p2p kredit

Willkommen zum nächsten Investoren-Interview auf meinem Blog. Nachdem wir beim letzten Mal Blogger und Autor Christopher Klein zu Gast hatten, kommt nun wieder jemand aus unserer Community zu Wort. Es ist nun schon das achte Interview, was veröffentlicht wird und inzwischen eine Serie, die sehr beliebt ist und zu der ich oft Feedback bekomme. Es ist immer wieder interessant die unterschiedlichen P2P Kredit Erfahrungen zu lesen, welche die einzelnen Investoren machen. Jeder investiert auf seine eigene Art und Weise, jeder bevorzugt die eine oder andere Plattform. Oftmals gibt auch gerade das viel Diskussionsstoff in unserer Community und macht das Investment immer mehr aus.

Heute haben wir Privatinvestor Benjamin Schauß zu Gast, dessen Interview aufgrund einer E-Mail über meinen Blog zustande kam. Er hat seine erste Aktie schon mit 14 gekauft und ist damit wohl länger investiert als viele von uns. Wenn du auch Bock hast, mal in dem Format zu Gast zu sein, dann melde dich gern. Aber genug von mir, lassen wir Benjamin selbst erzählen.

Das Interview

1. Bitte stelle dich kurz vor. Wer bist du, was tust du und was ist dein leidenschaftliches Hobby?

Mein Name ist Benjamin Schauß, ich bin 32 Jahre alt und arbeite in einer überregionalen Wirtschaftskanzlei als Rechtsanwalt im Bereich Bank- und Finanzrecht. Mein leidenschaftliches Hobby ist der Aktienmarkt sowie das Investieren im Allgemeinen.

p2p kredit

Quelle: Foto Benjamin Schauß

2. Wie sieht Deine Karriere als Privatinvestor bisher aus? Womit und wann hast Du begonnen, wo stehst du heute?

Meine erste Aktie habe ich mit 14 Jahren gekauft. Ich habe damals mehrere Aktien von BASF gekauft. Im weiteren Verlauf habe ich dann (recht kleine) Positionen von mehr oder weniger soliden Unternehmen gekauft. Als ich aus einer sehr lang laufenden Goldminen Spekulation mit einem blauen Auge davon gekommen bin, habe ich dem Aktienmarkt zunächst den Rücken gekehrt. Nachdem ich im Rahmen meines Jurastudiums nebenbei mit einer (semiprofessionellen) Pokerkarriere recht gutes Geld verdient hatte, habe ich mich mit einem Freund zusammengetan und wir haben zusammen ein Portfolio aufgebaut. Nachdem unser Aktienportfolio eine ordentliche Summe erreicht hatte, hielten wir Ausschau nach neuen Anlagemöglichkeiten, um das Portfolio weiter zu diversifizieren.

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3. Die erste Aktie mit 14 Jahren ? Ich glaube, ich habe zu dieser Zeit meistens Mariokart auf dem N64 gespielt! Wie bist Du dazu gekommen?

Ich war schon immer zahlenaffin und hatte Spaß am Geld verdienen. Mein Plan war es schon früh, finanziell unabhängig zu sein. Unser ehemaliger Elektroniker, der bei uns im Haus die Elektronik und das Internet eingerichtet hat, hat unsere Familie – vielmehr mich – dann mit dem konkreten Aktienhandel angefixt. Mein Vater gestattete mir dann, ein Börsendepot einzurichten und mit meinem Ersparten Aktien zu kaufen.

4. Bevorzugst Du mehr Kurz- oder Langzeitinvestitionen?

Die Antwort ist einfach: Langfristige Investitionen. Ich betrachte Aktien als das, was sie sind – Anteile an realen Unternehmen. Alles andere, als seine Investitionen am Aktienmarkt langfristig zu betrachten, kommt daher für mich nicht in Frage.

5. Was hat Dich zum P2P-Investment gebracht?

Auf der Suche nach zum Aktienmarkt alternativen Investments bin ich auf den Bereich P2P gestoßen. Ich habe nach einer Investitionsmöglichkeit gesucht, die nicht mit dem Aktienmarkt korreliert, Erträge erwirtschaftet, jedoch schnellen Zugriff auf das Geld bietet, falls der Aktienmarkt wieder ein attraktives Niveau erreicht. Das ist bei einem P2P Investment (mit Zweitmarkt) gegeben. (Anmerkung Lars: Auch mit Bondora Go & Grow kommt man mittlerweile direkt an sein Geld. Alex Fischer zeigt dir in seinem hervorragenden Artikel, wie er P2P zur Optimierung seiner Cashposition einsetzt.)

6. Auf welchen P2P-Plattformen bist du derzeit aktiv?

Derzeit bin ich auf Auxmoney, Bondora, Mintos, Estateguru, Viainvest, Finbee und Twino unterwegs.

7. Wenn Du an Deine bevorzugte bzw. meistgenutzte P2P-Plattform denkst, was ist in Deinen Augen der Hauptvorteil dieser Plattform?

Meine bevorzugten Plattformen sind Mintos und Bondora. Bei Mintos gefällt mir die gute Übersichtlichkeit und die hohe Verzinsung trotz Besicherung und Rückkaufgarantie. Aufgrund der (theoretisch) nicht gegebenen Ausfälle hat man dort auch einen guten Überblick über den tatsächlich aktuellen Stand des Portfolios. Bondora ist nicht so übersichtlich und bietet dies gerade nicht, jedoch sind hier die Rückflüsse aufgrund der hohen Zinssätze im Durchschnitt echt enorm, so dass hier einfach eine gute Rendite möglich ist.

8. Welche Vorteile hat P2P-Investment Deiner Meinung nach gegenüber anderen Investment-Formen?

Ich glaube der große Vorteil ist, derzeit (noch) eine gute Verzinsung für ein gutes Risk/Reward Verhältnis zu erhalten. Zudem hält sich das erforderliche Know-How bei dieser Anlageform in Grenzen.

9. Investierst Du automatisiert oder manuell (nicht nur P2P)? Warum investierst Du so, wie Du investierst?

Ich investiere größtenteils automatisch. Nur bei Auxmoney investiere ich Einzahlungen (notgedrungen) manuell nach. Ansonsten glaube ich nicht, dass ich persönlich „gute“ Kredite picken und dadurch meine Rendite signifikant erhöhen kann. Zudem fehlt mir auch die Zeit dafür.

10. Was war das bisher beste Investment deines Lebens?

Mein Jura Studium.

11. Wenn Du einem neuen und jungen Investor ein Buch empfehlen würdest (unabhängig ob P2P, Aktien oder Weiterentwicklung), welches wäre das?

Die Frage ist schwer zu beantworten. Es gibt viele gute Bücher in diesem Bereich. Ich glaube die Kunst in diesem Bereich ist es vielmehr, möglichst viel Wissen anzuhäufen und demnach viele (gute) Bücher zu lesen.

Im Bereich allgemeines Money-Mindset ist alles von Napoleon Hill sicherlich sehr zu empfehlen. Im Bereich Aktien sind Intelligent Investor und Security Analysis lesenswerte Klassiker. Keine leichte Lektüre, aber von unschätzbarem Wert, sind die Aktionärsbriefe von Berkshire Hathaway, der Holdinggesellschaft von Warren Buffett. Diese sind auf der Internetseite frei zugänglich. Zuletzt hat mir auch Warren Buffett´s Ground Rules von Jeremy Miller sehr gut gefallen.

12. Was hältst Du von der Rückkaufgarantie, die einige Plattformen anbieten?

Mir gefällt sie gut. Mir ist bewusst, dass sich das Risiko letzten Endes nur verlagert, jedoch fühle ich mich in Verbindung mit einer Sicherheit sehr wohl, da eine mögliche Verwertung das Risiko des Rückkäufers doch sehr begrenzt. Der Supergau des Totalausfalls dürfte zwar einen härteren Einschlag darstellen, jedoch hat man – wenn alles normal läuft – weniger (besser gesagt: keine) Ausfälle als ohne eine solche Garantie.

13. Welche 3 Aktien hältst du für eine Dividendenstrategie langfristig am sinnvollsten?

Die Frage lässt sich so nicht beantworten. Aktien die heute ein attraktives Investment darstellen, können in einem Jahr ein solches nicht mehr sein. Ob eine Aktie zu einem bestimmten Kurs kaufens- bzw. haltenswert ist, hängt letztlich nur von dem inneren Werte des Unternehmens ab – welcher freilich nur schwer und ohnehin nur ungefähr zu ermitteln ist. Gute Unternehmen gibt es viele. Stimmt der Preis nicht, zu dem man sie kauft, handelt es sich dabei jedoch nicht mehr um gute Investments. Allgemein sollte man, sofern man diese Strategie verfolgt, darauf achten, dass die Dividendenauszahlungen vom freien Cashflow ausreichend gedeckt sind.

14. Was hältst du von Kryptowährungen und denkst du, dass wir Kryptowährungen auch verstärkt auf dem P2P (Plattformen) und Aktienmarkt (ETFs) sehen werden?

Ich habe keine Meinung zu dieser Frage, muss ich aber auch nicht. Ich habe für mich entschieden, dass Kryptowährungen nicht in meinen “circle of competence” fallen, da ich die Mechanik nicht verstehe und ich auch keine Muße und Motivation habe, dies zu ändern. Rein vom Gefühl könnte ich mir vorstellen, dass Kryptowährungen an Bedeutung gewinnen und auch weiter im Kurs steigen. Ich erblicke dort jedoch nicht den Gegenwert hinter dem Investment, so dass man bei einem Kauf darauf angewiesen ist, dass einem irgendwann jemand mehr dafür bezahlen wird. Solche – Investments die in den Bereich „greater fool theory“ (bitte bei Interesse googlen) fallen – versuche ich stets zu vermeiden.

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Fazit zu Benjamins P2P Kredit Erfahrungen

Besten Dank Benjamin für die Erfahrungswerte aus deiner schon langen Anlegerkarriere. Ich finde es extrem beachtlich mit welcher Bewusstheit Benjamin an das P2P Investment herangeht und es genau als das sieht, für das es prädestiniert ist. Nämlich als nicht korrelierende Erweiterung zu einem Aktienportfolio. Genau so verfahre ich auch. Allerdings ist Benjamins Erfahrungsschatz als Investor weit größter als der, von den meisten anderen Investoren. Das schlägt sich natürlich auch direkt auf seinen Start in die P2P Kredit Branche nieder und er profitiert hier massiv von seinem zuvor aufgebauten Wissen und kann es direkt von Beginn an richtig angehen.

Als was siehst du das P2P Investment? Auch als Erweiterung deiner normalen Anlagestrategie? Schreib deine Meinung dazu jetzt in die Kommentare!

Beitragsbild: pixabay.com @ PhotoMIX-Company (Creative Commons CCO)

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4 Kommentare
  1. DerFinanzstratege
    DerFinanzstratege sagte:

    Hallo Lars, ich sehe P2P Investments ähnlich wie Du und Benjamin. Zum einen ist es ein alternatives Investment zum Aktienmarkt. Die Korrelation sehe ich bei kleiner 1, das heißt es tritt aus meiner Sicht für mein Portfolio ein Diversifikationseffekt ein. Außerdem handelt es sich bei P2P vom Zahlungsstrom her um ein klassisches Kreditprodukt, das heißt feste Verzinsung auf ein investiertes Nominalvolumen. Dabei gewinnen P2P Investments derzeit auch klar gegen das Anlageinstrument der Anleihe, die ja letztlich auch ein verbrieftes Kreditprodukt darstellen. Aufgrund der vielfach auch nur kurzfristig möglichen Investments können P2P Investments für mich auch teilweise eine Cashreserve ersetzen – mit großen Ertragshebel für diesen Portfolioteil. Unter Risiko-Rendite-Gesichtspunkten ist P2P im Ergebnis eine attraktive Portfoliobeimischung.
    Viele Grüße
    Andreas

    Antworten
    • Lars
      Lars sagte:

      Hi Andreas,

      danke dir für deinen Kommentar! Ja, das mit der Cashreserve hat Alex Fischer ja auch in seinem Beitrag, der im Artikel verlinkt ist, schön beschrieben. Aus Korrelationsaspekt eine geniale Sache!

      Viele Grüße

      Lars

      Antworten
  2. Dennis
    Dennis sagte:

    Hallo Lars,

    mir gefällt diese Interview-Serie, da man immer verschiedene Perspektiven sehen kann. Für die Zukunft gerne mehr davon 😉

    Eine wissenschaftliche Studie zur Korrelation zwischen P2P- und Kapitalmärkten (Aktien und co.) wäre sicher mal interessant. Aber dafür fehlen wohl noch genügend Erfahrungswerte. Aber vielleicht traut sich mal eine Uni oder ein Institut an das Thema. Weißt Du, ob sich schon jemand damit intensiv befasst hat?

    Viele Grüße
    Dennis

    Antworten
    • Lars
      Lars sagte:

      Hi Dennis,

      danke dir! Die Serie geht mit einem sehr interessanten Gast weiter 🙂 Sei gespannt! Zur Studie: Es gibt diverse Auswertungen vom US-Markt (die haben wir auch im Buch), aber hier ist mir noch nix so richtig untergekommen zum Thema Korrelation.

      Viele Grüße

      Lars

      Antworten

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