Ein erster Blick auf die P2P-Plattform CrossLend

Eine ganze Weile schon beschĂ€ftige ich mich hauptsĂ€chlich mit den P2P-Plattformen im Baltikum und habe deutsche Anbieter grĂ¶ĂŸtenteils vernachlĂ€ssigt, da Anbieter wie beispielsweise Mintos in meinen Augen einfach ein ganzes StĂŒck weiter sind als die Konkurrenz hierzulande. Nach einer Umfrage in unserer P2P-Community stelle ich dir nun aber eine noch junge deutsche Plattform vor, die das vielleicht in Zukunft Ă€ndern könnte. Viel Spaß bei meinem ersten Blick auf CrossLend.

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Wer ist CrossLend?

Was wir uns jetzt anschauen, ist ebenso eine deutsche P2P-Plattform wie Auxmoney. Sie wurde 2015 gegrĂŒndet und hat ihren Sitz in Berlin. Derzeit fĂ€llt mir CrossLend immer mehr im Internet auf und auch die Investorenanzahl scheint stetig zu steigen, was nicht zuletzt am Investoren-Bonusprogramm liegt, welches sie vor einiger Zeit mal gestartet haben. Auch in der Rangliste der P2P-Anbieter von p2p-anlage.de sieht man einen deutlichen Trend nach oben.

Partnerbank ist wie bei Auxmoney die biw AG (Bank fĂŒr Investments und Wertpapiere) und dein Geld kannst du auf der Plattform ab 25 EUR anlegen. Ziemlich viel im Gegensatz zu beispielsweise Bondora (5 EUR). Das Geld fließt ausschließlich in unbesicherte Konsumentenkredite, bei CrossLend heißen sie „Notes“ (mal was originelles). Dazu spĂ€ter mehr. Das Risiko wird wie schon von anderen Plattformen bekannt, durch ein Scoring-System ermittelt. Die Risikoklassen gehen von A bis HR und stehen in direktem VerhĂ€ltnis zur erwarteten Rendite.

Crosslend

Die Zuordnung zu den Risikoklassen erfolgt durch CrossLend selbst auf Grundlage eines von ihnen entwickelten Scoring-Verfahrens anhand von statistischen Methoden.

Moment mal, Partnerbank biw? Da war doch was bei Auxmoney, dass man nur investieren konnte, wenn man ein zusĂ€tzliches Konto dort besitzt… oh noooo 🙁 Auch bei CrossLend ist es tatsĂ€chlich so und meine Motivation CrossLend zu testen, sinkt gerade gegen 0%. Vermutlich aber ein persönliches Problem von mir 🙂

Was soll das eigentlich mit diesen Notes?

Nach einiger Recherche stellte ich fest, dass die Notes nicht nur ein origineller Werbebegriff ist, sondern sich dahinter tatsÀchlich keine Kredite im eigentlichen Sinn verstecken. Die CrossLend-Plattform hat einen Emittenten, die CrossLend Securities SA aus Luxembourg. Wird nun ein Kredit gewÀhrt, dann wird er von der CrossLend Securities SA erworben und durch Begebung einer Serie von Notes verbrieft. Bei den Notes handelt es sich um Wertpapiere in Form von Schuldverschreibungen, die von Investoren dann auf der CrossLend-Plattform erworben werden können. Eine Besonderheit dieser Notes scheint die steuerliche Verrechenbarkeit zu sein. CrossLend schreibt dazu auf der Plattform:

Der Vorteil fĂŒr Sie als Nutzer der CrossLend Plattform ist, dass auch Verluste verrechnet werden können, denn diese laufen unterjĂ€hrig in einen sogenannten Verlusttopf.

Crosslend

Kostet CrossLend Geld?

Leider ja, wie bei Auxmoney wird hier 1% der Investitionssumme kassiert, was mir pauschal nochmal einen deftigen MotivationsdĂ€mpfer gibt. Auf eine grĂ¶ĂŸere Anlagesumme gesehen, kann dieser eine Prozentpunkt schon einiges ausmachen.

Wie sichert CrossLend meine Investitionen ab?

Zum einen kann nicht jeder einen Kredit beantragen. CrossLend prĂŒft im Vorfeld jeden Kreditnehmer und hat folgende Kriterien:

  • Der Kreditnehmer ist mindestens 18 Jahre und bei planmĂ€ĂŸiger FĂ€lligkeit des Kredits höchstens 75 Jahre alt.
  • Der Kreditnehmer ist StaatsbĂŒrger des Landes, in dem er den Kredit beantragt hat, und hat dort seinen Wohnsitz – oder er ist – wenn er nicht StaatsbĂŒrger des betreffenden Landes ist – seit mindestens zwei Jahren dort ansĂ€ssig.
  • Die monatliche Belastung aus der Kreditrate ĂŒbersteigt nicht 67% des frei verfĂŒgbaren Einkommens im Sinne der Kreditvergaberichtlinien der biw AG.
  • Die eingeholten KreditauskĂŒnfte enthalten keine als negativ zu bewertenden Eintragungen im Sinne der Kreditvergaberichtlinien der biw AG.

Wie alle anderen Plattformen hat CrossLend ein integriertes Mahn- und Inkassoverfahren. Wer seine Raten nicht bezahlen kann, wird durch die Plattform durch alle nur möglichen und angemessenen Maßnahmen daran erinnert, zu zahlen. Dazu gehören Telefonanrufe, Mahnungsbriefe, E-Mails und SMS-Nachrichten. Hilft das alles nichts, wird die Forderung an ein Inkassounternehmen verkauft. Die Abschlussrechnung dafĂŒr wird von deinem Anteil abgezogen. Wie bei auch bei allen anderen Plattformen, bekommst du das, was letztlich ĂŒbrig bleibt.



Vor- und Nachteile von CrossLend?

CrossLend bietet auf den ersten Blick nicht so viel Neuerungen, dass ich die Plattform gegenĂŒber den baltischen Plattformen bevorzugen wĂŒrde. Aber schauen wir mal im Detail:

Vorteile:

  • Das Investment ĂŒber die deutschen Grenzen hinaus. Bei CrossLend kannst du in Deutschland, Spanien, Großbritannien und der Niederlande investieren.
  • Gut strukturierte und eingĂ€ngige Website mit vielen Informationen.
  • Zweitmarkt in Planung.
  • Zukunftsorientiert aufgestellt.
  • Deutsche Plattform.
  • Steuerliche Anrechenbarkeit von Verlusten.

Nachteile:

  • Keine Auto-Invest Funktion. Hier werden die Deals noch ganz klassisch selbst geschossen 🙂 Auf Nachfrage wurde mir aber bestĂ€tigt, dass eine Auto-Invest Funktion bereits in Arbeit sei.
  • Ein Zusatzkonto bei der biw AG ist notwendig.
  • Klassisches Crowdlending ohne Vorfinanzierung. Es bleibt hier abzuwarten, ob ich bei einem Investment mit Ă€hnlichen Stornoproblemen wie zu Anfang bei Auxmoney zu kĂ€mpfen habe.
  • Keine RĂŒckkaufgarantie (ok, hier bin ich wohl mittlerweile etwas verwöhnt).
  • Die Notes. Ich verstehe den Sinn, aber irgendwie verwirrt es mich dennoch.
  • CrossLend kostet Geld.
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Ersteindruck CrossLend

Auf den ersten Blick haut mich CrossLend nicht vom Hocker. Zwar kann hier international investiert werden und auch ein Zweitmarkt und Portfolio-Manager ist in Planung, aber so wirklich Freude kommt (noch) nicht auf. GrundsĂ€tzlich scheint man bei CrossLend aber vorwĂ€rts zu denken und ich vermute, es ist mindestens eine so gute Plattform (gerade fĂŒr AnfĂ€nger) wie Auxmoney. Stören tun mich momentan ganz klar Punkte wie „manuelles investieren“ und die GebĂŒhren, die man bei vielen anderen Plattformen einfach nicht zahlt. Ich weiß, ich bin etwas verwöhnt von den baltischen Plattformen, aber auch das ist nun mal Geld, was letztlich fĂŒr das Re-Investment fehlt.

ZusĂ€tzlich störte mich extrem beim ersten Aufschlagen der Webseite fĂŒr Investoren, dass mit einer Rendite von ca. 14% geworben wird, was sich aber auf eine Anlage in HR-Kredite (der höchsten Risikostufe) ohne AusfĂ€lle bei einer 24-monatigen Laufzeit bezieht. Ein klarer und unnötiger KundenfĂ€nger. Ich fĂ€nde es gut, wenn CrossLend hier etwas transparenter vorgehen und sie einfach mit der durchschnittlichen Anleger-Rendite werben wĂŒrden.

Fazit

Auch wenn ich einen leichten Brechreiz bekam, als ich sah, dass ich auch hier ein Konto bei der biw eröffnen muss, mach ich es trotzdem. Nicht nur fĂŒr dich, damit du einen Einblick in die Plattform bekommst und auch eine Alternative zu Auxmoney hast, sondern auch weil ein Portfolio-Manager in Planung ist und die vorgegebenen Renditen nicht unattraktiv sind. Scheinbar ist das ganze Verfahren um die Kontoeröffnung heutzutage normal und ich halte mich daher an einen meiner eigenen LeitsprĂŒche: „Wer nicht mit der Zeit geht, geht mit der Zeit“. Augen zu und durch. Auch interessant ist der Aspekt, dass durch die „Notes“ Verluste von P2P-Krediten scheinbar steuerlich geltend gemacht werden können. Wenn das tatsĂ€chlich funktioniert, wĂ€re dies meines Wissens ein Novum auf dem P2P-Markt. Freu dich also auf den nĂ€chsten Artikel ĂŒber diese interessante und junge Plattform, in dem ich dir das Investment auf CrossLend zeigen werde.

ErgĂ€nzend zu diesem Artikel kannst du ĂŒbrigens im Nachgang noch weitere Informationen in der InformationsbroschĂŒre von CrossLend nachlesen.

Wie ist deine Meinung ĂŒber CrossLend? Schreib sie in die Kommentare!

Von mir getestete P2P Plattformen

2 Comments

  1. Henry said:

    Hallo Lars,
    es heißt doch dass man die Verluste bei den P2P Plattformen nicht abschreiben bzw. nicht mit Gewinn verrechnen kann. Jetzt habe ich folgendes bei CrossLend gefunden:
    https://goo.gl/pAxQTk

    Zitat:
    Der Vorteil fĂŒr Sie als Nutzer der CrossLend Plattform ist, dass auch Verluste verrechnet werden können, denn diese laufen unterjĂ€hrig in einen sogenannten „Verlusttopf“, woraus sich fĂŒr Sie als Investor zwei Möglichkeiten ergeben:
    1. Sie unternehmen nichts, dann wird dieser Verlust in das nĂ€chste Jahr ĂŒbertragen. Alle ErtrĂ€ge bis zu diesem Verlust-Betrag werden nicht versteuert, bis der Verlusttopf wieder auf Null ist.
    2. Sie können eine Verlustbescheinigung beantragen und diese beim Finanzamt einreichen und mit anderen Gewinnen aus anderen Depots verrechnen. In diesem Fall wird dann Ihr Verlusttopf bei der biw auf Null gesetzt.

    Was hÀltst Du davon?

    Gruß
    Henry

    Mai 14, 2016
    Reply
    • Lars said:

      Hallo Henry,

      das scheint tatsĂ€chlich einer der Vorteile der „Notes“ zu sein, da sie keine Kredite im eigentlichen Sinne sind. Ich bin sehr gespannt, ob das wirklich funktioniert. Noch ein Grund mehr, diese Plattform mal auszuprobieren.

      Viele GrĂŒĂŸe

      Lars

      Mai 14, 2016
      Reply

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