2016
      Reply

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