LANDE – Warum ich mein Investment in Landwirtschaft weiter erhöhe

Als ich 2021 erstmals bei LANDE* investiert habe, hieß die Plattform noch “LendSecured”. Der Markt war damals ein anderer. Viele Anleger kamen noch aus der klassischen P2P-Welt mit Konsumkrediten, Rückkaufgarantien und Kreditgeber-Strukturen. LANDE passte in dieses Raster nur bedingt hinein. Es ging nicht um kurzlaufende Verbraucherkredite, sondern um besicherte Finanzierungen für Landwirte. Also um Agrarland, Maschinen, Erntefinanzierungen und Betriebsmittel. Genau das machte die Plattform für mich damals interessant.

Heute ist LANDE für mich keine kleine Testposition mehr. Über 23.000 EUR sind mittlerweile auf der lettischen Plattform investiert. Heute schauen wir ein bisschen genauer auf dieses Investment, viel Spaß!

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Skin in the Game: Über 23.000 EUR | Investiert seit: 2021

ᐅ Disclaimer
Bitte beachte meinen Haftungsausschluss. Ich betreibe keine Anlageberatung und stelle keine individuellen Anlageempfehlungen dar. Ich berichte ausschließlich über meine persönlichen Erfahrungen und Einschätzungen. Investitionen in P2P-Kredite und Projektfinanzierungen sind mit Risiken bis hin zum Totalverlust verbunden. Entwicklungen der Vergangenheit sind kein Indikator für zukünftige Ergebnisse. Alle Links zu den Investment-Plattformen sind Affiliate- bzw. Werbe-Links (in der Regel mit * gekennzeichnet). Ich erhalte hierfür eine Vergütung. Inhalte und Bewertungen erfolgen unabhängig und ohne redaktionelle Vorgaben durch die Anbieter.

LANDE ist erwachsen geworden

Landwirtschaft klingt für viele Anleger erstmal defensiv. Gegessen wird immer, landwirtschaftliche Flächen haben einen realen Wert und Maschinen lassen sich bewerten. Gleichzeitig ist der Agrarsektor zyklisch, wetterabhängig und stark von externen Kosten beeinflusst. Dünger, Energie, Kraftstoff, Finanzierungskosten und staatliche Subventionen spielen eine enorme Rolle.

LANDE war daher nie eine Plattform, bei der ich nur auf die angezeigte Rendite geschaut habe. Mich interessierte vor allem, ob die Sicherheiten belastbar sind, wenn es mal schlecht läuft, wie konsequent das Risikomanagement arbeitet und ob die Plattform aus Fehlern lernt.

Nach nun 5 Jahren Investment, war genau das der entscheidende Punkt, der darüber entschied, ob ich weiter aufbaue oder nicht. LANDE ist sicherlich keine perfekte Plattform. Es gibt Ausfälle. Es gibt Verzögerungen. Es gibt Kreditarten, die sich schwächer entwickelt haben als ursprünglich erwartet und eingestellt wurden. Aber die Entwicklung seit 2021 zeigt aus meiner Sicht auch, dass die Plattform nicht einfach blind gewachsen ist, sondern ihren Kreditmix angepasst hat.

lande statistik

Seit dem Start ist LANDE trotz aller zwischenzeitlichen Herausforderungen konstant weiter gewachsen.

Besonders deutlich sieht man das daran, dass LANDE inzwischen stärker auf Kredite mit Land, Immobilien oder Maschinen als Sicherheit setzt und sich von riskanteren Bereichen wie Vieh- und Erntebesicherungen teilweise wegbewegt hat. Im März 2026 schrieb LANDE selbst, dass Kredite mit Vieh- und Ernte-Sicherheiten die höchsten Anteile bei 90+ Tage verspäteten Darlehen aufweisen und die Plattform deshalb stärker auf Land und Maschinen fokussiert. Mein eigenes Portfolio hat sich auch dementsprechend entwickelt.

lande diversifikation sicherheiten

Mein Portfolio aufgeteilt nach hinterlegten Sicherheiten.


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Die Entwicklung meines Portfolios

Mein LANDE-Portfolio hat sich nicht über Nacht aufgebaut, so wie ich es heute oft mit neueren Plattformen mache, da mir viel mehr Kapital zur Verfügung steht und ich risikobereiter in Sachen P2P bin. Ich bin 2021 klein gestartet und habe die Plattform zunächst beobachtet. Anfang 2022 habe ich LANDE dann offiziell in mein P2P-Portfolio aufgenommen.

Damals war der Track Record noch überschaubar, aber der Ansatz war spannend. Agrarkredite waren in meinem Portfolio unterrepräsentiert, die Besicherung wirkte nachvollziehbar und die Plattform brachte mit dem Fokus auf echte Vermögenswerte einen anderen Risikobaustein als klassische Konsumkreditplattformen mit.

lande portfolio entwicklung

Meine Portfolioentwicklung bei LANDE seit 2021 (nach Abschreibungen).

Von Mitte 2024 – Ende 2025 habe ich mir monatlich meine Zinsen vorläufig auszahlen lassen, was trotz fehlender Rückkaufgarantie wie ein Uhrwerk funktioniert hat. Gegen des des Jahres 2025 habe ich dann entschieden, die Auszahlungen zu stoppen und mein Portfolio monatlich wieder aufzubauen, um meine regelmäßigen Zinsgutschriften weiter zu erhöhen.

Der aktuelle Portfoliostand

Mein aktuelles Portfolio beträgt heute laut LANDE 23.245,79 EUR. Ich habe 211 aktive Investments von insgesamt 530 Darlehen. 304 Darlehen sind bereits zurückgezahlt. Das ist wichtig, weil man bei solchen Plattformen nicht nur auf den aktuellen Kontowert schauen sollte. Denn entscheidend ist auch, wie viele Finanzierungen schon einmal vollständig durch den Zyklus gegangen sind. Bei LANDE ist dieser Zyklus oft länger als bei kurzfristigen Konsumkrediten, denn viele Darlehen laufen saisonal. Der Landwirt nimmt Kapital für Betriebsmittel, Maschinen oder Liquidität auf, zahlt laufend Zinsen und tilgt am Ende aus Ernteerlösen, Refinanzierung oder laufendem Geschäft.

Die Momentaufnahme zeigt aber auch die Schattenseite. Von den aktiven Darlehen sind 169 fristgerecht. 25 Darlehen sind 5 bis 30 Tage verspätet, 8 Darlehen 31 bis 60 Tage verspätet, 9 Darlehen mehr als 60 Tage verspätet und 15 Darlehen befinden sich im Verzug, was nichts anderes als Ausfall bedeutet. Wer nur Plattformen sehen möchte, bei denen im Dashboard alles grün ist, wird mit LANDE nicht glücklich werden. Die Landwirtschaft ist kein risikofreier Bereich und Verzögerungen gehören dazu. Entscheidend ist deshalb nicht, ob es Verzögerungen gibt, sondern wie diese entstehen, ob sie strukturell gefährlich sind und wie die Plattform damit arbeitet.

Mein Portfolio ist breit gestreut, was aber nicht vor Problemfällen schützt. Es schützt lediglich den Gesamtbestand meines Portfolios. LANDE bietet keine Rückkaufgarantie, die verspätete Kredite aus der Anlegerwahrnehmung verschwinden lässt. Stattdessen sieht man die Realität im Portfolio. Das kann unangenehm sein, ist mir aber lieber als eine künstlich geglättete Oberfläche, wo irgendwann die böse Überraschung über Nacht kommt. Eine Plattform mit echter Besicherung kann im Problemfall oft noch liefern.

lande portfolio mai 2026

Mein LANDE Portfolio Ende Mai 2026.

Die Rendite

Meine bisher erreichte Rendite nach internen Abschreibungen der ausgefallenen Kredite liegt bei soliden 9,11%. Aufgeteilt nach Jahren ergibt sich folgendes Bild:

  • 2021: 12,79% (Rendite ist fix)
  • 2022: 6,12% (Rendite kann sich durch Rückholungen nur noch verbessern)
  • 2023: 2,82% (Rendite kann sich durch Rückholungen nur noch verbessern)
  • 2024: 10,27% (Rendite kann sich durch Abschreibungen noch leicht verschlechtern)
  • 2025: 11,60% (Rendite kann sich durch Abschreibungen noch leicht verschlechtern)
  • 2026: 10,45% (noch laufend)

Man sieht also recht klar, dass ich noch immer Altlasten aus dem Jahr 2022 mit mir herumschleppe, die noch immer nicht beendet sind. Jedoch können diese die Performance nur noch verbessern, wenn sie zurückkommen. Aber solche Investments verdienen natürlich kein Geld und ziehen die Rendite runter. Totes Kapital.

Die bisherige Entwicklung meines Portfolios sehe ich nach nun einigen Jahren zweigeteilt. Positiv ist, dass die Plattform gewachsen ist, regelmäßig neue Projekte liefert und mein Kapital weitgehend investiert und gut verzinst ist. Negativ ist, dass ein sichtbarer Teil der aktiven Darlehen verspätet ist, einige auch bereits sehr lange.

Diese Verzögerungen sind für mich aber noch kein Grund, die Plattform grundsätzlich infrage zu stellen, denn sie gehören bei dieser Art Plattform schlichtweg dazu. Sie sind vielmehr der Punkt, an dem man tiefer schauen muss. Welche Kreditarten sind betroffen? Aus welchen Jahrgängen stammen die Probleme? Welche Länder sind schwächer? Und was hat LANDE daraus gemacht?

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Portfolio-Performance, Ausfälle und deren Ursachen

Ausfälle sind in euren Kommentaren ständiges Thema bei LANDE, obwohl die Plattform eigentlich keine kritisch hohe Ausfallquote hat. Ganz im Gegenteil. Bei LANDE muss man zwischen Verzögerung, Ausfall, Verwertung und finalem Verlust unterscheiden. Viele Anleger sehen einen Kredit mit 90+ Tagen Verspätung und behandeln ihn gedanklich sofort als Totalverlust. Das ist bei besicherten Krediten nicht zwingend richtig. Gleichzeitig wäre es fahrlässig, solche Kredite einfach zu ignorieren. Kapital, das in Verwertung steckt, ist nicht liquide.

Es kann über Monate oder Jahre blockiert sein. Und am Ende kann es trotzdem zu Verlusten kommen. Aus diesem Grund gebe ich solchen Krediten maximal 1 Jahr ab Ausfall Zeit zur Rückholung und schreibe sie dann rigoros in meiner internen Statistik ab, um mir meine Rendite nicht schönzurechnen. Meine euch angezeigte Rendite ist daher immer die Rendite nach allen Ausfällen. Mein aktueller Kontostand nach Ausfällen würde 22.293,80 EUR betragen. Eine Differenz von fast 1.000 EUR zum von LANDE gezeigten Betrag. Dem gegenüber stehen vereinnahmte Zinsen im Wert von 4187,26 EUR.

lande ausfälle

Meine persönlichen Ausfälle. Grün ist bereits 100% abgeschrieben und aus der Rendite gebucht, kann jedoch immer noch zurückkommen.

Ausfälle nach Ländern

Die zuletzt veröffentlichten Plattformzahlen zeigen, dass LANDE mittlerweile 2.098 Projekte finanziert hat. Interessant ist hier vor allem die Qualität der Kredite nach Ländern bzw. deren Ausfallraten nach Ländern, die sich laut offiziellen Informationen wie folgt darstellt:

  • Lettland 3,6 Prozent
  • Litauen 5,2 Prozent
  • Rumänien 8,1 Prozent

Rumänien ist damit klar der schwächste Markt im bisherigen Portfolio, was wenig verwunderlich ist, da er einer der neuesten Märkte ist. Das sieht man auch in meinem eigenen Portfolio. 4 der 5 zuletzt eingesammelten Ausfälle stammen aus Rumänien. Eine Lehre aus über 10 Jahren P2P ist, dass neue Märkte nie problemlos starten. Auch wenn Kreditverfahren so standardisiert wie möglich sind, müssen Plattformen immer erst lernen, mit den lokalen Gepflogenheiten klarzukommen.

Neue Länder bringen neue Chancen, aber auch neue Risiken. Lokale Durchsetzung, Gerichte, Bewertungsstandards, Schuldnerverhalten, Maklernetzwerke und landwirtschaftliche Strukturen unterscheiden sich erheblich. Ein Modell, das in Lettland funktioniert, lässt sich nicht automatisch ohne Reibungsverluste vollständig nach Rumänien oder Polen übertragen. Deshalb würde ich es LANDE auch nicht negativ auslegen, dass in Rumänien Probleme entstanden sind. Die Frage ist immer vielmehr, ob anfängliche Probleme das System destabilisieren wie bei Estateguru oder ob sie als Lernkosten eines neuen Marktes begrenzt bleiben.

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Lehren aus den Ausfällen

LANDE hat zudem laut meinen Informationen immer Schlüsse aus Fehlern gezogen und Anpassungen vorgenommen. In Rumänien wurde beispielsweise das maximale Maschinenalter von 10 auf 7 Jahre reduziert, eine Bewertungsdatenbank für Maschinen integriert und lokale Kreditkriterien wurden verschärft. Dies wird sich natürlich positiv auf die Ausfallrate auswirken, so zumindest der Plan.

Oftmals ist auch eine zu hohe Verschuldung der Kreditnehmer ein Treiber der Ausfälle. Landwirte mit dünnem Eigenkapitalpolster können saisonale Schocks schlechter auffangen. Das können niedrigere Ernten, fallende Preise, steigende Betriebskosten oder verspätete Subventionen sein. Bei Viehkrediten kam zusätzlich die Volatilität der Milchpreise hinzu, weshalb LANDE diesen Bereich verlassen hat.

Die Sicherheit allein reicht also nicht. Ein Darlehen besichert mit Maschinen, Ernte oder Land als Sicherheit klingt erstmal solide. Aber die entscheidende Frage ist, ob der Kreditnehmer robust genug ist, saisonale Störungen zu überstehen. Ein Landwirt mit zu viel Fremdkapital kann auch bei guter Besicherung in Schwierigkeiten geraten. Dann wird aus einer planbaren Zinszahlung ein Recovery-Fall. Die Sicherheit ist dann nicht wertlos, aber sie muss verwertet werden. Das kostet Zeit, Liquidität und Nerven, wie viele LANDE Anleger bereits wissen.

Diese angesammelten Ausfälle sind nicht wegzudiskutieren. Gleichzeitig sprechen die mittlerweile verfügbaren Informationen nicht dafür, dass es sich um ein unkontrolliertes Plattformproblem handelt. Vielmehr sieht man typische Schwächen einzelner Kreditarten, einzelner Jahrgänge und einzelner Märkte. Entscheidend ist, dass LANDE diese Schwächen erkannt und den Kreditmix angepasst hat.

lande ausfall

Ausfälle können Jahre dauern, damit muss man als Anleger rechnen und klarkommen!

Gestiegene Kraftstoffpreise und staatliche Interventionen

Ein Thema der Unsicherheit in diesem Sektor (wie wir erst jüngst gesehen haben): Die Landwirtschaft ist besonders anfällig für steigende Betriebskosten. Kraftstoff ist dabei ein zentraler Faktor. Ohne Diesel laufen keine Traktoren, keine Erntemaschinen, keine Transporte und keine saisonalen Feldarbeiten. Selbst hier in meinem Dorf bekomme ich die Klagen der Landwirte mit, wenn sie mal gerade für 600, statt 500 EUR ihren Traktor tanken müssen. Das fetzt!

Wenn die Kraftstoffpreise stark steigen, trifft das Landwirte also unmittelbar. Anders als viele andere Unternehmen können sie diese Kosten nicht immer kurzfristig weitergeben. Erntepreise schwanken, Abnehmerverträge sind teilweise bereits geschlossen und Liquidität wird saisonal geplant. Genau deshalb sind Energie- und Kraftstoffpreise für uns Anleger nicht nur ein Randthema, sondern ein direkter Risikofaktor für unser Geld.

Ein LANDE-Beitrag zur Treibstoffkrise zeigt, dass die Regierungen in den relevanten Märkten unterschiedlich reagieren. In Lettland geht es unter anderem um Vorschüsse auf gekennzeichneten Agrardiesel und Entlastungen bei Verbrauchsteuern. Litauen nutzte strategische Ölreserven, diskutierte temporäre Dieselsteuer-Reduktionen und verweist auf Förderprogramme für kleine und mittlere landwirtschaftliche Betriebe. Rumänien genehmigte im März 2026 laut dem Artikel 620 Millionen RON zur Subventionierung von Agrardiesel mit einer Erstattung von 2,697 RON je Liter. Polen wiederum setzte auf Preisdeckel, temporäre Steuerentlastungen und Erstattungen für Dieselverbrauch in der Landwirtschaft.

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Staatliche Maßnahmen stützen die Landwirte.

Vor- und Nachteile der staatlichen Maßnahmen

Aus Investorensicht sind diese Maßnahmen zwar gut und wichtig, haben jedoch auch Nachteile. Positiv ist, dass Landwirtschaft politisch relevant ist. Staaten lassen den Sektor in Krisenzeiten nicht einfach fallen. Ernährungssicherheit, ländliche Räume und landwirtschaftliche Produktion haben eine strategische Bedeutung. Negativ ist aber, dass staatliche Hilfe oft zeitverzögert wirkt. Landwirte brauchen Diesel und Betriebsmittel vor der Saison. Wenn Erstattungen, Subventionen oder Förderprogramme erst später fließen, entsteht trotzdem Liquiditätsdruck.

Im operativen Alltag eines Landwirts geht es oft um Timing. Wann muss Saatgut gekauft werden? Wann wird Diesel gebraucht? Wann kommen Fördergelder? Wann wird geerntet? Wann zahlt der Abnehmer? Wenn diese Zahlungsströme nicht zusammenpassen, entsteht Finanzierungsbedarf.

Gestiegene Kraftstoffpreise wirken deshalb nicht automatisch als Ausfallgarantie. Sie erhöhen zunächst den Liquiditätsbedarf. Bei gut kapitalisierten Kreditnehmern kann das überbrückt werden. Bei schwachen Kreditnehmern kann es zum Problem werden. In Phasen hoher Betriebskosten muss LANDE also noch strenger prüfen. Nicht nur die hinterlegte Sicherheit zählt, sondern die Fähigkeit des Kreditnehmers, höhere Kosten temporär zu tragen. Gleichzeitig können staatliche Maßnahmen die Risiken teilweise dämpfen. Die Landwirtschaft ist kein isolierter Markt, sondern ein politisch gestützter Sektor.

Solche Krisen sehe ich also nicht als Grund, LANDE grundsätzlich zu meiden. Ich sehe sie aber als Stresstest. Eine Plattform, die Agrarkredite finanziert, muss diese Phasen aushalten und meistern können. Sie muss verstehen, welche Betriebe nur kurzfristig Liquidität brauchen und welche Betriebe strukturell zu schwach sind. Das hat LANDE in meinen Augen bisher gut gemacht.

lande finanzierungslücke

So schließt LANDE die Finanzierungslücken der Landwirte.

Expansion in neue Länder mit Chancen und Risiken

LANDE ist heute nicht mehr nur Lettland. Die Plattform ist in mehreren Märkten aktiv, darunter neben Lettland auch Litauen, Rumänien und Polen. Darin liegt eine Chance, aber auch eine Gefahr. Mehr Länder bedeuten mehr Kreditangebot, breitere Streuung und weniger Abhängigkeit vom Heimatmarkt. Gleichzeitig steigt die Komplexität. Jedes Land bringt eigene rechtliche, landwirtschaftliche und operative Rahmenbedingungen mit.

Lettland bleibt für mich der wichtigste Referenzmarkt, denn dort hat LANDE den längsten Track Record. Seit Gründung wurden in Lettland über 30 Millionen Euro an Darlehen vergeben. Das sind rund 50% des bisher erreichten Gesamtvolumens der Plattform. Die Ausfallquote liegt bei 3,6 Prozent. Landkredite in Lettland weisen sogar nur eine Ausfallquote von 1,5 Prozent auf und haben Krisen wie Covid, Ukrainekrieg und den Düngemittelpreisschock 2022 vergleichsweise stabil überstanden.

Litauen ist interessant, weil es zunächst schwächer startete, sich aber verbessert hat. Hier wurde die Risikopolitik 2023 überarbeitet und 2025 gab es nur ein Darlehen mit mehr als 90 Tagen Verspätung. Nur ein einziger Ausfall in einem ganzen Jahr! Das spricht dafür, dass ein Markt nach anfänglichen Schwierigkeiten stabiler werden kann, wenn Prozesse angepasst werden.

Rumänien ist der kritische Fall. Die Ausfallquote von 8,1 Prozent ist deutlich höher als in Lettland und Litauen. Die Probleme stammen vor allem aus der Startphase, als LANDE weniger lokale Erfahrung hatte. Die Recovery-Prozesse dauern dort wegen gerichtlicher Abläufe länger. Rumänien destabilisiert aber deshalb nicht automatisch die gesamte Plattform. Es ist ein schwächerer Markt innerhalb eines breiteren Systems. Entscheidend ist, ob LANDE das Wachstum dort diszipliniert steuert und alte Fehler nicht wiederholt, wonach es aktuell nicht aussieht.

Polen ist der jüngste Markt und potenziell spannend. Hier nutzt LANDE von Beginn an eine notarielle Struktur, die eine direkte Vollstreckung über Gerichtsvollzieher ohne separates Gerichtsurteil ermöglichen soll. Das wäre aus Investorensicht stark, weil Recovery-Geschwindigkeit ein zentraler Faktor bei besicherten Krediten ist. Im März 2026 berichtete LANDE zudem, dass in Polen 12 Projekte mit einem Volumen von über 530.000 Euro unterzeichnet wurden, mehr als doppelt so viel wie im Februar. Alle bis dahin finanzierten Projekte seien pünktlich bedient worden.

lande expansion

Die Expansion in neue Länder geht LANDE birgt immer Risiken.

Vorsicht führt zum Erfolg

Bisher sprechen mehrere Punkte für eine konservative Expansion der Plattform.

  1. LANDE fokussiert sich stärker auf Land und Maschinen.
  2. Schwächere Kreditarten wurden reduziert.
  3. In Rumänien wurden konkrete Underwriting-Änderungen vorgenommen.
  4. Polen scheint mit einer stärkeren rechtlichen Struktur gestartet zu sein.
  5. Mit institutionellen Elementen wie der EIF-Garantie gibt es zusätzliche Strukturen, die das Risikoprofil einzelner Darlehen verbessern können.

Trotzdem werde ich bei neuen Märkten aufgrund meiner Erfahrung vorsichtig bleiben. Ich würde nicht automatisch jedes Land gleich gewichten. Für mich sind Lettland und Litauen weiterhin die stabileren Märkte. Rumänien kann höhere Zinsen bieten, muss aber auch mit höheren Risiken bewertet werden. Polen ist spannend, aber noch jung. Hier muss sich erst zeigen, wie sich die Darlehen über vollständige Zyklen verhalten.

Wenn LANDE Kreditstandards hoch hält, lokale Expertise aufbaut und Recovery-Strukturen ernst nimmt, kann die Expansion das Portfolio eher stabilisieren als destabilisieren.

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Meine eigene Diversifikation nach Ländern.

Gesamteindruck und persönlicher Ausblick

Nach über fünf Jahren als Investor sehe ich LANDE heute deutlich reifer als zu Beginn. Die Plattform ist gewachsen, stärker reguliert, transparenter und operativ breiter aufgestellt. Mittlerweile ist die Plattform bei mir aus dem “Spielgeld-Status” herausgewachsen und klar ist heute auch: LANDE ist kein risikofreier Parkplatz für Kapital.

LANDE ist kein Produkt, das man nur über die angezeigte Rendite beurteilen sollte. Die Plattform muss über Kreditqualität, Sicherheiten, Verwertung, Länderstrategie und Management-Anpassungen bewertet werden. In allen Bereichen sehe ich über die Jahre eine positive Entwicklung. Besonders die Abkehr von schwächeren Kreditarten und die stärkere Fokussierung auf Land und Maschinen sind aus meiner Sicht klare Verbesserungen. Dass LANDE selbst offen kommuniziert, welche Sicherheiten höhere 90+ Tage Verzögerungen aufweisen, ist ebenfalls positiv zu bewerten. So viel Einblick in Problemkredite geben wohl nur wenige Anbieter.

Die gestiegenen Kraftstoffpreise und Betriebskosten zeigen zudem, wie wichtig ein gewisses Verständnis des Agrarsektors ist. Landwirte können kurzfristig stark unter Druck geraten, auch wenn ihr Betrieb grundsätzlich werthaltig ist. Staatliche Maßnahmen in Lettland, Litauen, Rumänien und Polen helfen, aber sie lösen nicht jedes Liquiditätsproblem sofort. Die Plattform muss also sehr genau zwischen temporärer Liquiditätslücke und strukturell schwachem Kreditnehmer unterscheiden.

Ausfälle gehören zum Spiel dazu, wenn man es denn spielen will und die Erkenntnis dass die Rückholung lange dauern kann, haben einige zu spät gemacht. Verzögerte Kredite binden nun einmal leider Kapital, welches erstmal nicht arbeitet.

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LANDE ist definitiv erwachsen geworden. Ich habe den gesamten Prozess von Anfang bis Ende miterlebt.

LANDE hat aus den letzten Jahren in meinen Augen klar gelernt. Der Agrarsektor bleibt spannend, weil er sich von Konsumkrediten, Immobilienentwicklung und klassischen Unternehmensfinanzierungen unterscheidet. Abgesehen von der, meiner Meinung nach, schlechteren Plattform InSoil Finance ist LANDE alternativlos für diese Anlageklasse. Für mein Portfolio ist LANDE deshalb weiterhin eine sinnvolle Beimischung, die weiter ausgebaut wird.

Wie ist dein Blick auf LANDE? Schreib es jetzt in die Kommentare!

Lars WrobbelMoin! Ich bin Lars und schreibe auf diesem Blog schon seit 2015 über meine Erfahrungen beim Investieren in P2P-Kredite. Ich habe zusammen mit Kolja Barghoorn auch das deutsche Standardwerk zum Thema geschrieben, welches auf mehreren Portalen zum Bestseller wurde und regelmäßig aktualisiert wird.

Darüber hinaus gibt es um den Blog auch noch Deutschlands größte P2P Community auf vielen verschiedenen Kanälen, auf der du dich mit tausenden von anderen Investoren austauschen kannst, wenn es mal schnell gehen muss. Wenn du mehr über mich und meine Arbeit erfahren willst, kannst du das auf meiner Über-Mich Seite tun.

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