Warum du automatisiert investieren solltest

Viele meiner Leser setzen auf das automatisierte Investment. Vor einigen Jahren noch, war dieser Begriff noch nicht wirklich gelĂ€ufig. Was hat sich (vor allem in Bezug auf P2P) geĂ€ndert? Wieso ist automatisiertes Investieren eigentlich heutzutage eine so gute Möglichkeit, um Vermögen aufzubauen? DarĂŒber möchte ich einmal mit dir anhand eines Beispiels der Plattform Bondora diskutieren.

Wie war es damals eigentlich?

Ich kann mich noch gut an meine Ausbildungszeit erinnern, wo ich als junger Azubi mit den Ă€lteren Kollegen am FrĂŒhstĂŒckstisch saß und sie ĂŒber die Wirtschaft und ihre Investments hab reden hören. Mich hat dieses Thema zu der Zeit extremst gelangweilt. Das lag vor allem daran, dass ich keinen Plan davon hatte. Abgesehen davon, hatte ich eh keinen Cent ĂŒber, um mir darĂŒber groß Gedanken zu machen. Wozu auch? Ich war jung und hatte andere Dinge im Kopf. Und nein, ich bin jetzt nicht alt 😉

Einige von meinen Ă€lteren Kollegen aber, waren tatsĂ€chlich sehr aktiv, was das Investment angeht. Sie checkten tĂ€glich die Kurse, unterhielten sich stĂ€ndig darĂŒber und gaben sich gegenseitig „Investment-Tipps“. Sie setzen fast alle ausschließlich auf Einzelaktien und teilweise aktive Fonds und investierten sehr viel Zeit in ihr „Hobby“. Da ich in einem IT-Unternehmen aufgewachsen bin, ging es auch hauptsĂ€chlich nur um Aktien dieser Branche. BranchenĂŒbergreifende Diversifikation Fehlanzeige. Keiner von ihnen kannte damals automatisiertes Investment. Ich glaube, dass Angebot war zu dieser Zeit auch nicht wirklich groß, wenn ĂŒberhaupt vorhanden. Nur allzu oft habe ich aber lange Gesichter gesehen, als Geld verloren wurde, bzw. bei sinkenden Börsenkursen Positionen verkauft wurden, die noch ein paar Tage zuvor heiß diskutiert wurden.

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Und dann kam FinTech

Der Begriff FinTech kam erst vor einigen Jahren auf und steht fĂŒr „Finanztechnologie“. Ich habe ihn auch erst kennengelernt, als ich mich etwas nĂ€her mit meinem Geld beschĂ€ftigte. Gemeint sind damit moderne Lösungen, die (unter anderem) dem Endkunden das Leben einfacher machen sollen und im Endeffekt Zeit sparen. Zu diesen Lösungen gehören auch die sogenannten Robo-Advisor, welche derzeit in den verschiedensten Formen aus dem Boden schießen.

Ein Beispiel fĂŒr einen Robo-Advisor ist z.B. Vaamo. Vaamo bietet eine automatisierte Investmentlösung (hier findest du weitere Informationen) auf ETF-Basis und ist somit auf die Börse ausgelegt. Die Tools, die uns interessieren und mit denen wir uns beschĂ€ftigen, sind natĂŒrlich die Portfolio-Builder, welche es in den verschiedensten Varianten gibt. Einige sind detailliert einstellbar und man kann sie parallel laufen lassen (wie z.B. Mintos). Andere wiederrum benötigen nur einen einzigen Knopfdruck und investieren fĂŒr dich ihr Geld (wie z.B. Bondora). Wo du investierst, hĂ€ngt von deinem persönlichen Geschmack als auch ein wenig mit deinem Kontrolldrang zusammen.

Manuelles Investment

Eine persönliche Anekdote aus der Vergangenheit: Wie du vielleicht weißt, habe auch ich jahrelange Erfahrungen im manuellen Investment sammeln können. Zwar nicht so klassisch wie manuelles Trading an der Börse, aber vom Prinzip her war es ganz genau das Gleiche. Zusammengefasst: Ich habe Geld durch Trading an englischen Sportbörsen verdient (ja, du hast richtig gehört).

Diese sind allerdings nicht zu vergleichen, mit den herkömmlichen Online-Buchmachern. Auch dort gibt es einen Kauf- und Verkaufspreis und einen entsprechenden Spread dazwischen. Nun, ich habe ziemlich exzessiv Zeit damit verbracht, mir ein System aufzubauen, womit ich erfolgreich an den Sportbörsen Geld verdienen konnte. Nicht weil ich sĂŒchtig war, sondern weil ich wusste, dass es funktioniert, da es genĂŒgend Vorbilder aus Großbritannien gab. Ca. 1 Jahr, gespickt mit unzĂ€hligen schlaflosen NĂ€chten, BĂŒchern ĂŒber Wahrscheinlichkeitsrechnung und einigen Stunden der Freude (wenn was funktioniert hat) und Trauer (wenn ich viel Geld verloren hatte) habe ich gebraucht, um dieses Ziel zu erreichen. Es war zur meiner absoluten Expertise, meiner Passion geworden. Zwar experimentierte ich auch mit AusflĂŒgen an die Börse, jedoch war das die pure Langeweile gegenĂŒber den SportmĂ€rkten aus England und so blieb ich ĂŒberwiegend dort.

Gute Renditen zu einem hohen Preis?

Danach war es tĂ€gliche Arbeit. Analysen erstellen (2 Stunden), Wetten platzieren (1 Stunde), Wetten begleiten (5 Stunden) und das tĂ€glich neben der normalen 40-50 Stunden Woche eines Arbeitnehmers. NatĂŒrlich musste man sich auch tĂ€glich vor Mann und Maus rechtfertigen, warum man das Ganze ĂŒberhaupt macht. Kurz bevor ich mit den Sportwetten aufhörte, verdiente ich monatlich so viel wie in meinem damaligen Job und spielte mit EinsĂ€tzen bis in den hohen 4-stelligen Bereich. Der Preis allerdings war nicht nur finanziell teilweise sehr hoch. Denn nicht jeden Monat funktionierte es gleich gut. Manchmal saß ich auch knapp 200 Stunden im Monat daran um am Ende des Monats mit 3000 EUR im Minus nach Hause zu gehen, alles umsonst, Lebenszeit verbrannt. Ebenso ergeht es vielen Tradern an der Börse. Ein Aspekt, der nach 3 Jahren fĂŒr mich nicht mehr tragbar erschien und ich entschied mich, Abstand von jeglichem manuellen Investment zu nehmen.

Automatisches Investment

Seitdem bin ich generell ein Freund davon, Dinge zwar möglichst zu verstehen (mir reichen allerdings die 80%, streng nach Vilfredo Pareto), aber nicht davon, mich den ganzen Tag mit ihnen zu beschĂ€ftigen. Meine Investments sind inzwischen so ein Thema. Egal ob es um P2P-Kredite, ETFs oder Einzelwerte an der Börse geht. Wenn ich mir die Grundlagen angeeignet habe, setze ich im zweiten Schritt darauf, so viel wie möglich zu automatisieren. NatĂŒrlich muss ich mich fĂŒr den Blog ein bisschen tiefer mit P2P Krediten auseinandersetzen, als fĂŒr mein Investment erforderlich, aber dieses „Hobby“ ist strikt getrennt von meinem privaten Investment.

Das automatische Investment kann dir also sehr viel Zeit ersparen. NatĂŒrlich wirst du auch hier am Monatsende mal in den roten Zahlen sein (und bei ordentlichem Vermögen nicht zu knapp), das ist vermutlich nicht zu vermeiden. Jedoch immer mit dem guten Gedanken, dass du keine 5 Minuten deines Lebens dort hinein investiert hast und es (vermutlich) kein Dauerzustand sein wird.

Bondora – Ein Beispiel fĂŒr automatisiertes Investment

Ich schreibe sehr wenig ĂŒber Bondora, obwohl ich dort den Großteil meines P2P-Vermögens liegen habe. Das liegt aber einfach daran, dass es sehr wenig zu berichten gibt und ich das Portfolio von Bondora auch (noch) nicht öffentlich fĂŒhre. Als Beispiel fĂŒr mein automatisiertes Investment ist die Plattform aber prĂ€destiniert. Bondora war fĂŒr mich die erste P2P-Plattform, die ich automatisiert und ein Jahr lang aktiv bespart habe. Vollkommen auf Autopilot. Der Vermögensaufbau lĂ€uft von Beginn an bis zum heutigen Tag eigentlich absolut problemlos.

Vor knapp 3 Wochen kam dann eine Nachricht, die viele Investoren sehr negativ aufgefasst haben. Die Betreiber der Plattform haben sich dazu entschieden, den manuellen PrimÀrmarkt vollkommen abzustellen. Es gab sehr viele Beschwerden, dass so gut wie keine Kredite mehr auf dem Erstmarkt zum Verkauf standen. Mitunter ist die Ursache darin zu finden, dass immer mehr Investoren den Portfolio-Builder nutzen und dieser den manuellen Investoren das gesamte Angebot klaut. Im Folgenden siehst du eine Grafik, wie bei Bondora investiert wird:

Bondora
Quelle: https://www.bondora.com/blog/loan-funding-per-channel-bondora/

Maschinen sind halt in der Regel deutlich schneller als Menschen. Es ist also aus meiner Sicht ein logischer nĂ€chster Schritt fĂŒr die Plattform zur Automatisierung, denn was will man mit einem PrimĂ€rmarkt, wenn er eh nicht nutzbar ist? Hier geht es zum Artikel ĂŒber die Aufteilung nach Investitionskanal bei Bondora. API steht ĂŒbrigens fĂŒr „Application Programming Interface“ und bezeichnet eine Programmierschnittstelle, ĂŒber die es möglich ist, auf einen Pool von bereitgestellten Funktionen zuzugreifen. Im Falle Bondoras können also Drittdienstleister die Funktionen des Portfolio-Builders steuern und somit das Angebot von Bondora modifizieren. BeePlus nutzt beispielsweise die Bondora API.

P2P Plattformen mĂŒssen sich stĂ€ndig weiterentwickeln

Weiterhin ist Bondora ein sehr guter „Richtpfeiler“. Ich bin nun seit 2014 dort und habe schon einiges an Entwicklung gesehen. Zu Anfang gab es noch einen gut gefĂŒllten PrimĂ€rmarkt und einen recht komplizierten Portfolio-Builder den man im tiefsten Detail einstellen konnte. Wer die erste Auflage unseres P2P-Ratgebers besitzt, wird sich noch an diesen „antiken“ Screenshot erinnern. Man konnte aus vier vorgefertigten Portfolien wĂ€hlen, diese Mischung aber auch manuell steuern. Du konntest also selbst entscheiden, wieviel Geld du in welche BonitĂ€tsklasse investieren wolltest.

Bondora
Quelle: Investieren in P2P-Privatkredite Auflage 1

Heute sieht er so aus:

Bondora
Quelle: Mein Bondora Investoren-Dashboard

Es kann nur noch ĂŒber einen Slider eingestellt werden, auf welche Art man investieren möchte, die Mischung selbst kann man aber nicht mehr bestimmen. DafĂŒr ist es heute allerdings möglich, auch mit dem Portfolio-Builder auf dem Zweitmarkt zu investieren, was meines Wissens nach, noch keine andere Plattform kann. Die gesamte Palette der neuen Funktionen (es sind verschwindend wenige) kannst du hier nachlesen.

ZusĂ€tzlich dazu hat Bondora seine gesamte Website mit der Zeit ĂŒberarbeitet und voll auf Automation ausgerichtet. Ein Schritt der von vielen kritisch gesehen wird, fĂŒr mich aber vollkommen verstĂ€ndlich erscheint und den ich auch durchaus begrĂŒĂŸe. Monatlich prĂŒfe ich meine Zahlen und schaue ob das Bondora-Investment gut lĂ€uft. Von Beginn an lagen die XIRR-Abweichungen im Bereich von maximal 1 – 2 Prozent. Und das ist auch schon alles, was mich interessiert.

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Fazit

Du wirst vermutlich aus meinem Beitrag meine Meinung zu dem Thema schon erkannt haben. Ich verfolge aufgrund meiner persönlichen Erfahrungen ganz klar das automatisierte Investment. Aus diesem Grund mag ich beispielsweise auch Bondora sehr und beteilige mich eher nicht an den Kontroversen und Beschwerden zu der Plattform. Solange das Konzept fĂŒr mich funktioniert, darf Bondora gerne so viel automatisieren, wie sie möchten. NatĂŒrlich wĂŒrde mich deine Meinung zu dem Thema sehr interessieren. Warum investierst du automatisiert oder warum nicht? Schreib es unbedingt in die Kommentare.

Wenn dir mein Artikel gefallen hat und du dich bei Bondora anmelden willst, kannst du das hier tun. Über meinen Link kannst du vollkommen risikolos starten, da du 5 EUR geschenkt bekommst. Der erste Kredit ist somit schon bezahlt.

Wie siehst du die Automatisierung von P2P Plattformen? Schreib es in die Kommentare!

Beitragsbild: pixabay.com (Creative Commons CCO)

Von mir getestete P2P Plattformen

4 Comments

  1. Phil said:

    Hallo Lars,

    In meinem Bondora-Portfolio gibt es mittlerweile eine gehörige Portion von ĂŒberfĂ€lligen Krediten. Ich habe versucht einige davon zu verkaufen, aber ohne Erfolg. Wie gehst Du mit sowas um? HĂ€ltst Du Deine ÜberfĂ€lligen oder verkaufst Du Sie? Wieviel Rabatt verwendest Du?

    Viele GrĂŒĂŸe

    Phil

    November 13, 2016
    Reply
    • Lars said:

      Hi Phil,

      das ist bei mir ebenso und ich habe anfangs versucht mit VerkĂ€ufen rumzuexperimentieren. Mir persönlich war das Ganze aber viel zu unentspannt, daher verfolge ich inzwischen auch auf P2P-Plattformen stures Buy and Hold solange die Rendite stimmt. Maßgeblich hĂ€ngen die VerkĂ€ufe an deinem Discount. Ich hatte zuletzt mit 30% „rumgespielt“.

      Viele GrĂŒĂŸe

      Lars

      November 13, 2016
      Reply
  2. Phili said:

    Thanks. Bondora schaue ich mir gerne Mal an. Zur Zeit investiere ich automatisiert in Fellow Finane.

    November 13, 2016
    Reply
    • Lars said:

      Hi Philip,

      mach das mal. Ich bin gespannt, ob dir die Plattform gefĂ€llt. Fellow Finance steht auch noch auf meiner Liste 😉

      Viele GrĂŒĂŸe

      Lars

      November 13, 2016
      Reply

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