Steuer | Passives Einkommen mit P2P

Da sich fast jede zweite Frage, die mich per Mail erreicht, um das Thema “Steuer” dreht und auch bald für viele der Tag der Steuererklärung naht, habe ich für dich die Problematik recherchiert und erkläre dir den grundlegenden Ablauf bei der Besteuerung mit P2P. Beachte aber bitte an dieser Stelle meinen Disclaimer, ich bin kein Steuerberater und meine Informationen beruhen auf persönlicher Erfahrung und Internetrecherche 🙂

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Müssen Gewinne aus P2P-Geschäften versteuert werden?

Ja, Gewinne aus P2P-Geschäften gelten als Zinseinkünfte und werden wie andere Kapitalanlagen (z.B. Anleihen) mit der pauschalen Abgeltungssteuer von 25% zuzüglich Solidaritätszuschlag und ggf. Kirchensteuer versteuert. Somit gilt natürlich auch der Freibetrag von derzeit 801 EUR (bei Ehepaaren 1602 EUR). Du musst also erst eine Steuer auf P2P-Einkünfte zahlen, wenn du deine persönliche Freigrenze mit deinen gesamten Kapitaleinkünften überschreitest. Hinzu kommt noch ein möglicher Vorteil: sollte dein persönlicher Steuersatz niedriger liegen als der Abgeltungssteuersatz, wird dieser durch die Günstigerprüfung auf die zu zahlenden Beträge oberhalb deines Freibetrags angerechnet.

Muss ich auch eine Steuererklärung abgeben?

Das musst du und zwar zwingend! Sobald du dich entscheidest, P2P Investor zu werden, entscheidest du dich auch gleichermaßen dazu, eine Steuererklärung abzugeben. Das liegt daran, dass die P2P Plattformen auf deine Gewinne nicht automatisch die Kapitalertragssteuer abführen bzw. auch gar nicht abführen dürfen. Bei den P2P Plattformen handelt es sich nämlich nicht um Finanzinstitute wie Banken, die zum Einbehalt der Steuer berechtigt sind. Niemand weiß also von deinen Gewinnen. Und um dies zu ändern, bist du verpflichtet eine Steuererklärung abzugeben, auch wenn du unter dem Freibetrag liegst.

Kann ich bei meiner Plattform einen Freistellungsauftrag stellen?

Nein, denn sowohl die deutschen wie auch die außerdeutschen P2P-Plattformen führen keinerlei Steuer für dich ab, somit kannst du auch keinen Freistellungsauftrag bei ihnen stellen. Wie gerade angedeutet, heißt das für dich, dass du deine Einnahmen angeben solltest, um für das Finanzamt transparent zu bleiben. Hiermit belegst du dann auch eindeutig und nachweisbar für die Zukunft, dass du wirklich unter deinem Steuerfreibetrag in dem zu veranlagenden Jahr lagst. Fang nicht erst mit der Bekanntgabe an, wenn du schon über deinem Steuerfreibetrag liegst.

Laut meinen Internetrecherchen und diesem Artikel auf steuertipps.de ist eine genaue Angabe nicht zwingend erforderlich. Daher kannst du dich natürlich auch dafür entscheiden zu sagen: “Nö, ich lag unter dem Freibetrag” und kannst dir den Rest solange sparen, bis du die Freigrenze überschreitest. Ich empfehle dir hier aber ganz klar die Abgabe der Steuererklärung.

Bekomme ich eine Steuerbescheinigung von meiner P2P-Plattform ausgestellt?

Das hängt davon ab, ob du bei einer deutschen oder bei einer außerdeutschen Plattform investierst. Bei den deutschen Plattformen, wie z.B. Auxmoney oder Crosslend bekommst du einmal jährlich eine schriftliche Bescheinigung für das Finanzamt, welche du einfach den Anlagen deiner Steuererklärung beilegen kannst. Meist wird diese im ersten Quartal ausgestellt (bei Auxmoney z.B. Mitte Februar). Du findest sie dort im Bereich “Verwaltung” in deinem Anlegercockpit:
Steuer

Bei außerdeutschen Plattformen wie Bondora oder Mintos wird die Sache interessanter. Du bist hier gezwungen, dir deine Zinseinkünfte über die bereitgestellten Recherchetechniken selbst zusammenzusuchen. Ich habe das mal exemplarisch in meinem Mintos-Portfolio gemacht:
Steuer

Die Werte kannst du selbst also ganz einfach ermitteln, indem du auf den Bereich Kontoauszug gehst, einen Zeitraum angibst und nach der Zahlungsart “Zinsen” filterst. Beachte jedoch, dass eventuell noch andere Zahlungsarten für die Auswertung in Frage kommen können. Eine genaue Anleitung für den Abzug der Daten bei den verschiedenen Anbietern, bekommst du hier. Übrigens stellen auch immer mehr ausländische Plattformen eine Art Zinsbescheinigung aus, die alle deine Einkünfte belegen. Mintos gehört mittlerweile dazu.

Darf ich meine Verluste gegenrechnen?

Leider nicht. Wenn Zinsen nicht gezahlt werden, kann man sie auch nicht als Verlust ansetzen, es liegen also einfach keinerlei Zinseinnahmen vor, kein Verlust. In der Praxis kann ich mir auch schwer ein Verfahren zur Anrechnung vorstellen, denn der Inkassoprozess dauert oft viele Monate und man weiß erst am Ende, wieviel Verlust man tatsächlich mit einem Investment gemacht hat. In der Zwischenzeit sind es einfach nur fehlende Zinsen. Seit kurzem gibt es allerdings die Plattform Crosslend, hier soll es aufgrund eines Sonderkonstruktes möglich sein, Kredite steuerlich abzusetzen. Näheres dazu findest du in diesem Artikel. Aber schauen wir uns an, wie das Ganze momentan in der Praxis aussieht.

Ein einfaches Beispiel

Hans ist P2P-Investor und hat 200 EUR in einen Kredit mit 5 Jahren Laufzeit investiert und bekommt dafür jährlich seine Zinsen. Da er mit seinen restlichen Kapitaleinnahmen schon über seinen Freibetrag liegt, muss er sofort die Steuer zahlen:

  • Erste Zinszahlung von 10 EUR im ersten Jahr, welche voll versteuert werden muss.
  • Zweite Zinszahlung von 10 EUR im zweiten Jahr, welche voll versteuert werden muss.
  • Dritte Zinszahlung von 10 EUR im dritten Jahr, welche voll versteuert werden muss.
  • Vierte Zinszahlung von 10 EUR im vierten, welche voll versteuert werden muss.
  • Im fünften Jahr fällt der Kredit aus. Es muss keinerlei Steuer mehr gezahlt werden. Allerdings bleibt Hans auf dem restlichen Verlust sitzen.

Von dieser Regelung kann man halten, was man möchte, Fakt ist jedoch zum jetzigen Zeitpunkt, dass du dich daran halten musst. Die P2P-Plattform Smava hat 2011 dazu eine persönliche Unternehmensmeinung geschrieben:
Zinsen sowie Gewinne aus Kapitalforderungen gehören zu „Einkünften aus Kapitalvermögen“ und sind zu versteuern. Deshalb ist u.E. auch ein negatives Kapitalergebnis zu versteuern. Zusammenfassend sehen wir den nach Abzug eines negativen Kapitalergebnisses verbleibenden Gewinn aus Zinsen als die maßgebliche Größe für die Besteuerung der Einkünfte aus smava Geldanlagen an.

Wie sieht es aus, wenn ich Student bin?

Solltest du noch Student sein und dein Einkommen ist ohnehin relativ gering, greift hier der allgemeine steuerliche Freibetrag von 8.820 EUR (im Jahr 2017). Solltest du also im Jahr mit deinen gesamten Einkünften (auch Kapitalanlagen) unter dieser Grenze liegen, zahlst du keinerlei Steuer. Da ich aber selbst kein Student bin, kann ich dir hier keine Erfahrungswerte mitgeben, wende dich bitte im Zweifel an deinen Steuerberater.

Was passiert mit den Gewinnen des Zweitmarktes?

Hier wird es interessant. Denn die Gewinne aus Veräußerungsgeschäften muss man prinzipiell mit angeben. Hier kann man dann natürlich auch seine Transaktionskosten ansetzen. Da ich aber selbst den Zweitmarkt wegen meiner passiven Anlagestrategie nicht nutze, kann ich dir hier aufgrund fehlender Erfahrung keine detaillierten Informationen preisgeben. Allerdings gibt es im Forum von Claus Lehmann diverse Diskussionen darüber. Schau einfach mal dort nach und wenn du eine sehr spezielle Frage hast, dann stell sie einfach. Einige der User haben schon mehrere Jahre Erfahrung und können dir bestimmt weiterhelfen. Auch unsere Community hat mittlerweile weit mehr als 1000 aktive Investoren und die meisten dort werden schon eine Steuererklärung gemacht haben. Auch hier lohnt sich sicher eine Nachfrage.

Was ist mit Cashback-Aktionen?

Immer wieder gibt es Sonderaktionen von den Plattformen. Ein beliebter Kandidat für sowas ist die lettische Plattform Mintos. In diesem Fall bekommst du zusätzliche Gutschriften auf dein Konto überwiesen. Musst du auch diese versteuern? Hierzu habe ich SteuernMitKopf-Experte Roland Elias gefragt und er teilte mir mit: “Im geringen Umfang sind Leistungen nach § 22 Nr. 3 EStG und bis 256 Euro (Freigrenze) steuerfrei. Wenn es aber gewerbliche Auswüchse annimmt, dann ist es gewerblich.” Diese Grenze sollten die meisten Cashback-Aktionen nicht erreichen. Mach dir hier also nicht allzu viel Gedanken.

Wo müssen die Kapitalerträge in der Steuererklärung angegeben werden?

Die Werte müssen in der Anlage KAP in der Zeile eingetragen werden, die für dich zutreffend ist. Du hast hier zwei Möglichkeiten:

  • “Inländische Kapitalerträge” für z.B. Auxmoney (die Zeilennummer kann von Jahr zu Jahr variieren)
  • “Ausländische Kapitalerträge” für z.B. Mintos (die Zeilennummer kann von Jahr zu Jahr variieren)
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Mein Tipp für deine Steuer

Wenn du deine Steuererklärung selbst erstellst, wird sie aus Erfahrungen leben. Das bedeutet, jedes Jahr wird es dir ein bisschen einfacher fallen. Es ist also nichts anderes, als ein Lernprozess und irgendwann ist es kein Problem mehr, wobei es das in meinen Augen auch jetzt schon nicht ist. Mir ist bewusst, dass sich viele beim Thema “Steuer” wehren, sich nicht damit beschäftigen wollen und deshalb sogar das P2P-Investment verwerfen. Aber glaubt mir, so schlimm ist es keineswegs. Mein Tipp für dich: gebe lieber zu viel Informationen als zu wenig an. Wenn dir das alles zu kompliziert erscheint, setze entweder nur auf deutsche Anbieter oder ziehe einen Steuerberater hinzu.

Wie hat dir der Artikel gefallen? Schreib es in die Kommentare! Ich würde auch sehr gerne mehr über deine Erfahrungen mit der Steuererklärung und den P2P-Krediten wissen.

Beitragsbild: freeimages.com @ Dorian Widling (Freeimages License)

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66 Kommentare
  1. Martin
    Martin sagte:

    Hallo Lars,
    vielen Dank für die Zusammenfassung! Sehe ich das richtig, dass man neben den Zinsen auch Verzugszinsen (mintos) versteuern muss? Und muss man seine Zinsen versteuern, auch wenn man diese noch nicht realisiert hat – sprich ausgezahlt?

    Vielen Grüße
    Martin

    Antworten
    • Lars
      Lars sagte:

      Hallo Martin,

      kein Problem, sehr gerne geschehen. Im Internet findet man immer wieder Schnipsel dazu, aber niemals im Zusammenhang. Ich dachte, es wird mal Zeit 🙂

      Ja, prinzipiell musst du alle Zinseinkünfte (auch Verzugszinsen) versteuern.

      Zur Realisierung von Gewinnen: Du realisierst sie ja schon, sobald sie auf deinem Konto auf der Plattform ankommen, auch wenn sie sofort wieder reinvestiert werden. Nur das es halt nicht dein Bankkonto ist, sondern das virtuelle Konto der jeweiligen Plattform. Für das Finanzamt wird das aber keinen Unterschied machen.

      Viele Grüße

      Lars

      Antworten
  2. Dennis
    Dennis sagte:

    Hallo Lars,
    tolle Zusammenfassung…
    Du bist ja schon länger dabei, hast du nicht schon mal überlegt, ein Gewerbe anzumelden und die Kredite dann über das Gewerbe zu vergeben, dann müssten die Verlust doch auch ansatzfähig sein? Oder habe ich da einen Knick im Denkansatz?
    Viele Grüße
    Dennis

    Antworten
    • Lars
      Lars sagte:

      Hi Dennis,

      ich danke dir. Ich kenne einige Leute die über ihr Unternehmen in P2P investieren, kann dir aber zur steuerlichen Handhabung momentan nichts sagen. Sobald ich mich damit beschäftige, wird es dazu sicher einen Artikel geben, bzw. wird der bestehende erweitert.

      Viele Grüße

      Lars

      Antworten
  3. Johannes
    Johannes sagte:

    Hallo Lars.
    Danke für diesen Inhalt!

    Könntest du auch einen Beitrag erstellen, wie man bei Twino seine Zinszahlungen korrekt ermittelt? Im Gegensatz zu Mintos wird im Kontoauszug nicht die Summe aller Zinsszahlungen in der ausgewählten Zeit dargestellt, d.h. muss man dies manuell über die Excel Datei durchführen?

    Antworten
  4. David
    David sagte:

    Hallo Lars,
    bzgl der ausländischen Kapitalerträge wird leider häufig die ausländische Quellsteuer völlig außer Acht gelassen.

    Im Fall von Mintos müsste z.B. die Lettische Quellsteuer auf Kapitalerträge in Höhe von 10% anfallen. Ich konnte bisher nicht in Erfahrung bringen, ob Mintos diese selber an den lettischen Fiskus abführt. Du schreibst oben selbst, dass auch ausländische P2P-Plattformen keinerlei Steuer für ihre Nutzer abführen. Falls dies tatsächlich der Fall sein sollte, ist man mit einer Steuererklärung, wie oben beschrieben, zwar mit dem deutschen Fiskus im Reinen, begeht aber in Lettland eine Steuerhinterziehung. Denn in Lettland muss man nach wie vor die Quellsteuer abführen (welche dann in der deutschen Steuererklärung wieder in Abzug gebracht werden kann)

    Dieses Problem scheint leider bei ausländischen P2P-Investitionen völlig übersehen zu werden.

    Weißt du hierzu Näheres?

    Viele Grüße

    David

    Antworten
    • Lars
      Lars sagte:

      Hi David,

      meines Wissens muss man sich bei P2P-Krediten um die Quellensteuer als Privatanleger keine Sorgen machen. Hier ein Artikel zu P2P und Quellensteuer aus UK.
      https://www.gov.uk/government/publications/revenue-and-customs-brief-2-2016-deduction-of-income-tax-at-source-from-payments-of-peer-to-peer-interest/revenue-and-customs-brief-2-2016-deduction-of-income-tax-at-source-from-payments-of-peer-to-peer-interest

      Vermutlich wäre das Thema andernfalls auch irgendwo mal aufgekommen, was aber nicht der Fall ist.

      Viele Grüße

      Lars

      Antworten
      • David
        David sagte:

        Hallo Lars,
        danke dir für die schnelle Antwort
        Der von dir verlinkte Artikel scheint meine Bedenken eher zu bestärken als zu widerlegen: Meinem Verständnis nach geht es hierbei nicht darum, ob ein Quellensteuer anfällt, sondern ob die P2P-Plattform dazu verpflichtet ist diese selber an den Fiskus abzuführen, bevor sie die Zinsen an den Verleiher ausbezahlt.

        Zitat: “interest payments made on P2P loans may be made without deduction of tax”. Dies bedeutet nur, dass die P2P Plattform die Zinszahlung in voller Höhe an den Verleiher auszahlen darf und nicht verpflichtet ist (wie z.B. Banken in Deutschland) die Kapitalertragssteuer vorher direkt abzuführen. Hierdurch entfällt aber nicht die Steuerpflicht des Begünstigten.

        Der Verleiher ist also weiterhin verpflichtet Quellensteuer zu entrichten, nur muss er hierzu die Zinserträge selber dem (ausländischen!) Finanzamt melden.

        Dies wird auch nochmal explizit bestätigt: “The interest that a UK lender receives from P2P loans is taxable in the same way as any other payment of interest.” Dies bedeutet also ganz klar, dass die Zinserträge aus P2P-Lending der britischen Kapitalertragssteuer unterfallen.

        Weiterhin: “This means that if a person receives interest without deduction of tax, it is their responsibility to notify HMRC of the income and to pay the correct amount of tax due.” Der Verleiher selbst ist demnach verpflichtet, seine Kapitalerträge dem britischen(!) Fiskus zu melden

        Ich vermute also weiterhin, dass es hier zu einer Steuerhinterziehung im Ausland kommt, wenn die P2P-Plattform die Quellsteuer nicht selbst abführt. Zumindest für Großbritannien lässt der von dir verlinkte Artikel diesbezüglich nun eigentlich keine Zweifel mehr zu.

        Ich habe mich an den Kundenservice von Mintos gewandt, um diese Frage für Lettland zu klären und werde dich bei Interesse auf dem Laufenden halten.

        Liebe Grüße

        David

        Antworten
        • Lars
          Lars sagte:

          Hi David,

          ich bin sehr gespannt auf die Antwort von Mintos. Teile sie hier unbedingt für die anderen Leser bzw. schick sie mir per Mail, dass ich sie in den Artikel einbauen kann.

          Viele Grüße

          Lars

          PS: Bei Viventor musst du im Vorfeld diverse Dokumente hochladen, damit die inländische Steuer nicht eingezogen wird. Aber scheinbar gilt das nicht für alle Plattformen.

          Antworten
          • David
            David sagte:

            Hallo Lars,
            danke dir für den Hinweis.

            Die Aussage, dass bei P2P-Krediten keine Quellsteuern anfallen, halte ich nach eigener Recherche inzwischen für richtig. Dies bedeutet aber nicht, dass keine Kapitalertragssteuer (im Ausland) anfällt. (Zur Erklärung: Quellsteuer bedeutet erst einmal nur, dass die Steuern automatisch an den Fiskus abgeführt werden. Eine Kapitalertragssteuer, kann als Quellsteuer ausgestalten sein, muss es aber nicht. Wenn die Kapitalertragssteuer nicht als Quellsteuer ausgestaltet ist, muss man also seine Einküfte selber dem ausländischen Finanzamt melden)

            Richtigerweise muss also die zentrale Frage lauten: Fällt eine Kapitalertragssteuer im Ausland an? (Wenn es sich hierbei um eine Quellsteuer handelt, ist man fein raus, da der P2P Anbieter die Steuer abgeführt hat. Wenn es sich nicht um eine Quellsteuer handelt, müsste man seine Einkünfte dem ausländischen (!) Finanzamt melden)

            Das Problem bei der Diskussion in dem von dir verlinkten Forum ist, dass den Beteiligten der inhaltliche Unterschied zwischen den Begriffen Quell- und Kapitalertragssteuer nicht ganz bewusst zu sein scheint.

            Von Mintos habe ich nach mehrmaliger Nachfrage folgende Aussage erhalten: “Derzeit müssen lettische Investoren keine Kapitalertragssteuer zahlen – nur die Einkommenssteuer. Es fallen keine andere Steuern an. Sie als Investor müssen die Steuern also nur in Deutschland zahlen.”

            Diese Aussage muss ich nun so hinnehmen. Laut BZSt (http://www.bzst.de/DE/Steuern_International/Auslaendische_Quellensteuer/auslaendische_quellensteuer_node.html) fallen in Lettland aber 10 % Kapitalertragssteuern an. Es kann natürlich sein, dass hier P2P-Kredite nicht darunter fallen.

            Was Großbritannien angeht bleibe ich aber, bei meiner Ansicht, dass hier grundsätzlich Kapitalertragssteuern zu entrichten sind. Aufgrund des hohen Freibetrages in GB (aktuell meines Wissens 11 000 GBP) ist dies für viele Anleger aber wohl irrelevant.

            Grüße

            David

          • Lars
            Lars sagte:

            Hi David,

            ich bin mir relativ sicher, dass sich das Thema irgendwann klarer herauskristallisieren wird, sofern der derzeitige Zulauf der Plattformen konstant bleibt und P2P weiterhin so beliebt ist. Deine Überlegungen haben also auf jeden Fall ihre Berechtigung.

            Mintos Antwort überrascht mich nicht 😉

            Viele Grüße

            Lars

  5. Alessio
    Alessio sagte:

    Hi Lars,

    this is great, it’s the first time I find information on P2P taxes in Germany!

    One question: do we have to pay the 25% even if we use the automated reinvest portfolios? With ETFs there are ways to postpone the taxes to when we actually realize the gain in our bank account (when we withdraw the capital from the ETF). Is this different with P2P because we are receiving an interest hence the capital gain is every year?

    Antworten
    • Lars
      Lars sagte:

      Hi Allesio,

      thank you for reading my blog. Yes, you have to pay (at this time) the 25% even if you reinvest. This is different to the ETF.

      Important is the moment of payout. ETF: no payout, direct reinvest (you have no opportunity here). P2P: Payout and reinvest (even if you don’t see it, but it comes on your account at first). If you have an ETF with payout, you have to pay the 25% too.

      Lars

      Antworten
  6. Alessio
    Alessio sagte:

    Also, I thought P2P gains would fall into the income tax, while instead you are saying they are taxed the same way as stocks (25%). So, from this point of view, there is no difference in the % taxation between stocks and P2P gains, correct?

    Antworten
  7. Hans Gurkler
    Hans Gurkler sagte:

    Hallo, weißt du wie der rechtliche Lage zwecks Stuer zu P2P Gewinnen (Zinsen) in Österreich damit ist?

    Müssen hier ALLE Zinsen oder nur die am Konto in Österreich eingelangten bei der EST-Erklärung eingetragen werden.

    Welches Formular wäre das?

    LG aus Salzburg!

    Antworten
    • Lars
      Lars sagte:

      Hallo Hans,

      nein, in Österreich kenne ich mich leider nicht aus. Da musst du dir andere Informationsquellen suchen 😉 Falls du eine findest, darfst du die aber gern hier für die anderen Österreicher posten.

      Viele Grüße

      Lars

      Antworten
  8. Jan
    Jan sagte:

    Moin Lars,

    sitze gerade das erste Mal an meiner P2P-Steuererklärung.

    Wie ich die Zinsen ermittle, habe ich dank deinem Blog schnell rausgehabt. Danke dafür!

    Frage: Muss ich irgendwelche Belege (PDF, XLS) an die Steuererklärung anhängen, oder geht das so durch?

    Viele Grüße
    Jan

    Antworten
    • Lars
      Lars sagte:

      Moin Jan,

      gerne doch. Schön, dass dir der Artikel helfen konnte.

      Zu deiner Frage: Wenn du über deinem Steuerfreibetrag liegst, werden sie Nachweise anfordern. Ich bin immer ein Freund davon, erstmal so wenig wie möglich mitzuschicken. Die wollen ja schließlich was von dir 🙂

      Grüße

      Lars

      Antworten
  9. Sebastian
    Sebastian sagte:

    Hallo Lars,

    erst einmal danke für deinen tollen Beitrag, hat mir schon sehr geholfen bei der Vorbereitung für meine Steuererklärung.

    Ich habe außerdem gerade gesehen, dass es bei Mintos mittlerweile eine Funktion gibt, mit der man sich einen Steuerbericht erstellen lassen kann. Eine kurze Erwähnung in einer News dazu gab es hier: http://blog.mintos.com/feburary-platform-improvements/ Dafür muss man in seine Kontoeinstellungen gehen. Dort sieht man rechts an der Seite die Überschrift “Tax Report” (weiß nicht, was auf deutsch steh, vielleicht “Steuerbericht”?) und einen Button “Submit”. Bin mal gespannt, was da zurückkommt 🙂

    Schöne Grüße,
    Sebastian

    Antworten
    • Lars
      Lars sagte:

      Hi Sebastian,

      gern geschehen. Schau ab und an mal wieder rein, ich versuche den Artikel und auch die Artikelserie aktuell zu halten.

      Danke für die Info zu dem Bericht. Das werden wir gleich mal testen.

      Viele Grüße

      Lars

      Antworten
  10. Thomas
    Thomas sagte:

    Hallo zusammen,

    wie werden denn die Gebühren zu den Auxmoney Krediten steuerlich bewertet? Kann ich die Gebühren, die ja direkt direkt in den ersten Monaten des Kredites an Auxmoney gezahlt werden, von meinen Zinseinnahmen abziehen?

    Danke und Gruß, Thomas

    Antworten
  11. Richter Chris
    Richter Chris sagte:

    Hi Lars,
    habe nun schon öfter gehört, dass man in Österreich keine Kapitalertragsteuer auf die Zinsen von Peer to Peer Lending Krediten zahlt, sondern, dass diese wie Arbeitseinkommen mit dem jeweiligen Grenzsteuersatz besteuert werden.

    Stimmt das?

    Danke,
    Chris

    Antworten
    • Lars
      Lars sagte:

      Hi Chris,

      ich kenne mich mit den Steuern in Österreich leider nicht aus. Aber frag doch mal in unserer Community. Dort sind sehr viele Investoren aus Österreich unterwegs und ich bin mir recht sicher, dass du dort eine Antwort finden wirst.

      Viele Grüße

      Lars

      Antworten
  12. Philipp
    Philipp sagte:

    Bei ZenCap erhält man übrignes auch eine rechte gute Übersicht, die man so einfach in der persönliche Steuererklärung angeben kann.

    Was ich aber derzeit wirklich noch problematisch sehe, ist, dass ich die Verluste nicht gegenrechnen darf. Mir erscheint das auch irgendwie nicht logisch – auf Gewinne darf ich steuern zahlen, wenn ich nach dem Inkasso-Prozess einen Verlust habe, dann ist das steuerlich egal. Nach dem Inkasso weiß ich ja, wie hoch der Verlust (reine Tilgung) ist. Totaler Schwachsinn diese Regelung.

    Antworten
    • Lars
      Lars sagte:

      Hi Philipp,

      danke für den Hinweis! Die Plattformen werden da aber allgemein immer besser, da sie gecheckt haben, dass das für Deutsche ein wichtiges Thema ist.

      Ich glaube, als diese Regelung erfunden wurde, war an P2P-Kredite noch nicht zu denken. Vielleicht sehen wir da in diesem Jahrhundert noch Änderungen 😉

      Viele Grüße

      Lars

      Antworten
      • Marcel
        Marcel sagte:

        Hallo,

        da möchte ich mich mal kurz einharken. Ich habe so den Eindruck, dass die Zinserträge vom P2P lending meinen ganzen Sparerpauschbetrag auffressen, aber durch die doch recht hohe Ausfallrate da unterm Strich nicht das allermeiste an Gewinn übrig bleibt.
        Unterm Strich muss ich also Gewinne versteuern, die ich so gar nicht habe, und nebenbei geht mir der Pauschbetrag flöten, den ich noch gut für andere Kapitalerträge brauchen könnte, die ich dadurch leider auch voll versteuern muss.
        Mich würde da mal eine beispielhafte Gegenrechnung interessieren.

        Gruß
        Marcel

        Antworten
          • Marcel
            Marcel sagte:

            Hallo nochmal,
            habe gerade beispielhaft die Besteuerung von meinen Bondora-Einnahmen 2017 durchgerechnet. An erhaltenen Zinsen muss ich 495€ versteuern, das wären bei 25% Kap-Steuer knapp 124€. Der eigentliche Deportwert ist im gleichen Zeitraum aber nur um 295€ gestiegen. Wenn ich jetzt die 124€ Besteuerung auf den tatsächlichen Wertzuwachs von 295€ anwende, komme ich auf einen effektiven Steuersatz von 42%. Gibt einem schon zu denken, vor allem weil der theoretisch sogar über 100% gehen kann, wenn es mal ganz schief läuft.
            Mir gefällt das Ganze nicht so recht.

          • Lars
            Lars sagte:

            Hi Marcel,

            bei Plattformen ohne Buyback trägst du das Verlustrisiko immer mit, welches du nicht gegenrechnen kannst. In einem schlechten Jahr kann dir das zum Nachteil werden, korrekt.

            Viele Grüße

            Lars

  13. Edjackson
    Edjackson sagte:

    Hallo Lars,

    vielen Dank für deine Erklärungen. Ich finde sie echt super.

    Eine Frage habe ich noch: wenn ich meinen Freibetrag bei einem Bank “eingestellt” habe z.b. ETF Sparplan bei Comdirect, aber ich sie nicht nutze (mich im Moment für Thesaurierung entschieden). Könnte ich ohne Problem den Freibetrag für P2P Kredite nutze, da ich ihn nicht bei ETFs nutze? Oder soll ich lieber von dem Bank löschen?

    Vielen Dank für deine Antwort!

    Edjacksom

    Antworten
    • Lars
      Lars sagte:

      Hi Edjacksom,

      das Finanzamt weiß ja gar nichts von deinen P2P Krediten. Du kannst den Freistellungsauftrag also einfach lassen. Den Freibetrag kannst du aber natürlich sehr wohl auch für die P2P Kredite nutzen. Das wird das Amt dann verrechnen, wenn du sie bei der Steuer annimmst.

      Viele Grüße

      Lars

      Antworten
  14. Bertold
    Bertold sagte:

    Hallo Lars,

    ich werde wohl zuerst mit Mintos starten. Dazu noch eine Frage: Benötigt man bei der Anmeldung eine Bescheinigung vom Finanzamt, dass man seine Steuern in Deutschland zahlt, damit nicht automatisch Steuern im Ausland abgeführt werden ?
    Gruß
    Bertold

    Antworten
    • Lars
      Lars sagte:

      Hi Josef,

      da bin ich steuerlich nicht fit genug, aber ich verfolge das Thema mal. Danke dir! Wenn es stimmen würde, sehe ich allerdings folgendes kritisch: “Danach liegt ein steuerbarer Verlust aufgrund eines Forderungsausfalls erst dann vor, wenn endgültig feststeht, dass (über bereits gezahlte Beträge hinaus) keine (weiteren) Rückzahlungen (mehr) erfolgen werden.” Dieser Fall ist bei mir (obwohl ich schon seit 2014 dabei bin) noch nie eingetreten. Noch nirgendwo ist ein Inkassoverfahren abgeschlossen, aus denen ja theoretisch noch Rückflüsse kommen können.

      Viele Grüße

      Lars

      Antworten
  15. Dimitri
    Dimitri sagte:

    Hallo Lars,

    zunächst ein mal vielen Dank für dein Blog, klasse Arbeit!

    Bin nun seit 2017 auch bei Mintos dabei mit kleineren Beträgen zum Testen.
    Wie läuft es denn genau mit der Steuer ab:

    Ich will es ja nicht auf mein Konto auszahlen lassen sondern paar Jahre laufen lassen, muss ich es jährlich versteuern? Oder erst beim Eingang auf mein Konto`? Nicht dass es doppelt versteuert wird…
    Hab nämlich mal Test Überweisung von Mintos auf mein Konto gemacht und dort stand man muss es melden…

    Antworten
    • Lars
      Lars sagte:

      Hi Dimitri,

      ich nutze die reguläre erste Variante, die auch in diesem Artikel beschrieben ist. Ich kriege aber immer mehr Mails zu dem Thema und viele nutzen auch den alternativen Weg. Die Entscheidung liegt wohl letztlich bei dir 😉

      Viele Grüß

      Lars

      Antworten
  16. Max
    Max sagte:

    Hi,
    guter Artikel. Eine Frage: muss ich einen Teil meines Sparerpauschbetrages freihalten oder reicht es, wenn ich ihn bei anderen Banken nicht ausgeschöpft habe?

    Beispiel:
    – Gesamtfreibetrag: 801€
    – beantragte Freistellung bei Bank A: 801€
    – Kapitalertrag bei Bank A: 700€
    – Kapitalertrag durch P2P: 100€

    Müsste ich die Freistellung bei Bank A also auf 700€ ändern?

    Beste Grüße
    Max

    Antworten
    • Lars
      Lars sagte:

      Hi Max,

      danke dir für deinen Kommentar! Nein, das musst du nicht. P2P Plattformen berücksichtigen keine Freistellungsaufträge. Du kannst das insgesamt dann mit deiner Steuererklärung verrechnen.

      Viele Grüße

      Lars

      Antworten
  17. Thomas
    Thomas sagte:

    Hallo Lars,

    ich bin seit 2017 in verschiedenen P2P-Plattformen investiert. Auch bei Mintos, welche aus meiner Sicht eine der besten überhaupt darstellt. Nun geht’s an die Versteuerung der Zinseinkünfte. Ich habe mir bei Mintos den Kontoauszug für die jeweiligen Erträge ausgedruckt. Ich habe aber nicht nur Investitionen in Euro, sondern auch in anderen Währungen (PLN, DKK, GEL). Auch hierfür habe ich die Zusammenfassungen ausgedruckt und würde diese mit beim FA einreichen. Welche Beträge schreibe ich aber bei den ausländischen Kapitalerträgen in die Steuererklärung ein? Eigentlich müssen alle Beträge addiert und als eine Gesamtsumme eingetragen werden. Ich könnte jetzt die jeweiligen Beträge nach dem aktuellen Kurs in EUR umrechnen. Geht das so?

    Bin gespannt auf Deine Antwort
    Gruß
    Thomas

    Antworten
    • Lars
      Lars sagte:

      Hi Thomas,

      danke für deine Nachricht. Leider habe ich hier keine persönlichen Erfahrungen, da ich im Bereich P2P nicht mit Fremdwährungen spekuliere. Soweit ich aber weiß gilt für die Erträge die steuerliche Umrechnung in Euro am Tag der Gutschrift. Dafür hat das Bundesfinanzministerium eine Tabelle herausgegeben. Das ist aber gefährliches Halbwissen! Um eine sichere Information zu erhalten, würde ich einmal beim Finanzamt anrufen oder deinen Steuerberater fragen, sofern du einen hast.

      Und, wenn du dann dein finales Ergebnis für die Community hier posten würdest, würdest du sicherlich hunderten von Anlegern mit deinen Erfahrungen helfen 🙂

      Viele Grüße

      Lars

      Antworten
  18. Nova
    Nova sagte:

    Ich habe einen Mitarbeiter vom Finanzamt gefragt: Er sagte ist unlogisch und überflüssig eine Steuererklärung abzugeben oder KAP , wenn man sowieso unterhalb des Freibetrags liegt.
    Nur wenn man deutlich drüber liegt dann JA!
    Vieleicht wenn man 1 mal drüber ist,eine KAP ausfüllen.
    Beim 2 mal wenn man drunter ist und in Zukunft so bleibt,dem Steuerberater mitteilen,ein Schreiben aufzusetzten an das Finanzamt,das der Betroffene in Zukunft drunter bleibt und keine KAP ausfüllen muss.
    Wäre eine Möglichkeit! Oder wenn man eine Steuererklärung machen muss,kann man ja gleich die KAP mitmachen(transparenz)
    Die aber auch im Einkommen drunter des Freibetrags sind,sollten sich sowas nicht antun!
    Ist meine momentane Meinung zu diesem Schmuddelthema!

    Antworten
    • Lars
      Lars sagte:

      Hi,

      klar, in erster Linie geht es um Transparenz. Das Finanzamt kriegt halt von deinem Einkommen im Ausland nichts mit, sofern du es nicht angibst. Ich denke, da wird jedes Finanzamt seine eigene Meinung zu haben.

      Viele Grüße

      Lars

      Antworten
    • Fredo
      Fredo sagte:

      Es gibt klare Regeln/Vorschriften, wann man aufgrund von Kapitalerträgen eine Steuererklärung abgeben muss, sprich eine Anlagen KAP ausfüllen muss.
      Und wann es sich lohnt, eine abzugeben, aber man dazu nicht verpflichtet ist.

      Aber so Aussagen wie “vielleicht wenn man 1 mal drüber ist…” klingen ziemlich schwammig für mich.

      Antworten
  19. Thomas
    Thomas sagte:

    Hi,

    ich (verheiratet) gebe seit Jahren eine Steuererklärung ab. Auch wenn wir wohl noch nicht den Freibetrag überschritten haben, hat es immer eine hübsche Rückerstattung gegeben. Und wenn man einmal beim FA gelistet ist, sollte man immer wieder eine Steuererklärung abgeben. Das bisschen KAP ist dann auch kein Problem mehr. Zumal es mit ElsterFormular sowieso recht easy ist.

    Nun zu meinem ursprünglichen Anliegen. In Bezug auf die Investitionen in Fremdwährungen bei Mintos habe ich mich nun ein bisschen schlau gemacht. Wenn auch nicht direkt über‘s Finanzamt oder einen Steuerberater. Ich denke aber, dass die Informationen ausreichend sind, wenn auch nicht offiziell und verbindlich.

    Zunächst stehen in folgendem Dokument vom Bundesfinanzministerium die wesentlichen Informationen:

    BMF v. 18.01.2016 – IV C 1 – S 2252/08/10004 :017 BStBl 2016 I

    Findet man bei Tante Google. In den Absätzen 85 und 247 steht das Nötigste dazu. Die Umrechnungskurse (Devisenbriefkurs) sind also demnach für das jeweilige Datum herauszusuchen, an dem die Zinsen gezahlt wurden. Die Kurse kann man z. B. hier entnehmen:

    http://sdw.ecb.europa.eu/browse.do?node=9691296

    Dort im Filter die Frequenz auf “[D] Daily” setzen und dann die jeweilige(n) Währung(en) und den Zeitraum auswählen. GEL gibt es dort leider nicht. Hier kann man unter

    https://www.oanda.com/lang/de/fx-for-business/historical-rates

    fündig werden. Hier werden aber nur die Kurse der letzten 180 Tage angezeigt (kostenlose Version mit eingeschränkten Funktionen). Dann die Währung und den Zeitraum auswählen. Dann muss man sich die einzelnen Kurse rausschreiben. Ist etwas zeitraubend. Aber mit LibreOffice (Excel geht auch :)) vereinfacht sich dann zumindest die Umrechnung und die Ausgabe der jeweiligen relevanten Euro-Beträge. Die Zinszahlungen kann man sich bei Mintos als Excel-Daten ausgeben lassen. Ich habe also alle Euro-Beträge (auch die meiner anderen P2P-Plattformen) zusammengerechnet und in der Steuererklärung unter „ausländische Kapitalerträge in KAP“ eingetragen. Eine zusätzliche Zusammenstellung der Euro-Beträge habe ich zwar vorbereitet, wurde aber vom Finanzamt nicht abgefordert. Ich habe (wie im ElsterFormular empfohlen) KEINE einzigen Belege mitgeschickt. Die Steuerrückerstattung ist inzwischen erfolgt, sodass ich von einer erfolgreichen Aktion ausgehe.

    Interessant ist noch der Zeitraum für die steuerrelevanten Beträge bei Mintos. Ich dachte zunächst, dass man als Zeitraum für den Kontoauszug 01.01.17 bis 31.12.17 angeben muss. Da ergaben sich aber andere Beträge als die von Mintos per E-Mail zugesandten (TaxReport). Auf Nachfrage bei Mintos (super Support übrigens) sagte man mir, dass die Zinsen immer etwas verspätet gezahlt würden (10 Tage). Von daher ist folgender Zeitraum zu berücksichtigen: 11.01.2017 – 10.01.2018. Dann stimmte es wieder überein.

    Das sind zumindest meine Erfahrungen. Vielleicht ändert sich die Situation, wenn man (auch durch die ausländischen Kapitalerträge) über den Steuerfreibetrag hinaus kommt.

    Antworten
  20. Sven
    Sven sagte:

    Hey, wollte mal wissen, ob es erst ab der auszahlung Steuerpflichtig ist und somit das anhäufen des Geldes auf dem Konto nicht versteuert werden muss?
    Danke im vorraus

    Antworten
  21. MP
    MP sagte:

    Moin,
    heißt das erst wenn ich das Geld im Ausland abziehe muss ich das bei der Steuererklärung angeben ?
    Solange das Geld und alle Gewinne drauf bleiben brauche ich nichts zu tun ?

    Danke

    Antworten
    • Lars
      Lars sagte:

      Hi Thomas,

      ich denke nicht. Solange du alles nachweisen kannst ist das kein Problem. Oberhalb der Grenze sind es vermutlich dann selbstständige Einnahmen würde ich schätzen. Alle Angaben ohne Gewähr 😉

      Viele Grüße

      Lars

      Antworten

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