Flender – P2P Investment im Land der Kobolde

P2P Investment im Land der Kobolde? Echt jetzt? Ja, wir gehen heute mal nach Irland. Nach den vielen Plattformen, die ich inzwischen im Baltikum besiedelt habe, möchte ich auch mal über den Tellerrand schauen, und sehen, wo man noch so investieren kann. Konkret geht es heute um die Plattform Flender (Neuzugang in meiner Plattformübersicht). Der Vergleich mit den Kobolden passt übrigens ganz gut, denn der Legende nach besitzt jeder irische Kobold einen Topf voll Gold, den er am Ende des Regenbogens versteckt. Schauen wir uns doch mal an, ob wir davon ein paar Krümel finden, die in unsere Tasche wandern.

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Was ist Flender?

Flender wurde erst in diesem Jahr gegründet und ist eine Plattform, auf der du in Firmenkredite der verschiedensten Arten investieren kannst. Ansässig ist die Plattform in Irland oder genauer gesagt in der Heimat der legendären Temple Bar in Dublin. Es soll wohl auch in Zukunft Konsumentenkredite geben, zum jetzigen Zeitpunkt habe ich diese allerdings noch nicht auf der Plattform sehen können. Das könnte allerdings auch am Konzept von Flender liegen. Kreditnehmer können hier nämlich Kreditprojekte einstellen und diese auf „privat“ schalten und diese Anzeige erstmal ihrem Umfeld zugänglich machen. Reicht das Geld dann nicht, besteht die Möglichkeit die Projekte für die breite Masse zu öffnen. Ich habe die Plattform schon länger im Auge. Aufgrund des fehlenden Auto-Invests hatte ich sie allerdings bisher ignoriert. Diesen gibt es aber seit einiger Zeit und daher habe ich meine erste Einzahlung auf einer irischen Plattform gemacht.

Die irische Plattform hat übrigens auch die Genehmigung der britischen Aufsichtsbehörde FCA und ist somit berechtigt, auch Kredite an britische Unternehmen und Verbraucher zu vermitteln. Die komplette Anlage deines Geldes verläuft dabei aber in Euro! Coole Sache! Übrigens plant Flender auch in die USA zu expandieren. Hier geht es also mal in eine ganz andere Richtung als bisher.

Flender
Quelle: Das Flender-Team

Allerdings ist Flender wie Estateguru eher was für größere Geldbeutel. Mit 1, 5 oder 10 Euro kommst du hier leider nicht sehr weit. Wie du es schon von Estateguru kennst, ist auch hier der Mindestanlagebetrag 50 Euro. Aus diesem Grund und der aktuell noch mageren Kreditversorgung wird es also etwas dauern, bis du dein Investment ordentlich und einigermaßen sicher gestreut hast. Aber die Plattform steht noch ganz am Anfang und auch bei Estateguru sah es anfangs so aus und mittlerweile fließen regelmäßig Kredite auf den Markt.

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Was macht Flender für mich interessant?

Nachdem ich mit Estateguru schon meine ersten Erfahrungen mit größeren Krediten sammeln konnte und die Ergebnisse bisher wirklich gut aussehen, wollte ich mal eine weitere Plattform ausprobieren, die keine 0815-Konsumentenkredite anbietet. Einziger Bremsklotz war bisher immer der fehlende Portfolio-Builder, aber das ist ja nun gelöst. Ohne Portfolio-Builder werde ich an keine Plattform mehr gehen. Auch auf ein Versprechen, dass irgendwann mal einer kommen wird, lasse ich mich nicht mehr ein. Aus den zeitraubenden Fehlern der Vergangenheit (siehe Crosslend), habe ich gelernt. Oder sagen wir, ich habe etwas dazugelernt.

Auch das Konzept mit den privaten und öffentlichen Krediten finde ich sehr ansprechend und ich möchte dieses in Zukunft gern verfolgen und schauen, wie sich die Plattform entwickelt. Ich werde also anfangs wie immer nur recht wenig investieren und mir die Plattform mal anschauen.

Die Kontoeröffnung

Die Kontoeröffnung bei Flender war ziemlich einfach, in wenigen Minuten abgeschlossen und ich war ready um das erste Geld zu platzieren. Ein bisschen Überprüfungsgeraffel, wie man es halt kennt und ich konnte zur Einzahlung übergehen. Dann kam mal was wirklich Überraschendes. Du kennst das, normalerweise gibt es eine Bankverbindung und du überweist Geld auf die Plattform. Das geht hier auch. Flender bietet allerdings zusätzlich die Möglichkeit an, per Kreditkarte Geld auf dein Konto einzuzahlen, was ich gleich mal getestet habe. Ein paar Minuten später war nicht nur mein Account registriert, sondern auch das Geld drauf.

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Quelle: Einzahlung auf meinem Flender-Konto

Bei Flender hast du also nicht mehr die Standard-Wartezeit für eine SEPA-Überweisung, sondern kannst quasi in Echtzeit dein Geld einzahlen, was dir das Investment natürlich einfacher macht.

Wie hoch ist die Rendite?

Die Plattform selbst spricht von einer Rendite zwischen knapp 7 und 10%. Wenn ich mir die vergangenen Projekte aber mal so anschaue, sehe ich da fast nichts unter 10.

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Quelle: Archivierte Kredite von Flender

Ich denke, damit kann man durchaus leben. Natürlich wirst du hier keine Bondora Rendite von 16% oder mehr erreichen, aber darum geht es ja auch nicht immer. Dafür hast du vermutlich auch keine unerhört hohe Ausfallquote, wobei zweiteres zum jetzigen Zeitpunkt bei mir natürlich auch nur eine Vermutung ist. Die Zeit wird wie immer zeigen, wie sich das Investment über Monate und Jahre entwickelt.

Ist ein automatisches Investment möglich?

Ja, seit einiger Zeit gibt es einen Portfolio Builder, bei Flender heißt dieser „Autobid“. Der Autobid ist extrem einfach zu bedienen und innerhalb weniger Sekunden konfiguriert.

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Quelle: Meine Autobid-Einstellungen bei Flender

Du hast hier ganz simpel die Auswahl zwischen den 3 verschiedenen Laufzeiten 12, 24 und 36 Monaten. Daneben kannst du für jede Laufzeit noch einen Minimalzinssatz und einen Maximalbetrag pro Kredit vergeben. Zusätzlich gibt es noch eine Einschränkungsmöglichkeit um nicht in 2 Kredite des gleichen Kreditnehmers zu investieren. Das war es aber auch schon. Abspeichern und los gehts. Für jedes Investment was der Portfolio Builder tätigt, bekommst du eine Nachricht geschickt. Was mich ein bisschen nervt, ist die Tatsache, dass du die Info-Mail derzeit noch nicht abschalten kann. Momentan kommt da noch nicht viel, aber sollte es irgendwann auf Estateguru-Niveau liegen, werden die Mails schnell nervig. Hier muss Flender noch nachbessern.

Was kostet Flender?

Flender ist für dich als Anleger absolut kostenlos. Die Plattform finanziert sich operativ also komplett über die Gebühren der Kreditnehmer, aber auch nicht von allen, sondern es wird nur eine kleine Erfolgsprämie auf Geschäftskredite gezahlt. Voraussetzung für die Gebühr ist der erfolgreiche Abschluss einer Kampagne. Welche Kosten für den Kreditnehmer exakt entstehen, kann man auf der Plattform leider nicht sehen.

Für wen eignet sich Flender?

Die Plattform befindet sich noch in einem Anfangsstadium. Sie ist also eher geeignet für Investoren, die weitere Plattformen erforschen und an der Entwicklung teilhaben wollen. Mit einer etablierten „1 EUR“-Konsumentenplattform wie Bondora ist Flender nicht vergleichbar. Hier sollte man alleine schon aus Gründen des Mindestinvest und einer zukünftigen Diversifikation ein paar Euro mehr mitbringen.

Ansonsten kann man auf der Plattform viel entdecken. So ist jeder Kredit ähnlich detailliert wie bei Estateguru aufgebaut und es gibt oft viel zu lesen und manchmal auch zu sehen in Form von YouTube-Videos. Die Projekte und das Anliegen der jeweiligen Kreditnehmer werden detailliert dargestellt:

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Quelle: Ein aktuelles Flender-Projekt in das ich investiert bin

Kleines Manko für einige wird sicher auch die derzeit noch komplett in englischer Sprache gehaltene Oberfläche sein. Man sagte mir hier aber zu, dass eine deutsche Übersetzung kommen soll. Es ist also nur eine Frage der Zeit (und vermutlich der Anzahl an deutschen Investoren).

Wie sind die Kredite bei Flender abgesichert?

Bei Flender gibt es keine Rückkaufgarantie oder irgendwelche andere bekannte Späße. Hier können (wie es sich gehört) nun mal Kredite ausfallen. Die Plattform bewertet jeden Kreditnehmer auf der Grundlage der Kreditinformationen von Equifax, der Analyse des Cashflows und gegebenenfalls der Umsatzsteuererklärungen. Jeder Antrag wird nach Informationen der Plattform sorgfältig geprüft, bevor er auf Flender veröffentlicht wird.

Sollte es doch mal zu einem Ausfall kommen, hat Flender wie jede andere Plattform auch ein Inkassoprogramm, welches durch ein externes Inkassounternehmen abgewickelt wird um Zahlungsausfälle zu vermeiden. Der Kreditnehmer muss die Kosten für die Eintreibung tragen – das ist auch eine Bedingung für sein Darlehen. Wenn es nach dem Inkassoverfahren einen Fehlbetrag gibt, teilen sich alle Kreditgeber dieses Kreditnehmers die Kosten dafür anteilig.

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Fazit Flender

Flender wird mal wieder eine interessante Erfahrung werden. Eine neue Plattform in einem neuen Land. Ich werde in ein paar Monaten wieder berichten, wie meine ersten Investments verlaufen sind und was sich auf Flender in der Zeit so getan hat. Übrigens ist Flender gar nicht mehr so klein, wie man vielleicht annehmen mag. Fast 1300 Kreditgeber sind schon auf der Plattform tätig, was wohl auch die Ursache dafür sein dürfte, dass die recht großen Projekte gut finanziert werden. Ich denke diese Zeit wird sich aber zukünftig arg verkürzen, daher war die Funktion des automatischen Investments für mich ein absolutes Muss. Manuelles Investment tue ich mir nicht mehr an. Ich lasse lieber die Kobolde für mich arbeiten 🙂

Ich habe mir übrigens angewöhnt zu versuchen, mit den Plattformen für jeden Artikel auch Deals für dich rauszuschlagen. Leider ließ sich Flender hier nicht auf kleine Beträge ein, aber dafür ist der Deal ordentlich (aber vermutlich nur für Leute mit etwas mehr Geld). Du bekommst 10% Bonus auf deine Investments im Dezember (ohne Limit nach oben!), wenn du mindestens 2500 EUR investierst. Ich sags ganz offen: ich persönlich wäre bei dem Deal raus, aber wenn du Bock hast, dann nutze du ihn. Über diesen Link kannst du dich für die Aktion anmelden. Wenn du nur normal investieren willst wie ich, bekommst du über diesen Link 0,5% Cashback.

Bist du schon bei Flender? Wenn ja, wie sind deine Erfahrungen? Schreib sie in die Kommentare

Der Artikel als Video

Beitragsbild: Flender-Team mit freundlicher Genehmigung von Flender selbst.

Von mir getestete P2P Plattformen

7 Comments

  1. Töm said:

    Gibt es bei Flender auch schon eine Art Steuerbescheinigung für deutsche Anleger, bzw. ist das bei denen schon auf der Roadmap?

    Dezember 9, 2017
    Reply
    • Lars said:

      Hi Töm,

      bisher kann ich da noch nichts sehen und ich habe von meinen bisherigen 2 Investments auch noch nichts zurückerhalten, um zu sehen, wie das Ganze dann aussieht. Ich habe aber beide Punkte bei Flender angefragt und werde das Ergebnis hier bekannt geben. Ich denke, das Thema sollte schnell erledigt sein und wenn es noch nicht existiert, bin ich mir sicher, dass sie es schon auf ihrer Liste haben.

      Viele Grüße

      Lars

      Dezember 10, 2017
      Reply
    • Lars said:

      Hi Töm,

      grad nochmal mit Flender geschnackt. Wie schon vermutet, kann man es erst sehen, wenn sich die Investments in der Rückzahlungsphase befinden. Du kannst dir dann unter „Repayments“ die Reports ziehen, wie du sie auch von anderen Plattformen kennst.

      Viele Grüße

      Lars

      Dezember 12, 2017
      Reply
      • Töm said:

        Hi Lars,

        danke für deine Mühe.
        Für deutsche Anleger wäre so eine Jahresmeldung, wie bei Mintos, Twino oder Bondora fürs Finanzamt ein schöner Service, aber so geht es auch.

        Dezember 12, 2017
        Reply
        • Lars said:

          Gerne doch! Lass denen mal ein bisschen Zeit, die sind ja noch sehr jung. Sobald dort mehr Traffic aus Deutschland kommt, werden die sich automatisch darauf einstellen mit der Zeit. Das kann aber mitunter Jahre dauern. War ja bei Twino z.B. nicht anders.

          Dezember 12, 2017
          Reply
  2. Andreas said:

    Hi Lars,

    danke für Deinen spannenden Beitrag.
    Klassische Banken als Finanzintermediäre verlieren nach meiner Überzeugung durch solche leistungsfähigen Plattformen immer mehr ihre Daseinsberechtigung.

    Jetzt habe ich leider den 10% Bonus verpasst. Meinst Du, das Angebot kommt demnächst nochmal ?

    Viele Grüße
    Andreas

    Januar 4, 2018
    Reply
    • Lars said:

      Hi Andreas,

      danke für deine Nachricht. Es kann gut sein, dass das Angebot nochmal kommt. Seit ich Flender kenne, gab es dies schon 2 mal.

      Viele Grüße

      Lars

      Januar 4, 2018
      Reply

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