Investoren-Interview Nr. 5: Steven Golly

Weiter geht es mit den nächsten P2P Erfahrungsbericht. Nachdem uns Christian Wanzek im Oktober mit seinen jungen Investment- und Reiseerfahrungen inspiriert hat, kommt nun ein weiteres Communitymitglied zu Wort. Viel Spaß beim Investoren-Interview Nr. 5!

Das Interview

1. Bitte stelle dich kurz vor. Wer bist du, was tust du und was ist dein leidenschaftliches Hobby?
Hallo zusammen! Ich heiße Steven, bin Baujahr 1993, komme aus Münster und bin derzeit Student. Im März 2014 habe ich mein BWL-Studium begonnen und wenn alles glatt läuft bin ich damit im Mai 2017 fertig. Ehrlich gesagt kann ich es kaum erwarten, endlich in die Praxis einzusteigen und eigene Erfahrungen zu sammeln. Während des Studiums wird einem sicherlich einiges an nützlichem Wissen gelehrt. Dennoch sieht es in der realen Welt oftmals ganz anders aus. Idealerweise würde ich gerne nach dem Studium ein Start-up gründen oder in einem arbeiten. Ich bin davon überzeugt, dass ich dort sehr viel lernen würde. Außerdem habe ich in den letzten Monaten einige Geschäftsideen gesammelt, die mir durch den Kopf geschossen sind. Vielleicht ist ja eine dabei, die tatsächlich funktionieren könnte. 😉

In meiner Freizeit spiele ich gerne Klavier, womit ich im März 2016 angefangen bin, und mache gerne Sport. Dazu zählen Fußball und Tennis, sowie Fitness über die Smartphone-App Freeletics.

P2P Erfahrungen

2. Wie sieht deine Karriere als Privatinvestor bisher aus? Womit und wann hast du begonnen, wo stehst du heute?
Meine ersten beiden Aktien erwarb ich im November 2010. Es handelte sich dabei um Wertpapiere von Henkel und Tata Motors. Dass die Möglichkeit bestand, Aktien über Online-Broker zu erwerben, wusste ich damals noch nicht. Deshalb vereinbarte ich einen Termin mit einem Sparkassen-Berater und ging mit meiner Mutter dort hin. Im Vorfeld hatte ich bereits mehrere Gespräche mit meinem Vater geführt und irgendwie sind wir auf Tata Motors gestoßen, sodass mir im Vorfeld schon klar war, dass ich diese Aktie gerne erwerben würde. Darüber hinaus wollte ich gerne Anteile an einem deutschen DAX-Unternehmen erwerben, sodass wir im Gespräch mit dem Berater auf die Firma Henkel kamen.

Rückblickend habe ich mit Tata Motors und Henkel gute Renditen eingefahren. Im Januar 2015 habe ich beide Papiere wieder verkauft.

Mitte 2015 habe ich damit angefangen mich vermehrt für das Thema Finanzen zu interessieren und ich stieß auf den Kanal von Kolja (AktienMitKopf) und ich fing an Bücher über das Thema zu lesen. Daraufhin stieß ich ebenfalls auf die Möglichkeit des P2P-Investments und bin auf Lars’ Blog aufmerksam geworden. Dank Lars habe ich im Mai 2016 Konten bei Bondora, Twino und Mintos eröffnet und die ersten Beträge eingezahlt. Durch seine aufschlussreichen Beiträge hat er mir den Bereich P2P näher gebracht und mir die Angst genommen Geld ins Baltikum zu überweisen. 😉

Durch Kolja’s Videos und Informationen aus Büchern habe ich außerdem in ETFs und in ein paar Einzelaktien investiert.

Mittlerweile verwalte ich ebenfalls ein Teil der Ersparnisse meiner Eltern. Sie haben schon einige schlechte Erfahrungen mit Deka-Produkten gemacht und daher habe ich Ihnen ein Depot bei der OnVista Bank angelegt, worüber ich ebenfalls meine Wertpapiere kaufe, und habe ihnen ein diversifiziertes Aktienportfolio angelegt. Im Vorfeld habe ich ihnen die Nachteile an aktiv gemanagten Fonds erläutert und ihnen das Konstrukt “ETF” erklärt. Mittlerweile haben sie ein solides Grundwissen und vertrauen mir und unserer langfristigen Anlagestrategie.

3. Bevorzugst du mehr Kurz- oder Langzeitinvestitionen?
Ich würde gerne so wenig Zeit wie möglich investieren, sodass ich diese Frage mit Langzeitinvestitionen beantworte. Von Optionsscheinen oder sonstigem habe ich zu wenig Ahnung und empfinde sie als zu spekulativ. Ich verfolge die Buy-and-Hold-Strategie und lasse mich von kurzzeitigen Kursrutschern nicht beunruhigen. Geld, welches ich bereits investiert habe oder in den nächsten Jahren investieren werde, versuche ich größtenteils bis zum Rentenalter nicht anzurühren, sodass es sich einige Jahre oder sogar Jahrzehnte vermehren kann. 😉

4. Was hat dich zum P2P-Investment gebracht?
Da möchte ich zwei Namen nennen: Lars und Kolja. Ich habe damals die Videos zum Thema P2P auf AktienMitKopf gesehen und mich daraufhin weiter mit der Thematik beschäftigt. Wie gesagt, habe ich mich irgendwann für diese Anlageklasse “bereit gefühlt” und habe das Konzept dahinter verstanden. Zu verdanken ist dies Kolja’s Videos und Lars Blogbeiträgen, sowie dem Buch “Investieren in P2P-Privatkredite”.

5. Auf welchen P2P-Plattformen bist du derzeit aktiv?
Derzeit investiere ich auf Bondora, Twino und Mintos zu jeweils gleichem Anteil. In nächster Zeit werde ich mir die Plattform Viventor noch einmal genauer anschauen und womöglich ein Konto erstellen.

6. Wenn du an deine bevorzugte bzw. meistgenutzte P2P-Plattform denkst, was ist in deinen Augen der Hauptvorteil dieser Plattform?
Derzeit gefällt mir die Plattform Mintos am besten. Sie ist übersichtlich und lässt sich intuitiv bedienen. Außerdem funktioniert der Auto-Invest tadellos und lässt sich umfangreich konfigurieren. Ein weiterer Pluspunkt für P2P-Anfänger könnte darin liegen, dass diese Plattform in deutscher Sprache verfügbar ist und in einigen Fällen eine Rückkaufgarantie anbietet.

7. Welche Vorteile hat P2P-Investment deiner Meinung nach gegenüber anderen Investment-Formen?
Zum einen sehe ich einen großen Vorteil in der geringen Korrelation zu den Aktienmärkten. Zum anderen ist der Schritt ins P2P-Investment wirklich einfach und unkompliziert. Die Registrierung bei den einzelnen Plattformen geht schnell vonstatten. Darüber hinaus gefällt mir selbstverständlich die gute Rendite. (Trotzdem sollte man immer im Kopf behalten, dass Rendite von Risiko kommt.)

8. Viele Menschen glauben, ein P2P-Investment sei unsicher, da dort nur Menschen investieren, die bei einer Bank keinen Kredit bekommen, wie denkst du darüber und was würdest du einem solchen Menschen sagen?
Vermutlich würde ich diesen Menschen zuallererst Recht geben: ein P2P-Investment birgt Unsicherheiten. Im nächsten Schritt würde ich Ihnen aber versuchen zu erklären, dass selbst ihr Erspartes auf dem Bankkonto nicht zu 100 % sicher geparkt ist. Daraufhin würde ich ihnen die Grundlagen des P2P-Investments näher bringen und ihnen den Ratschlag geben, sich weiter in das Thema P2P einzulesen und eventuell mit einem geringen Geldbetrag eigene Erfahrungen zu machen.

9. Investierst du automatisiert oder manuell?
Ich investiere derzeit nur automatisiert.

10. Warum investierst du so, wie du investierst?
Ich möchte so wenig Arbeit wie möglich mit meinem P2P-Investment verbringen und die Zeit, die ich durch Nutzung der Auto-Invest-Funktionen spare, bspw. in meine persönliche Weiterbildung investieren.

11. Wie sieht deine P2P-Anlagestrategie aus?
Vorerst möchte ich weiter beobachten, wie sich mein P2P-Investment entwickelt und dadurch Erfahrungen sammeln. Sobald ich nach dem Studium mein eigenes Geld verdiene, könnte ich mir vorstellen, monatlich einen festen Betrag in die P2P-Plattformen einzuzahlen, auch wenn der Betrag vermutlich klein ausfallen wird.

12. Wie sieht deine persönliche Anlagestrategie über alle Investmentformen hinaus aus?
Ich halte derzeit neben dem P2P-Investment ETFs, ETCs und Einzelaktien, möchte mich aber in Zukunft vor allem auf ETFs konzentrieren und diese monatlich besparen. In P2P möchte ich wie eben erwähnt auch in Zukunft weiter regelmäßig investieren, sodass mehrere Anlageklassen in meinem Gesamtportfolio vertreten sind.

13. Was war das bisher beste Investment deines Lebens?
Vermutlich war es die Zeit in Aus- und Weiterbildung, vor allem in Bezug auf das Thema Finanzen. Meiner Meinung nach kann heutzutage jeder seine Finanzen zu einem großen Teil selbst in die Hand nehmen und sich durch YouTube-Videos, Podcasts, Blogs und Bücher extrem schnell, einfach und kostengünstig weiterbilden. 😉

14. Wenn du einem neuen und jungen Investor ein Buch empfehlen würdest (unabhängig ob P2P, Aktien oder Weiterentwicklung), welches wäre das?
Es gibt wirklich viele gute Bücher, aber ich würde ihm Rich Dad Poor Dad und Cashflow Quadrant von Robert Kiyosaki empfehlen. Mir haben beide Bücher extrem gut gefallen und ich denke, sie sind als Einstiegslektüre gut geeignet.

15. Was sind deine Pläne für die Zukunft?
Im Fokus steht derzeit mein BWL-Studium, welches ich voraussichtlich im Mai 2017 abschließen werde. Vermutlich werde ich außerdem 2017 von zu Hause in eine WG oder eigene Wohnung ausziehen und damit einen weiteren Schritt in Richtung Selbständigkeit machen. Meinen Traum, nach dem Studium in einem Start-up Erfahrungen zu sammeln, werde ich natürlich ebenfalls verfolgen. 😉 Genau so, wie ich mich weiter mit dem Thema Finanzen beschäftigen und regelmäßige Einzahlungen in die unterschiedlichen Anlageklasse tätigen werde. Interessant finde ich auch das Thema Anlage-Immobilien, womit ich mich allerdings erst in einigen Jahren beschäftigen möchte.

16. In einem persönlichen Gespräch, hast du gefragt, ob du mich auch finanziell unterstützen kannst, woraus der “Spenden-Button” entstanden ist. Unterstützt du auch andere Projekte finanziell?
Sobald ich einen Blog oder einen Youtube-Kanal entdecke, der mir gute und umfangreiche Informationen zu einem bestimmten Thema liefert, suche ich eine Möglichkeit, den Personen die hinter diesen Projekten stehen, zu unterstützen. Auf das Thema P2P bin ich durch dich und Kolja aufmerksam geworden und auch durch euer Buch “Investieren in P2P Kredite” habt ihr mir die Angst vor der ersten Überweisung ins Baltikum genommen, da ich mich gut über alle Chancen und Risiken informiert fühlte.
Ich habe bereits kleinere Euro-Beträge über PayPal-Spenden-Buttons an die jeweiligen Personen gespendet. Ansonsten unterstütze ich diese Personen mit dem Kauf ihrer Produkte, wie beispielsweise E-Books etc.

Fazit

Danke Steven! Dein Interview zeigt mal wieder, wie wichtig und vor allem einfach es eigentlich für jeden von uns sein kann, sich mit seinen Finanzen auseinanderzusetzen. Ich wünschte, ich hätte schon so früh ein Interesse an Finanzen gehabt. Richtig beachtlich und auch in vielen Fällen heutzutage notwendig, finde ich, dass Steven die Finanzen seiner Eltern verwaltet. Was in kindlichen Jahren umgekehrt ist, kann durchaus seinen Sinn haben. Vor allem dann, wenn sich die Kinder weit über den finanziellen Horizont ihrer Eltern hinaus entwickelt haben.

Aber zum eigentlichen Teil. Seinen P2P-Investments: In meinen Augen macht Steven es genau richtig. Er investiert vorsichtig in diese noch immer recht neue und risikoreiche Anlageklasse und sieht es als das, was es ist. Als Ergänzung zum Gesamtportfolio. Ich wünsche Steven bei seinen Investments, beim Studium und dem Finden seiner Geschäftsidee viel Erfolg!

Wie hat dir das Interview mit Steven gefallen? Schreib es in die Kommentare.

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