christopher klein

Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung dieses Artikels, bin ich gerade in Tallinn für dich und besuche dort Estateguru und Bondora. Gestern durften wir Mintos, Viainvest, DoFinance und Bulkestate persönlich kennenlernen. Ein Review zu den Treffen konnte ich natürlich in der kurzen Zeit noch nicht anfertigen, da ein Blogartikel extrem viel Arbeit macht. Daher springt heute ein Gastautor für mich ein, den ich durch einen eigenen Gastartikel bei Finanzglück zum Thema Self-Publishing in einer kontroversen Kommentardiskussion kennengelernt habe. Seitdem tauschen wir uns regelmäßig zu unserem Business aus und lernen voneinander. So kann das Leben spielen. Ich wünsche dir viel Spaß beim heutigen Investoren Interview mit Christopher Klein.

Inhalte

Das Interview

Bitte stelle dich kurz vor. Wer bist du, was tust du und was ist dein leidenschaftliches Hobby?

Ich bin Chris, Unternehmer, Blogger auf www.geldsystem-verstehen.de, Finanz-Crashtestdummy und leidenschaftlicher Autor. Wenn ich mich hin und wieder von meiner Arbeit, die zugleich meine Berufung ist, losreißen kann, dann reise ich gerne mit meinem verrosteten VW-Bus durch Europa oder mit meiner Freundin durch ihr Heimatland, Mexiko.

Christopher Klein

Quelle: Portrait Chris Klein

Was erwartet die Leser auf deinem Blog und in deinen Büchern?

Unser Blog, den ich gemeinsam mit Jens Helbig betreibe, besteht aus zwei Teilbereichen. Unserem Studium der Volks- und Finanzwirtschaft geschuldet haben wir uns lange mit dem Geldsystem und seiner durchaus problematischen Konstruktion beschäftigt. Später begannen wir mit der Suche nach Wegen, das Hamsterrad – durch den Aufbau passiver Einkommensquellen – zu verlassen.

Diese Themen verfolgen wir auch in unseren Büchern. Wir geben darin immer zuerst einen kurzen theoretischen Überblick über das jeweilige Thema, bevor wir unsere Leser mit am eigenen Leibe erprobten (daher Crashtestdummy) und wirklich funktionierenden Strategien an die Hand nehmen, ihre finanzielle Zukunft selbst in die Hand zu nehmen.

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Wie sieht deine Karriere als Privatinvestor bisher aus? Womit und wann hast du begonnen, wo stehst du heute?

Mein Leben als Privatinvestor steht noch immer relativ am Anfang. Wie die meisten hatten meine Eltern in gutem Glauben mehrere Bausparverträge für mich abgeschlossen und ein Sparkonto eingerichtet, die ich sobald ich 18 wurde liquidierte.

Begonnen habe ich die Investition in einen Finanzblog, der über die Jahre stetig wuchs. Die wahre Investition für mich ist die Zeit, die ich mir durch zusätzliche Einkommensquellen nehmen kann. Für mich ist der Aspekt “Freiheit” in der viel verwendeten Begrifflichkeit “finanzielle Freiheit” der maßgebliche. Zeit, die ich in Projekte stecken kann, die ich wirklich und mit ganzem Herzen unterstütze und voranbringen möchte, statt als williger Hamster in einem sich immer schneller drehenden Getriebe “zu Tode zu rennen”.

Heute investiere ich in P2P-Kredite, ETFs, Crowdinvesting-Projekte und nicht zuletzt in Reisen und den Ausbau meiner Fähigkeiten und speziellen Talente.

Wann hast du deinen ersten Euro komplett passiv verdient und womit?

Meinen ersten Euro habe ich vor etwa 5 Jahren passiv durch unseren Finanzblog und Affiliate-Marketing verdient.

Bevorzugst du mehr Kurz- oder Langzeitinvestitionen?

Ich bin leidenschaftlicher passiver Investor und setze daher auf den langfristig sich lawinenartig aufbauenden Zinseszins-Effekt.

Was hat dich zum P2P-Investment gebracht?

Meine Recherchen zu meinem Buch “Nine-to-five muss nicht sein!”. Als Finanz-Crashtestdummy schreibe ich nur über Dinge, die ich selbst ausprobiert habe, die funktionieren und die ich für nachhaltig halte.

Auf welchen P2P-Plattformen bist du derzeit aktiv?

Derzeit investiere ich jeweils 50€ im Monat auf Mintos, Bondora und Twino.

Wenn du an deine meistgenutzte P2P-Plattform denkst, was ist in deinen Augen der Hauptvorteil dieser Plattform?

Die Autoinvest-Funktion. Als Faulbär möchte ich möglichst wenig aktiv mit meinen Investments zu tun haben, um die Passivität dieser Investitionsformen so hoch wie möglich zu halten und nicht zuletzt keine emotionale Bindung zu meinen Investitionen aufzubauen.

Welche Vorteile hat P2P-Investment deiner Meinung nach gegenüber anderen Investment-Formen?

Die Renditen sind, gegenüber den meisten anderen Investitionsmöglichkeiten in 2017 überdurchschnittlich gewesen und übersteigen auch die historischen Börsenwerte. Darüber hinaus kann man mit P2P-Investments sein Gesamtportfolio wunderbar streuen und damit das Gesamtrisiko senken.

Investierst du automatisiert oder manuell (nicht nur P2P)? Warum investierst du so, wie du investierst?

Ich investiere automatisiert, sowohl in P2P-Kredite als auch ETFs. Der Grund liegt, wie erwähnt, in der Passivierbarkeit des Vermögensaufbaus bzw. der passiven Einnahmen. Zudem sind gerade am Finanzmarkt die Kurseinbrüche nur dann schädlich, wenn man verkauft (der #1 Fehler der meisten Klein- und Privatinvestoren). Damit habe ich als passiver Anleger in ETF-Sparpläne keine Sorgen, sondern profitiere langfristig sogar vom sogenannten “Cost-Average Effekt”.

Peerberrry

Wie sieht deine persönliche Anlagestrategie aus (inkl. P2P)?

Meine größten Investitionen gehen nach wie vor in mich und meine Bildung und anwendbare Fähigkeiten (gerade im Online-Bereich). Ich bin der Überzeugung, dass sich hieraus die größten Renditen ergeben. Darüber hinaus investiere ich monatlich 150€ in nachhaltige ETFs (Sparpläne), 150€ auf ein Sicherheits-Rücklagenkonto, 150€ auf drei P2P-Plattformen verteilt, 50-100€/Monat in Crowdinvesting-Projekte und wahrscheinlich viel zu viel in meinen Bus und andere Reiseabenteuer und Erfahrungen. Darüber hinaus spende ich seit einigen Jahren jeden Monat 40€. Sicherzustellen, etwas zurückzugeben, finde ich enorm wichtig. Auf diese Aufteilung stieß ich durch die Lebensphilosophie Buddhas in Bezug auf Geld, die ich sofort sympathisch fand. Einen Teil als Polster, einen Teil in unsere Fähigkeiten, einen Teil in den Konsum und einen vierten Teil sollen wir spenden. Die Aufteilung bleibt uns selbst überlassen. Das Ergebnis ist ein in jeder Hinsicht gesundes Verhältnis zu Geld.

Was war das bisher beste Investment deines Lebens?

Der Schritt in die Vollzeit-Selbstständigkeit und das Unternehmertum. Hierfür habe ich alle meine Ersparnisse, ca. 15.000€, “riskiert”. Heute bin ich finanziell frei und könnte theoretisch aufhören zu arbeiten.

Wenn du einem neuen und jungen Investor ein Buch empfehlen würdest, welches wäre das?

Ich bin ein riesen Fan von “The Go-Giver” von Bob Burgh und John D. Mann. Ein Buch, das man unbedingt gelesen haben muss. Außerdem liebe ich “The Millionaire Fastlane” von MJ de Marco, “The Education of Millionaires” von Michael Ellsberg und last but not least “Relentless” von Tim Grover. Darin geht es um viel mehr, als nur ein spezielles Investment. Es sind Bücher, die inspirieren, seinen eigenen Weg zu gehen und nicht damit aufzuhören, bevor man erfolgreich damit ist.

Wie wichtig ist deiner Meinung nach P2P als Säule im persönlichen Gesamtportfolio?

Für mich ist das P2P-Investment ein mit höherem Risiko “belasteter” Renditebringer. Insofern spielt er eine wichtige Rolle für den langfristigen Vermögensaufbau – durch automatische Reinvestition der Zinsen.

Wie viel Prozent deines Gesamtportfolios würdest du in P2P investieren?

P2P-Investments machen in meinem Gesamtportfolio etwa 15 bis 20 Prozent aus.

Was hältst du von Kryptowährungen und denkst du, dass wir Kryptowährungen auch verstärkt auf dem P2P (Plattformen) und Aktienmarkt (ETFs) sehen werden?

Kryptowährungen sind für mich, als dem Geldsystem ohnehin kritisch gegenüberstehender Mensch, eine interessante aber nach wie vor etwas undurchsichtige Alternativwährung. Sollten sich keine gesetzlichen Beschränkungen, ausgelöst durch die großen, zum Teil privaten, Zentralbanken der Welt ergeben, werden wir Kryptowährungen schon bald in allen Aspekten unseres Lebens sehen.

Gerade den Aspekt der in der Theorie nicht möglichen Inflation finde ich an Kryptowährungen sympathisch. Die meisten Menschen verstehen nämlich nicht, dass Inflation zunächst nichts mit Preissteigerung zu tun hat, sondern diese erst die indirekte Konsequenz ist. Inflation kommt aus dem lateinischen “inflare” und heißt aufblähen. Gemeint ist die Geldmenge. Eine erhöhte Geldmenge bedeutet mehr Geldangebot, was die Preise letztlich hochschnellen lässt. Genau das, was die EZB und die Fed schon seit Jahren expansiv betreiben. Diese Preissteigerung beobachten wir derzeit allerdings nicht in der Realwirtschaft, sondern am Finanzmarkt. Denn dorthin verschwindet der Großteil des neu geschöpften Geldes und durch Privatbanken gehebelte Kredite (nur Ansprüche auf richtiges Geld bzw. gesetzliches Zahlungsmittel).

Zum Abschluss würde mich noch wahnsinnig interessieren, wie deine Portfolioaufteilung prozentual aussieht. Verrätst du meinen Lesern das?

Gerne doch, meine Portfolio-Aufteilung findest du im nachfolgenden Diagramm:

Christopher Klein

Quelle: Portfolio von Chris Klein

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Fazit Interview Christopher Klein

Danke dir Chris für die spannenden Einblicke in deine Investments und dein Business. Was bei Chris Interview ganz klar herauskommt, ist die Tatsache, dass seine wichtigste Anlageklasse keinesfalls seine finanziellen Investments, sondern sein Business sind. Wie ich ist Chris Publisher und fokussiert auf den Amazon-Markt. Wir verfolgen unterschiedliche Ansätze, aber unsere Ziele decken sich weitestgehend. Wir versuchen beide Bücher zu produzieren, die sich von dem ganzen Schrott auf Amazon absetzen 🙂 Ich kenne inzwischen viele Publisher aus der Szene, aber ich habe bisher noch keinen kennengelernt, der so fokussiert und leidenschaftlich dabei ist.

Übrigens kriege ich sehr viele Anfragen zum Thema Self-Publishing und einem persönlichen Coaching. Ich habe jedoch aufgrund meiner Projekte und Reisen nicht die Zeit dafür, einen angehenden Publisher langfristig zu begleiten. Chris hat aber mit seinem Geschäftspartner einen Online-Kurs entwickelt, der meiner Meinung nach alles abdeckt, was du als Publisher brauchst. Das ist allerdings kein Kurs für Faulbären 🙂 Wenn du dich auf das Abenteuer Publishing einlässt, dann sei dir bewusst, dass es deine volle Aufmerksamkeit und einen enormen Zeitaufwand benötigt, um hier erfolgreich zu sein. Das weiß ich aus eigener Erfahrung.

Beitragsbild: pixabay.com @ Marisa_Sias (Creative Commons CCO)

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4 Kommentare
  1. Katharina
    Katharina sagte:

    Danke für dieses Interview! Ich beginne erst gerade mich mit Investmentmöglichkeiten zu beschäftigen, daher ist es für mich sehr wertvoll zu sehen, wie viel investiert wird und in welcher Streuung.

    Antworten
  2. Alexander Schmidt
    Alexander Schmidt sagte:

    Hallo Lars,
    bei dem Besuch der P2P-Platformen habt ihr TWINO außen vor gelassen. Ist die Platform in deiner Augen auf die letzte Stelle gerutscht?

    Antworten

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