Viventor, die aufstrebende P2P-Plattform im Baltikum?

Nachdem ich vermehrt Fragen zur P2P-Plattform Viventor bekomme und sie auch in unserer P2P-Community mittlerweile oft Thema ist, war es höchste Zeit für mich, auch dort ein Konto zu eröffnen, um Erfahrungen zu sammeln und eure Fragen in Zukunft besser beantworten zu können. Folgend ein kurzes Video zur Plattform:

Wer ist Viventor?

Die Plattform ist mit eine der jüngsten, die ich bisher nutze. Erst seit ca. Anfang 2016 ist es dort für uns möglich zu investieren. Der Hauptsitz von Viventor liegt (wie könnte es anders sein) im Baltikum. Oder besser gesagt in Riga, der Hauptstadt Lettlands. Viventor ist ein Tochterunternehmen der spanischen Firma Pristamos Prima.

Angefangen hat die Plattform mit abgesicherten Immobilienkrediten, inzwischen werden auch einfache Verbraucherdarlehen auf dem Marktplatz angeboten. Genau wie bei Mintos vergibt auch Viventor selbst keine Kredite, sondern nutzt externe Kreditgeber (Mintos nennt sie Darlehensanbahner). Diese Tatsache bringt natürlich auch die gleichen Vorteile mit sich. Hauptsächlich nutzt die Plattform den spanischen Partner Twinero (hat nichts mit Twino zu tun) und vergibt auch (derzeit) nur spanische Darlehen.

Alle Kredite sind somit bereits vorfinanziert, was bedeutet, dass es keine Wartezeiten wie bei Crosslend oder Auxmoney gibt, sondern du direkt investieren kannst. Auch Stornierungen existieren keine. Viventor ist für Investoren aus ganz Europa geöffnet und momentan scheinen alle Darlehen abgesichert zu sein (Buyback). Viventor bietet zusätzlich noch einen Sekundärmarkt an, auf dem es möglich ist, Anteile anderer Investoren zu kaufen. Ich werde in meinen Reviews den Sekundärmarkt aber nicht weiter besprechen, da ich ausschließlich passiv auf dem Primärmarkt investieren werde.

Viventor
Quelle: Funktionerklärung von Viventor.com

Wie hoch ist die Rendite bei Viventor?

Die Rendite bei Viventor ist nicht so gewohnt hoch, wie bei anderen Plattformen im Baltikum, was mit der Tatsache zusammenhängt, dass sie hauptsächlich abgesicherte Immobilienkredite anbieten (sowohl Buyback als auch Hypothek-Besicherung vorhanden). Erst durch die Beimischung von Verbraucherkrediten kommt man auf höhere Werte. Der momentane Durchschnittszinssatz der Plattform liegt bei ca. 7%. Die Rendite erscheint für einige vielleicht auf den ersten Blick gering, ist sie aber natürlich keinesfalls. Wir sind nur ab und an zu verwöhnt.

Was kostet Viventor?

Viventor ist eine Plattform zum Nulltarif. Du bezahlst also weder für dein Konto, noch für die Anlage auf dem Erst- oder Zweitmarkt. Auch sonst fallen keinerlei versteckte Gebühren für dich an. Du bezahlst also allerhöchstens Lehrgeld, wenn deine Investitionen nicht so laufen, wie geplant oder gewünscht 🙂 Viventor finanziert sich wie die meisten anderen Plattformen auch, über die Margen der Darlehenszinsen.

Du hast also lediglich Kosten für dein Investment. Der Mindestbetrag liegt hier momentan bei 10 EUR pro Investition und du musst initial mindestens 50 Euro einzahlen, um starten zu können.

Kann ich mein Geld bei Viventor auch automatisch investieren?

Ja, Viventor setzt auf automatisiertes und passives Investment, was auch ziemlich gut zu funktionieren scheint und welches ich ausschließlich zu Beginn meines Portfolio-Aufbaus nutzen werde. Die Komplexität des Portfolio-Builders ist sehr gering (ähnlich dem von Twino). Das von mir eingezahlte Testgeld war innerhalb von wenigen Mintuen in die ersten Darlehen investiert.

Viventor
Quelle: Viventor Investor Dashboard

In späteren Artikeln werde ich noch einmal genauer auf den Portfolio-Builder eingehen.

Wie hebt sich die Plattform von anderen ab?

Ich würde sagen: die Plattform macht vieles richtig, was bei anderen auch schon funktioniert. Hinzu kommt noch eine schicke und einfache Website, die dir schnell die richtigen Wege zeigt und wo es (bisher) wenig Missverständnisse gibt.

Was die Plattform dann aber doch von anderen ein wenig abhebt, ist das Sicherheitsdenken. Viventor legt sehr hohen Wert darauf, dem Investor Sicherheit zu suggerieren. Sie setzen dabei auf Techniken, die du auch schon beispielsweise von Mintos kennst. Buyback (alle Darlehen sind abgesichert) und das LTV (genaueres zum LTV findest du hier). Was überrascht und auch erfreulich ist, ist die Tatsache, dass auch alle Verbaucherkredite mit Buyback abgesichert sind. Die Rückkaufgarantie greift nach 60 Tagen Überfälligkeit.

Ist Viventor sicher?

Die Gelder auf dem Viventor-Anlegerkonto werden auf einem separaten Bankkonto verwahrt und sind somit abgekapselt von Viventors restlichen Vermögenswerten. Im Fall einer Insolvenz der Plattform werden die angelegten Gelder somit weiter an die Gläubiger überwiesen. Wie genau das funktioniert soll, ist leider nicht exakt angeben. Hier machen andere Unternehmen deutlich konkretere Angaben. Vermutlich wird es aber so sein, dass eine dritte Partei einspringt und die Abwicklung der restlichen Darlehen übernimmt. Dieses Konzept setzen die meisten Plattformen zur Sicherung eines Insolvenzszenarios ein.

Mein Ersteindruck zu Viventor

Viventor gefällt mir auf Anhieb sehr gut. Die Steuerung ist einfach und innerhalb von Sekunden fühlt man sich wie „daheim“, weil einem alles irgendwie bekannt vorkommt. Nur an der deutschen Übersetzung hapert es noch hier und da, was aber kein ernsthaftes Problem darstellen sollte. Der Portfolio-Builder ist ebenfalls extrem einfach zu bedienen und innerhalb von ein paar Sekunden konfiguert. Die perfekten Voraussetzungen für das passive Investment.

Auch einen eigenen Blog hat man eingebunden, der jedoch leider nicht wirklich oft Beiträge veröffentlicht. Entweder haben sie einfach nicht viel zu berichten oder der Blog wird derzeit nicht betreut. Hier kann die Plattform noch von Mintos lernen, die regelmäßig sehr interessante Beitrage veröffentlichen und damit ihre Investoren „up to date“ halten.

Die notwendigsten Informationen bekommt man dann aber doch über die hausinternen FAQ der Plattform. Du findest hier z.B. Infos zu den Themen Anlage, Auto-Invest und auch wofür sich die Kreditnehmer Darlehen aufnehmen. In unserem Buch findest du dazu aber deutlich mehr Informationen.

Was negativ bei der Anmeldung auffiel: Man muss 3 Dokumente zur Verifikation hochladen:

  1. Eine Stromabrechnung oder ähnliches. (Utility Bill)
  2. Eine Kopie des Personalausweises.
  3. Einen Steuerbescheid.

Ich dachte erst, man könne sich eines dieser Dokumente aussuchen. Denn mindestens eines muss im Sinne der KYC-Regelung(Know Your Customer) und dem Geldwäschegesetz zur Verfügung gestellt werden.

Da es mich genauer interessierte, fragte ich bei Viventor nach und es ist so, dass man zur steuerfreien Auszahlung tatsächlich alle 3 benötigt. Die Auszahlung selbst funktioniert natürlich auch ohne die zusätzlichen Dokumente, allerdings wird dann die inländische Steuer fällig, die man sich extern wiederholen müsste. Hier ist also Vorsicht geboten, es sei denn, man hat Lust hinter seinen einbehaltenen Steuern herzulaufen. Naja, sei es drum. Lieber 3 Dokumente hochladen, als ein unnützes Zusatzkonto eröffnen 🙂

Im nächsten Monat werde ich dann von meinen ersten Erfahrungen und Anlagen auf der Plattform berichten.

Wie gefällt dir Viventor? Schreib es in die Kommentare

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16 Comments

  1. Philipp said:

    Kann ich mein Geld bei Twino auch automatisch investieren?
    Ja, Viventor setzt auf automatisiertes und passives Investment,

    Ähm Twino oder Viventor? 😀 Ich bin neben mintos auch bei viventor aktiv. Aktuell gibt’s da aber einen Bug bei der Anzeige. Mein Guthaben ist +150 Euro, dabei habe ich gerade mal 40€ Zinsen gemacht. Ansonsten läuft die Plattform geräuschlos. Einmal den AI angepasst und alles klappt. Meine derzeitigen Zinsen liegen bei 11.64%. Ich bin zufrieden.

    September 3, 2016
    Reply
    • Lars said:

      Hi Philipp,

      bei Twino kannst du auch vollkommen automatisiert investieren. Schau dir mal meine bisherigen Artikel dazu an:
      https://passives-einkommen-mit-p2p.de/category/twino/

      Deine Viventor-Erfahrungen hören sich nett an. Ich bin gespannt, wie meine Erfahrungen sein werden.

      September 3, 2016
      Reply
  2. Torzan said:

    Ich habe auch mal ein bisschen bei Virentor investiert, hatte dann aber oft Probleme Nachfolgekredite für das Geld aus den Rückzahlungen zu bekommen, so dass das Geld lange rumlag, was ja nicht im Sinne des Erfinder ist. Ich habe mich deswegen dazu entschieden, nicht weiter zu investieren. Aber sowas kann sich ja auch wieder ändern.

    Torzan

    September 3, 2016
    Reply
    • Lars said:

      Hi Torzan,

      das gleiche Problem hat scheinbar auch Crosslend derzeit. Bei Viventor scheint mir aber recht viel „rumzuliegen“. Das Verhältnis von Kreditnehmer zu Kreditgeber sollte aber natürlich stimmen.

      Grüße

      Lars

      September 3, 2016
      Reply
  3. Fernando de Magallanes said:

    Ich bin seit gut 3 Monaten bei Viventor und investiere nur in die kurzlaufenden Konsumerkredite (Zins ab 10% und max. 12 Monate Laufzeit). Ich hatte bisher noch kein Problem mit herumliegenden Geldern, obwohl mir der Primärmarkt mit weniger als 1000 Krediten manchmal etwas „dünn“ vorkommt. Das kann aber daran liegen, dass die Platform noch recht neu ist.
    Das mit dem Steuerbescheid habe ich auch erst per Zufall vor 6 Wochen erfahren. Immerhin wird auch ein geschwärzter Bescheid (nur die Zahlen) akzeptiert, man muß Viventor also nicht zuviel verraten.
    Ich habe übrigens mein XIRR bis September mit 9% berechnet. Ich finde, dass ist doch wirklich nicht schlecht!

    September 3, 2016
    Reply
    • Lars said:

      Ah, das ist schonmal ein wichtiger Tip für alle Neu-Investoren. Dann müssen sie sich also nicht einkommenmäßig „nackig“ machen. Danke dir für die Info.

      Mit 9% bist du wirklich gut dabei. Ich bin gespannt, wie sich Viventor in den nächsten Monaten entwickelt.

      September 3, 2016
      Reply
  4. Torzan said:

    Hallo,
    ich hate auch erst bei den Auzahlungen gedacht, dass das etwas aufwendiger wird. Nach einem netten Kontakt mit dem Support kam aber die Anwort:

    Invoice for electricity, water or internet, for example, will do.
    Also nur eine Addresvalidierung.

    Gruß Torzan

    September 5, 2016
    Reply
    • Lars said:

      Hi Torzan,

      hast du auch schon auf dein Konto auszahlen lassen mit nur einem von drei Belegen? Keine Steuerabzüge etc.?

      Viele Grüße

      Lars

      September 5, 2016
      Reply
      • Torzan said:

        Habe nochmal geschaut. Habe doch mein Steuerbescheid hochgeladen, hätte ich irgendwie verdrängt. Habe aber alle Betraäge geschwärzt.

        September 6, 2016
        Reply
  5. Fernando de Magallanes said:

    Hi Torzan,
    im Viventor FAQ für Investoren steht eindeutig:
    „Prior funds withdrawal, the investors are asked to upload a copy of tax certificate. If the certificate confirms that investor is a resident of the European Union, no taxes are applied. If the certificate is not provided, the earnings will be taxed in accordance with the appropriate Double Tax Treaty.“
    Um Problemen mit der Steuer aus dem Weg zu gehen, würde ich Dir raten, Deinen Steuerbescheid hochzuladen.
    viele Grüße
    FdM

    September 5, 2016
    Reply
  6. Gemee said:

    Hallo!
    Ich habe bei Viventor ebenfalls einen geschwärzten Steuerbescheid hochgeladen. Sie verlangen jetzt aber auf einmal eine Steuerbescheinigung vom Finanzamt und schicken in der E-Mail gleich mal ein Muster dazu mit.

    Gruß
    Gemee

    Oktober 24, 2016
    Reply
    • Lars said:

      Hi Gemee,

      ja, so geht es mir auch. In meinem Artikel am Samstag wird das auch Thema werden. An sich scheint es aber simpel zu sein und ist in meinen Augen sogar besser als ein Steuerbescheid (wer gibt den schon gerne her?). Du musst es nur ausfüllen und dir vom Finanzamt bestätigen lassen (in der Theorie).

      Viele Grüße

      Lars

      Oktober 27, 2016
      Reply
      • Gemee said:

        Hallo Lars,

        ich hab mal meine Schwester gefragt, die arbeitet beim Finanzamt. Diese Bestätigung kostet auch nichts.

        Gruß
        Gemee

        Oktober 28, 2016
        Reply
        • Lars said:

          Hi Gemee,

          danke dir für die Info. Dieses hab ich gleich im neuesten Artikel verarbeitet 😉

          Viele Grüße

          Lars

          Oktober 30, 2016
          Reply
  7. Francois Kublun said:

    Hi zusammen,

    ich habe am 02.02.2017 2.000 € an Viventor überwiesen. Leider ist das Geld noch nicht drauf. Hattet ihr auch schonmal die Erfahrung gemacht, dass es evtl. länger dauert?
    Viele Grüße

    Francois

    Februar 7, 2017
    Reply
    • Lars said:

      Hi Francois,

      generell geht die Überweisung dorthin meist schneller als wenn du deiner Oma hier in Deutschland Geld überweist. Bei dir lag allerdings das Wochenende dazwischen. Vielleicht hat es daher etwas länger gedauert. Ist das Geld inzwischen da? Ansonsten vielleicht mal beim Viventor-Support nachfragen (haben nen Live-Chat) oder den Überweisungsausgang prüfen.

      Viele Grüße

      Lars

      Februar 9, 2017
      Reply

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