p2p kredite risiko

Heute soll es mal um ein etwas ernsteres Thema gehen. Und zwar die Frage: “Was passiert eigentlich mit deinen P2P Konten, wenn du stirbst?” Anlass für diesen Artikel waren einige Leserfragen und auch das letzte Seminar zum Thema Hochdividendenwerte von Luis Pazos, bei dem ich zu Gast war. Auch dort ging es viel um Anlagen im Ausland und ich stellte am Ende die Frage, wie das Vermögen im Todesfall abgesichert ist. Es gab bei keinem der Teilnehmer eine hilfreiche Reaktion dazu, wohl aber einige ernste Gesichter, was verdeutlicht, dass es sich hier um ein großes Risiko für dein Vermögen handelt. Dieses Thema essentiell wichtig, wie du im späteren Verlauf des Artikels selbst erkennen wirst. Ich bin mir also ziemlich sicher, dass fast jeder am Ende etwas für sich mitnehmen wird.

Warum ist diese Frage eigentlich so wichtig?

Berechtigt, denn uns passiert ja sowieso nie was oder? Auch ich denke meist so. Eine fiese Fieberkrankheit (vermutlich Dengue Fieber) auf der indonesischen Insel Lombok änderte diese Meinung 2016 bei mir. Mir ging es dort wochenlang ziemlich schlecht. Ich hatte extrem hohes Fieber, mit wir war absolut nichts anzufangen und selbstständige Fortbewegung war an einigen Tagen so gut wie unmöglich. Zusätzlich dazu war ich (wie immer) weit abseits jeglicher medizinischer Versorgung. Zu diesem Zeitpunkt hatte ich mich noch nie um das Thema gekümmert, was mir dort schmerzlich bewusst wurde, als ich nicht wusste, wann sich mein Zustand wieder bessert. Hätte es mich dort dahingerafft, wüsste fast niemand etwas über meine Investitionen im Ausland. Und selbst, die die es wussten, hätten nicht gewusst, wie sie da dran kommen oder damit umgehen.

P2P Kredite Risiko

Quelle: Sonnenaufgang in der Gerupuk Bay auf Lombok. Weit entfernt von jeglicher Zivilisation

Natürlich sprechen wir hier oft über passives Einkommen, die Erhöhung der finanziellen Freiheit etc. Aber wenn wir mal ehrlich zu uns sind, für wen sparen und investieren wir eigentlich? Die meisten von uns werden ihr angelegtes Vermögen bis zu ihrem Todeszeitpunkt (hoffentlich) nicht verkonsumieren und somit sind es auch unsere Nachkommen und Angehörigen, für die wir mitinvestieren. Unser bis zum Tod gespartes Vermögen kann einen eklatanten Unterschied im Leben unserer Angehörigen machen und es wäre absolut fahrlässig, dieses einfach wegzuwerfen. Denn genau das tun wir, wenn wir niemanden darauf vorbereiten, mit der Situation umzugehen und keine Maßnahmen ergreifen, die den Fall der Fälle abdeckt.

In diesem Sommer 2016 habe ich mich also entschieden, einen Prozess zu bauen, der dafür sorgt, dass meine Angehörigen wissen, wie sie mit meinen Investments und den P2P Krediten im Speziellen umgehen sollen. Und diesen Prozess möchte ich heute gerne mit dir teilen.

ᐅ Bleib auf dem Laufenden
Kennst du schon meine Facebookseite? Wenn nicht, abonniere sie hier und ich informiere dich regelmäßig über interessante Neuigkeiten!

Aber die Plattformen bekommen meinen Tod doch mit oder nicht?

Diesem Irrglauben scheinen manche Investoren natürlicherweise zu unterliegen, da es in Deutschland der Fall ist (auch wenn es Jahre dauern kann). Faktisch ist es aber nicht so, da für die Plattformen selbst, ausländische Bankkonten an die jeweiligen virtuellen Accounts gekoppelt sind. Ich habe bei einigen Plattformen nachgefragt und hier mal exemplarisch 2 Antworten auf die Frage, wie sie mit dem Tod eines Investors umgehen:

Viainvest:
“According to the Civil Law of the Republic of Latvia (where VIAINVEST is headquartered), if a person does not have any inheritors or no inheritors apply for the inheritance within one year, the property of this person automatically is being transferred to the state of this person’s citizenship. VIAINVEST is obliged to hold on to investor account and funds until the state reaches out to us, with an official confirmation of the death and the confirmation of inheritance, to transfer the funds. Please keep in mind that this is extracted from Latvian legislation and procedure may vary in different countries, as inheritance cases are mostly managed in accordance with a country of investors citizenship.”

Swaper:
“In such cases we look at the circumstances. We hold on to the funds until court appointed representative or heir informs us about fund release.”

Übersetzt bedeutet das Ganze also, dass die Plattformen nichts machen, solange niemand Anspruch auf die Konten erhebt. Denn eine Meldepflicht wie bei uns, gibt es zwar Baltikum, aber nicht für ausländische Konten. Das Problem hierbei ist, bei 10 – 20 P2P Plattformen haben deine Angehörigen hier mächtigen Spaß. Zusätzlich dazu gibt es dann vielleicht noch weitere virtuelle Konten, Kryptowallets und weiß der Geier was. Überleg dir gut, ob du deinen Angehörigen, die keine Ahnung von dem haben, was du da täglich treibst, das aufbürden möchtest.

p2p kredite

Mein Workaround für diesen Fall

Für mich war die Antwort direkt klar. Die Menschen um mich herum, haben in dieser Situation sicher andere Sachen zu tun, als sich mit unzähligen Plattformen rumzuschlagen. Ich habe mir daher folgendes überlegt, was du für dich problemlos übernehmen kannst.

1. Wähle 1-2 vertraute Personen aus und bereite sie vor

Zuerst einmal musst du schauen, wer die Personen sind, die dein Vermögen im Falle deines Todes verwalten sollen. In vielen Fällen wird das der Ehe- oder Lebenspartner (besser aber noch eine zusätzliche Person) sein. Diese Personen müssen wissen, was auf sie zukommt. Du kommst hier also nicht umhin, ihnen einen Crashkurs dahingehend zu geben, wie sie mit den einzelnen Investments umgehen sollen. Zumindest solltest du ihnen erklären, wie sie das Vermögen weiter verwalten und auszahlen können.

Ich bin ein großer Freund von Prozessen, daher habe ich Anleitungen geschrieben. Ändert sich also die Vertrauensperson in meinem Umfeld, braucht die neue (sofern es eine gibt) nur die Anleitung. Praktischerweise habe ich dazu auch noch einen Blog über P2P Kredite 🙂

2. Kontovollmachten vergeben

Der Dreh- und Angelpunkt für deine Hinterbliebenen sind deine deutschen Bankkonten und Depots. Hinterlege hier Vollmachten für deine Angehörigen. Es gibt hier verschiedene Varianten, aber ich zeige dir hier den Weg bei meiner Hausbank, der DKB. Unterschieden wird hier in 2 verschiedene Arten der Vollmacht.

  • Todesfallvollmacht
  • Allgemeine Kontenvollmacht
P2P Kredite Risiko

Quelle: Arten der Vollmacht bei der DKB

Todesfallvollmacht:
Hier bekommt der Bevollmächtigte im Falle deines Todes Zugriff auf das Bankkonto gegen Vorlage einer amtlichen Sterbeurkunde. Das eignet sich gut, wenn man verheiratet ist oder in einem großen Familienbund lebt.

Allgemeine Kontenvollmacht:
Bei der allgemeinen Kontenvollmacht bekommt der Bevollmächtigte schon zu deinen Lebzeiten einen eigenen Zugang, eigene Karten etc. wenn du das möchtest. Diese Variante eignet sich gut für Menschen, die nur in einer normalen Partnerschaft leben. Denn hier ist es mit der Sterbeurkunde (meines Wissens) nicht so einfach. Da dies bei mir der Fall ist, bin auch ich diesen Weg gegangen.

3. Zugänge und SPoC

Nun haben deine Angehörigen schon einmal Zugriff auf deine Bankkonten und Depots. Aber wie kommen sie an die P2P Plattformen und die ganzen Zugänge? Hier benötigst du einen sogenannten SPoC, einen “Single Point of Contact”. Also nur einen einzigen Ort, an den sich deine Angehörigen wenden müssen, um Zugriff zu erlangen. Ich habe hierfür den Keyword-Tresor LastPass gewählt, denn hier sind meine gesamten persönlichen Zugangsdaten gespeichert und er ist in der Basisversion (die vollkommen ausreicht) kostenlos.

LastPass hat nun eine tolle Funktion, die “Notfallzugriff” heißt. Hiermit legst du eine oder mehrere Personen fest, die diesen beantragen dürfen. Der Notfallzugriff sorgt dafür, dass dein gesamter Tresor an die festgelegten Personen freigegeben wird, wenn du dem beantragten Notfallzugriff nicht widersprichst. Bei mir ist es so konfiguriert, dass der Notfallzugriff erteilt wird, wenn ich mich nach 48 Stunden nicht melden sollte.

P2P Kredite Risiko

Quelle: Screenshot aus der Notfallzugriff-Funktion aus Lastpass

Ich hab LastPass die letzten Jahre ziemlich liebgewonnen, denn es sorgt nicht nur für Sicherheit bei diesem unschönen Thema, sondern erleichtert mir mit seiner Integration auf Handy, Notebook und Tablet auch noch enorm meinen Alltag. Alternativen zu LastPass zeige ich dir auch gleich noch auf.

4. Das Notfalldokument

In meinem LastPass-Tresor sind mittlerweile über 500 Zugänge gespeichert. Jemand, der sich dort nicht zurecht findet, wird untergehen. LastPass bietet aber eine Volltext-Suche an. Hier kannst du einem Element einen eindeutigen Namen vergeben, welchen deine Angehörigen nur eingeben müssen und sie gelangen direkt an den zentralen Punkt. Diesen wiederrum habe ich mit einem Dokument verknüpft, in dem ALLE wichtigen Dinge stehen. Bei mir ist es ein Dokument in Evernote, aber es kann auch überall sonst abgelegt werden. Wichtig ist nur, dass die Verlinkung aus LastPass zum Dokument funktioniert.

P2P Kredite Risiko

Quelle: Der Weg zum Notfalldokument. Ein Wort, ein Ergebnis

Halte deine Daten aktuell

So, dass war erstmal eine Menge Stoff, den es nachzubauen gilt und was dir einiges an Hirnschmalz abverlangen wird. Jetzt kommt eine gute und eine schlechte Nachricht. Wie immer die schlechte zuerst: Einmal aufgesetzt bedeutet das nicht, dass die Arbeit aufhört, denn das Notfalldokument muss immer aktuell gehalten werden. Deinen Angehörigen bringt es nichts, wenn du vor 10 Jahren eine Anleitung erstellt hast, wovon 80% des Inhalts veraltet ist. Mache es dir also zur Gewohnheit diese Daten quartalsweise (oder wann auch immer) zu überprüfen. Nur mach es!

Aber nun gibt es auch eine gute Nachricht. Durch diesen Prozess hast du eine Automatisierung geschaffen, die es deinen Angehörigen im Falle deines Todes ermöglicht, sich eigenständig mit deinen Daten auf die P2P Plattformen einzuloggen und auf die normal angebundenen Konten auszuzahlen, so, als wenn du noch leben würdest. Sie müssen sich also nicht erst wochenlang mit den Rechtsabteilungen der Plattformen herumschlagen. Denn ich vermute, so ganz reibungslos wird das fast nirgendwo funktionieren.

Alternativen zu LastPass

Wenn du LastPass warum auch immer nicht vertraust, kannst du auf folgende Tools zurückgreifen:

KeePass habe ich selbst eine lange Zeit genutzt, bin aber aus Bedienungs- und Komfortgründen zu LastPass gewechselt. Das ist aber schon mehrere Jahre her, vielleicht hat sich KeePass mittlerweile gewandelt. SecureSafe wurde mir von Daniel Korth, dem Finanzrocker empfohlen. Diese Software kostet ab 50 Zugängen zwar Geld (wäre daher nichts für mich), hat jedoch den großen Vorteil, dass das Sicherheitsniveau sehr hoch sein soll (zumindest werben sie damit). Wenn du dich nicht entscheiden kannst, teste einfach alle 3 Varianten und wähle am Ende die beste für dich aus. Aber wähle sorgfältig! Denn eine Umstellung auf ein anderes System ist mit einem enormen Aufwand verbunden. Das weiß ich leider aus eigener Erfahrung.

ᐅ Diskutiere mit anderen Investoren
Tritt jetzt der größten deutschen P2P Community bei! Diskutiere mit mehr als 2500 anderen Investoren und auch den Plattformen über deine Erfahrungen und profitiere vom Schwarmwissen.

Fazit zu diesem meist unbeachteten P2P Kredite Risiko

Zwei Dinge sind sicher im Leben sagt man: der Tod und die Steuern 🙂 Bei zweiterem gibt es immer mehr Möglichkeiten, das zu ändern, aber bei ersterem sieht es wohl demnächst erstmal mau aus. Es ist also ein wichtiges Thema, auf das sich jeder vorbereiten sollte. Mit meinem gezeigten System haben deine Hinterbliebenen nach deinem Tod Zugriff auf deine Konten, können Zugriff auf deine Passwörter anfordern und haben eine Anleitung, wie sie all das benutzen können. Du kannst meinen Ansatz hier gern übernehmen und wenn du Fragen dazu hast (und das hast du bestimmt), schreibe sie in die Kommentare und ich erweitere den Artikel an den passenden Stellen dazu gern.

Nun bin ich aber sehr gespannt, wie du das Thema für dich gelöst hast und ob du es überhaupt gelöst hast. Schreib es unbedingt in die Kommentare!

Beitragsbild: pixabay.com @ niekverlaan (Creative Commons CCO)

Von mir getestete P2P Plattformen

Hier gehts zur Übersicht

Hol dir JETZT das P2P Investoren-Telegramm


24 Kommentare
  1. tbee
    tbee sagte:

    Ich habe mir vor kurzem auf dem “Höhepukt” meiner Grippe und Lungenentzündung auch meine Gedanken dazu gemacht – mein Passwordmanager ist Keepass da ich keine Cloud Lösung möchte macht das aufwendeiger aber im Prinzio ähnlich – mit dem Dokument stehe ich noch am Anfang da muss ich noch was tun….
    Aber “aussitzen” ist bei dem Thema (wie bei den meisten unangenehmen Dingen eben) auch keine gute Idee. Geht ja nicht nur um die P2P Kredite sondern auch um den ganzen “Rest” wie Depots/Konten/Versicherungen etc…

    Antworten
    • Lars
      Lars sagte:

      Absolut, mit KeePass funktioniert das Ganze auch, ich weiß nur nicht, wie es da mit dem “Notfallzugriff” laufen würde. Mach das Dokument unbedingt so schnell wie du kannst. Selbst wenn es erstmal nur eine rudimentäre Version mit den wichtigsten Informationen ist, kann auch das schon sehr helfen. Das Versicherungsthema habe ich einfach gelöst, indem ich keine Versicherungen habe, deutsche Depots bekommen mit wenn du stirbst, allerdings sollten deine Angehörigen natürlich trotzdem wissen, wie sie damit umgehen.

      Antworten
  2. Christian
    Christian sagte:

    Hi Lars,

    danke für den Artikel – top. Auch wenn jeder diesen Prozess für sich selbst definieren und aufsetzen muss, geht es mal vorrangig um Bewusstseinsbildung. Und gerade wenn man die vielen Möglichkeiten des Investierens in der heutigen, modernen Welt nützen möchte, kommt man (zumindest derzeit) nicht umhin, sich diese Zeit nehmen und für den hoffentlich nicht so bald eintretenden Fall vorzusorgen.

    Grüße
    Christian

    Antworten
    • Lars
      Lars sagte:

      Hi Christian,

      genau so sieht es aus. Das ist ne Menge Arbeit, aber einmal aufgesetzt, ist die Pflege kein Problem mehr und es gibt ein sicheres Gefühl gegenüber den Angehörigen.

      Viele Grüße und frohe Ostern

      Lars

      Antworten
  3. Robin
    Robin sagte:

    Hi Lars ein Toller Artikel wie ich finde,

    jedoch mit LastPass werde ich nicht so ganz warm, es ist mir ein Rätsel wie das mit dem Notfalzugang bei LastPass funktionieren soll, auf der Webseite von LastPass selbst, gibt es auch keine Schnittstelle, ich bezweifle das es von meinen Angehörigen jemals jemand schaffen könnte das Programm zu verstehen, ich versuche es jetzt schon mehrere Stunden und habe nun aufgegeben, LastPass kommt für mich nicht mehr in Frage, vielleicht kennst Du ja noch alternativen die ein wenig einfacher zu Handhaben sind?

    Antworten
    • Lars
      Lars sagte:

      Hi Robin,

      Der Notfallzugriff funktioniert nur von einem anderen LastPass aus. Du müsstest also der vertrauten Person den Umgamg mit LastPass ebenfalls aufschreiben und der Person einen Account dort einmalig einrichten (kostenlos). Die Beantragung der Zugangsdaten ist dann in 2 Sekunden abgeschlossen. Eine andere Alternative ist KeePass (da kenne ich mich aber nicht genau mit aus aus). Es gibt sicher noch viele andere, aber ich habe diese hier für mich zusammengebaut.

      Viele Grüße

      Lars

      Antworten
  4. Tommy
    Tommy sagte:

    500 Zugänge ist eine stolze Hausnummer, ich hoffe Du hast wenigstens halbwegs ein System bei der Passwortvergabe, nicht ,dass Du dann jedes Mal nachschauen musst 😉

    Um eine Kontovollmacht hatte ich mich schon vor Jahren gekümmert, wo ich noch keine Anlagen auf diversen Plattformen getätigt hatte. Bei den Plattformen bedarf es dann schon einer Schritt-für-Schritt-Anleitung, da ja jede anders aufgebaut ist. Es genügt ja auch nicht, den Auto-Invest zu stoppen, die Rückflüsse müssen ja auch noch zur Überweisung angefordert werden. Und bei Langläufern kann man nur hoffen, dass bis dahin auch das deutsche Konto noch existiert.

    Antworten
    • Lars
      Lars sagte:

      Hi Tommy,

      das ist ja das Gute bei LastPass. Du brauchst nur noch ein Passwort. Den Rest macht LastPass für dich. Ich habe zwar alle als Backup, aber generell kenne ich keines davon.

      Ich denke am Ende ist es am besten, wenn du jemanden hast, der das Prinzip versteht und keine 100%ige Schritt-für-Schritt Anleitung braucht. Also den goldenen Mittelweg. Das spart beiden Parteien Arbeit.

      Viele Grüße

      Lars

      Antworten
  5. Alex
    Alex sagte:

    Hi Lars,
    absolut notwendig solche eine Datei mit Anleitung zum doing.
    Muss ich auch noch verfeinert und umfassender einrichten.

    Hast du am Anfang deines Dokuments auch sowas geschrieben wie: Wenn du das liest, dann bin ich nicht mehr unter den Lebenden …

    Da muss ich nochmal ein paar coole Filme schauen um hier was richtig nettes zu formulieren. 😉

    Gruß
    Alex

    Antworten
    • Lars
      Lars sagte:

      Hi Alex,

      ja, so was habe ich mal geschrieben. Fluppt ganz gut mit total emotionaler oder epischer Musik im Hintergrund… je nach Abgangswunsch 😀

      Viele Grüße

      Lars

      Antworten
  6. freaky finance
    freaky finance sagte:

    Super, Lars!
    Einiges hatte ich schon geregelt. Die P2P-Plattformen hatte ich dabei irgendwie noch gar nicht richtig auf dem Schirm. Habe den Artikel gleich mal in meine Kategorie “Klärendes” eingebaut

    Es wird nicht langweilig – immer was zu tun als Investor…

    Beste Grüße
    Vincent

    Antworten
    • Lars
      Lars sagte:

      Hi Vincent,

      danke dir für die Aufnahme in deine Kategorie und viel Spaß beim Umsetzen. Da hast du ein bisschen was vor dir. Aber besser es einmal ordentlich vorbereiten, als den ganzen Kram unorganisiert deinen Hinterbliebenen zu hinterlassen oder das Geld komplett aus dem Fenster zu werfen.

      Viele Grüße

      Lars

      Antworten
  7. Tommy
    Tommy sagte:

    Habe auf den Screenshots gesehen, dass man da durch die Ausfüllhilfe per Browsererweiterung quasi gar kein Passwort mehr eingeben muss, aber das widerstrebt irgendwie meiner Natur, da ich generell keine Passwörter speichere. Die Verwendung eines Passwortmanagers zum Nachschlagen habe ich jedoch schon seit längerer Zeit in Erwägung gezogen. Eine Nachfrage jedoch zum Notfallzugriff bei LastPass. Du schreibst, dass die Basisversion komplett ausreicht, wenn ich das richtig sehe ist der Notfallzugriff jedoch erst ab der Premium-Version möglich, oder?

    Wenn das Finden solch einer Person mal so einfach wäre. In meinem Umfeld beschäftigt sich leider niemand näher mit diesem Thema, wobei ich das Prinzip zumindest zwei Personen etwas erklären konnte. Wenn, dann sollte mit der Abwicklung ja schon ein naher Angehöriger betraut werden, bei Geld hört die Freundschaft ja eh auf 😉

    Antworten
    • Lars
      Lars sagte:

      Hi Tommy,

      ganz genau. Das macht LastPass so komfortabel und genial. Du kannst diese Funktion aber abschalten, wenn du sie nicht möchtest. Die Passwörter werden aber auch nicht im Browser, sondern bei LastPass gespeichert. LastPass überträgt diese in das Formular bei Seitenaufruf, so, als wenn du dich anmelden würdest. Die Abfrage, ob du die Daten dann (OS-seitig) dennoch speichern möchtest, bekommst du ganz normal einmalig. Da wird also nichts gespeichert.

      Zum Notfallzugriff: Ich war lange Zeit auf der Basisversion und genau dort habe ich auch den Notfallzugriff eingerichtet. Das sollte also keine Probleme geben.

      Und zum Finden der Person: Ja, das kann eine schöne Herausforderung werden. Wenn es in deiner engsten Verwandtschaft niemanden gibt, nimm halt einen Freund dem du vertraust (habe ich auch so bei Nr. 2 gemacht). Er bekommt ja nur dann Zugriff auf deinen Tresor, wenn du nach einer definierten Zeit nicht meldest oder… tot bist. Daher kann er nichts damit anfangen. Oder anderer Weg: Nimm einen finanzaffinen Bekannten, den du deiner vertrauten Person als Unterstützung im Fall der Fälle zur Seite stellst und hinterleg das in der Anleitung. Natürlich solltest du die Person vorher einweihen.

      Viele Grüße

      Lars

      Antworten
      • Tommy
        Tommy sagte:

        Ich hoffe Du hast in Deinem Urlaub auch immer Internetzugang, ansonsten könnte man das ja schamlos ausnutzen 😉 48 Stunden wäre mir jedenfalls viel zu kurzfristig, dann lieber einen Monat oder so (ist ja nicht unbedingt so zeitkritisch). Danke jedenfalls für Deine Ausführungen!

        Antworten
  8. Carl Friedrich B.
    Carl Friedrich B. sagte:

    Sehr geehrter Herr Wrobbel,
    sie haben hier ein durchaus wichtiges Thema angesprochen. Dafür Danke! Wie ich aber glaube – ich bin kein Jurist – haben Sie m.E. mit Ihren Ausführungen nicht den sehr problematischen und durchaus komplizierten Kern der Sache getroffen.
    Ich bitte folgendes zu bedenken: Die Identifikation bei den P2P-Plattformen läuft ja zum einen über die angegebene Bankverbindung, zum anderen oft, aber nicht immer, über einzureichende Personaldokumente (selten auch noch über andere Legitimationsunterlagen). So kann ein Problem auftreten, wenn zwei Eheleute zwei separate P2P-Konten eröffnen und jeweils von ihrem Gemeinschaftskonto auf diese Konten Geld überweisen. Die Plattform ordnet dann, so haben meine Frau und ich es selbst erlebt, das Gemeinschaftskonto nur einem Namen/Ehepartner zu und verlangt vom anderen Partner, von einem anderen, ihm gehörigen Konto einen Betrag zu überweisen. Das kann komischerweise auch ein Gemeinschaftskonto der beiden sein. Ein Name gehört also zu einem Konto! Das ist allerdings keine feststehende Regel und gilt, soweit unsere Erfahrung, nicht bei jeder P2P-Plattform.
    Wie dem auch sei: Im Todesfall nun kann man als Erbe nicht einfach durch den bloßen Zugang zum P2P-Konto weiter im Namen des Erblassers, z.B. des Ehepartners, handeln, selbst wenn es sich um ein Gemeinschaftskonto handelt. Ähnliches gilt auch für eine umfassende Vollmacht, sei es eine Bankvollmacht oder eine Vorsorgevollmacht. Ich zitiere einmal aus den entsprechenden Regeln der comdirect: “Da das Konto im Nachlassfall nicht bestehen bleiben kann, ist es erforderlich, die Kontoverbindung auf eine neue Kontoverbindung des/der Erben zu übertragen. Die individuelle Abwicklung des Nachlasskontos erfolgt durch einen persönlichen Ansprechpartner der comdirect Nachlassgruppe, der die Hinterbliebenen bei den erforderlichen Formalitäten unterstützt.” Noch ein hilfreiches Zitat: „Im Rahmen der in Deutschland geltenden erbrechtlichen Gesamtrechtsnachfolge geht die Verfügungsbefugnis an sämtlichen Konten, seien es Giro- oder Sparkonten, in der Sekunde des Erbfalls auf den oder die Erben über. Die Bankkonten erhalten also in dem Moment des Todes des Erblassers einen neuen Inhaber. “ (Quelle: http://www.erbrecht-ratgeber.de) Man kann also meines Erachtens nicht einfach 2-3 Jahre ein solches P2P-Konto in aller Ruhe auslaufen lassen, weil es dann das Konto so in dieser Form nicht mehr gibt, d.h. in der eindeutigen Zuordnung einer eindeutigen Person zu einem eindeutigen Konto. Gibt es dann auch noch mehrere Erben, wird die Sache noch komplizierter, da alle Erben berechtigt sind, sofern nichts anderes vereinbart wurde, auf das Konto zuzugreifen bzw. sie gemeinsam handeln, z.B. einer Überweisung, zustimmen müssen.
    Ich werde mich allerdings einmal bei der Volksbank meines Nichtvertrauens erkundigen, wobei ich annehme, dass man mit einem der versierten Juristen und nicht mit einem einfachen Bankberater hierüber sprechen muss. Mal sehen, ob man bei solchen vertrackten Fragen genügend Klarheit bekommen kann.
    Mit freundlichem Gruß Carl Friedrich B.

    Antworten
    • Lars
      Lars sagte:

      Hi Carl,

      danke für deinen umfangreiche Input! Da kannst du durchaus recht haben. Ich habe versucht das Problem für mich im Kopf zu lösen und jeder muss natürlich, abhängig von seiner eigenen Lebenssituation, schauen, wie er dieser Herausforderung Herr wird. Ich habe “leider” mangels Todesfall dieses Szenario noch niemals durchspielen können. Man kann hier beliebig stark in die Tiefe gehen.

      Wie du schon schreibst, ist ja auch das Identifikationsverfahren bei den Plattformen wieder durchaus unterschiedlich. Vermutlich reicht es bei einigen sogar, eine simple Mail ohne Nachweis zu schicken und das Konto ist geändert (habe ich schon erlebt).

      Einfacher ist es hier vermutlich bei den Kryptowährungen, wo es keine feste Identität im Hintergrund gibt 🙂

      Viele Grüße

      Lars

      Antworten
  9. Carl Friedrich B.
    Carl Friedrich B. sagte:

    Sehr geehrter Herr Wrobbel,

    wie versprochen habe ich mich bezüglich der Klärung der noch offenen Fragen hinsichtlich des Todes eines P2P- Kontoinhabers und den damit auftretenden Problemen der Auflösung dieser Konten über das bestehende Bankkonto des Verstorbenen an die Volksbank und die Nachlassverwaltung der Comdirect gewandt. Die Ergebnisse der Gespräche sind folgende:
    1. Volksbank: Die Volksbank würde es gestatten, das Konto des Verstorbenen unter seinem Namen durch einen Bevollmächtigten und/oder den legitimierten Erben (Erbschein) so lange weiter zu führen bzw. führen zu lassen, bis die anstehenden Aufgaben – hier die Auflösung des P2P-Kontos – erledigt sind. Für diese Auflösung sind 2-3 Jahre durchaus vorstellbar und auch nicht ungewöhnlich.
    2. Comdirect: Bei dieser Bank läuft die Sache etwas anders, denn es gibt bei der Comdirect, wie gesagt, eine Nachlassabteilung, die im Regelfall das Konto für den Bevollmächtigten bzw. Erben umwandelt. Sie vergibt dann eine neue Kontonummer für dieses Nachlasskonto und verwaltet es, mit Einschränkungen versehen (z.B. keine Karte, wenn ich es richtig erinnere), für den Erben. Es ist als Ausnahme aber möglich, das Konto mit dem Namen des Verstorbenen weiterzuführen, wenn triftige Gründe dafür vorliegen. Das gilt auch für das Weiterbestehen eines Gemeinschaftskontos. Beide Namen bleiben bestehen, wobei der Verstorbene intern, also für Außenstehende unsichtbar, als verstorben signiert wird.

    Der Bevollmächtigte bzw. der Erbe ist in jedem Fall begründungspflichtig; er muss deutlich und überzeugend darlegen, warum die Bank das Konto unter dem Namen des Verstorbenen weiterführen soll.
    Jeder, der Vorsorge treffen möchte, muss sich also bei seiner Bank erkundigen, wie diese die Angelegenheit handhabt. Die FAQs behandeln – wie bei der Comdirect gesehen – nur die Regelfälle und können somit auch in die Irre führen. In jedem Fall sollte man immer mit einem Mitarbeiter sprechen, der sich auf diesem Feld auch wirklich auskennt und dann sein Anliegen schriftlich formulieren.

    Eines aber sollte hinsichtlich der Investitionspraxis deutlich geworden sein: Anlagen, die einen Zeitraum von 2-3 Jahren überschreiten, sind für diese Art von Nachlassverwaltung wenig bis gar nicht geeignet. Wenn Gelder über 3 Jahre angelegt sind, dann wird wohl kein Weg daran vorbeigehen, sich mit einem (gerichtlich beglaubigten) Erbschein zu legitimieren und die Rückzahlung als Bevollmächtigter bzw. Erbe auf eigenen Namen zu beantragen. Was die Rechtsordnung des jeweiligen Landes dann im einzelnen vorsieht, muss man zu gegebener Zeit bei der Plattform erfragen. Zumindest einen Erbschein muss die P2P-Plattform ja wohl verlangen. Alles andere würde sämtlichen Sicherheits- und Legitimationsstandards widersprechen.
    Da fällt mir noch eine Frage ein: Akzeptieren P2P-Plattformen eigentlich Vollmachten bzw. ist ein solcher Modus überhaupt vorgesehen?

    Übrigens: Sie betreiben hier wirklich eine sehr hilfreiche und auch ansprechend gestaltete Seite. Man kann bei bzw. von Ihnen eine Menge lernen. Danke.

    Antworten
    • Lars
      Lars sagte:

      Hallo Carl,

      danke für die sehr wertvollen Informationen, die du recherchiert hast! Hier wird mal wieder mehr als deutlich, wie individuell die ganze Sache zu sehen ist. Eine Pauschallösung gibt es wohl nicht.

      Zu den Vollmachten: Die Plattformen akzeptieren laut Nachfrage meist Vollmachten, die sie kennen. Also meist von dem Land, wo die Firmen sitzen. Ich denke, hier kann durchaus etwas Argumentationsbedarf notwendig sein und auch hier ist wieder das Problem, dass jede P2P Plattform die Sache anderes behandeln wird. Das Einfachste wäre wohl demnach im ersten Schritt zu versuchen, dass Konto möglichst lange aufrechtzuerhalten bzw. umzubiegen.

      Viele Grüße

      Lars

      PS: Vielen dank für das Lob und schön, dass du hier was lernen kannst!

      Antworten

Dein Kommentar

An Diskussion beteiligen?
Hinterlasse uns Deinen Kommentar!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.