Peer-to-Peer Lending 101

In meinem letzten Buchreview ging es um einen Klassiker von Tim Ferriss, den ich mindestens einmal im Jahr lese. Heute habe ich endlich mal wieder ein P2P-Buch für dich. Es ist nicht so einfach, eines zu finden, da es auf dem deutschen Markt kaum welche gibt und die, die sich auf den englischsprachigen Raum beziehen, haben meist mit den amerikanischen Plattformen zu tun, auf denen wir als deutsche Staatsbürger nicht zugelassen sind. Marco Schwartz hat das englische Buch Peer-to-Peer Lending 101 verfasst, allerdings nutzt er, wie viele von uns auch, Plattformen wie Bondora, Mintos oder die immer beliebter werdende Plattform Viventor.

Wer ist der Autor?

MarcoSchwartz

Marco Schwartz ist ein Entrepreneur aus Leidenschaft, der einen nicht unerheblichen Teil seines Einkommens aus passiven P2P-Einkommenströmen bezieht. Seine P2P-Internetpräsenz ist noch relativ jung, man kann aber schon einiges über sein Investment im Privatkredit-Bereich auf Smart P2P Lending lesen (und hören). Aufmerksam geworden bin ich auf Marco, da er meinen Blog über Google gefunden und mich zu einem Interview eingeladen hat. Über seine Haupt-Webseite kannst du zusätzlich noch sehen, wie Marco sonst so seinen Lebensunterhalt bestreitet. Es ist durchaus interessant zu lesen und lehrreich.

Marco

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Worum geht es im Buch?

Peer-To-Peer Lending 101 handelt zu Beginn von Marcos Investmentgeschichte und wie er zu den P2P-Krediten kam. Wie in vielen anderen Geschichten (z.B. meiner eigenen) spielt die Finanzkrise eine nicht unerhebliche Rolle. Marco verlor dort sein halbes Portfolio an der Börse, machte danach eine 5-jährige Pause und schaute sich nach anderen Investmentformen um. Als er dann von seiner Bank das Wahnsinnsangebot von 1,5% auf sein 8-jähriges Festgeld bekam (was man heutzutage in der Höhe ja kaum noch bekommt), war ihm gänzlich klar, er musste sich selbst auf die Socken machen, wenn er sein Geld sinnvoll parken möchte.

Er hatte schon viel von P2P gehört, jedoch waren ihm die großen amerikanischen Plattformen Lending Club und Prosper nicht zugänglich, er fand allerdings irgendwann Bondora, war wie ich sofort davon begeistert und begann mit seinen Investments. Inzwischen besitzt Marco ein auf 6 Plattformen diversifiziertes Portfolio und bezieht schon ein nettes Einkommen aus seinen Investitionen.

Marco geht in seinem Buch auf die spezifischen Vorteile des P2P-Lending ein. Aus seiner Sicht sind das die hohen Renditen, die Generierung von passivem Einkommen, die geringe Korrelation zu anderen Anlageklassen und damit einhergehend die Option vollkommen unabhängig von diesen zu investieren.

Danach stellt er die manuelle Kreditauswahl am Beispiel eines Darlehens auf der Plattform Bondora kurz vor und zeigt dir, worauf du achten solltest und wie du gute Angebote findest. Marco hat etwas andere Kriterien als ich, geht aber sehr überlegt an die Sache ran:

  • Nur Kredite mit hoher Bonität
  • Minimal 7% Rendite
  • Nur Kurzkredite (maximal ein Jahr Laufzeit)
  • Nur Kredite mit hinterlegten Sicherheiten oder Buyback

Was dir das Buch nicht bietet

Das Buch gibt einen groben Überblick über den P2P-Markt, nicht mehr. Einarbeiten musst du dich wie immer selbst. Zwar gibt Marco ein paar Beispiele für die Kreditauswahl anhand von Screenshots, wenn das Thema aber gänzlich neu für den Leser ist, wird es schwer werden, sich damit zu identifizieren.

Was unterscheidet den Titel zu anderen P2P-Titeln

Da es nicht allzu viel vergleichbare Bücher gibt, kann man das Buch am besten mit dem von Kolja und mir vergleichen. Im Vergleich dazu, ist es verdammt kurz (ja tatsächlich), gibt dir aber dennoch in der Kürze einen kompletten Überblick über das Investment-Instrument P2P und schickt den Leser somit auf den Weg, die P2P-Plattformen zu erobern.

Obwohl das Buch noch kürzer ist als unseres, schafft Marco es eigentlich ganz gut, alles Wichtige über P2P zu sagen, was es zu sagen gibt. Er bringt sogar noch einen Vergleich zwischen P2P und anderen Anlageformen wie ETFs, Tagesgeldkonten und Immobilien mit ein. Bei dem ETF-Vergleich zielt er allerdings etwas daneben, da es auch hier inzwischen guten Produkte gibt, mit denen du ein passives Einkommen generieren kannst. Seiner Meinung ist das nicht der Fall.

Was ich durch das Buch gelernt habe

Das Buch von Marco hat es mal wieder gezeigt: P2P ist unfassbar simpel und einfach in der Umsetzung. Man kommt zwar nicht umhin, sich ein bisschen mit der P2P-Welt auseinanderzusetzen, aber wenn es einmal läuft, dann läuft es. Da ich gerade auf Crosslend viel manuell unterwegs bin, fand ich vor allem seine Kriterien zur Kreditauswahl besonders hilfreich, denn hier kann man leider nicht einfach aufs Knöpfchen drücken und dem Geld beim Wachsen zuschauen. Ein bisschen mehr ist schon notwendig.

Ansonsten habe ich als etwas erfahrener Investor natürlich nicht allzu viel Neues mitgenommen. Das Buch ist ganz klar an Anfänger gerichtet, was nicht heißt, dass du (wie ich) nicht trotzdem etwas darin findest, was du nicht kennst, selbst wenn du dich schon gut am P2P-Markt auskennst.

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Mein Fazit zu Peer-to-Peer Lending 101

Ich fands richtig cool mal einen P2P-Schmöker von einem anderen Autor zu lesen. Nicht nur als Vergleich zu unserem Buch, sondern einfach um Wissen wieder aufzufrischen und zu realisieren, dass P2P wirklich eine richtig nette Sache ist. Marco verfolgt dabei größtenteils den gleichen Denkansatz wie ich, nur dass er ein bisschen sicherheitsorientierter unterwegs ist. Besonders gefallen haben mir die aufgestellten Kriterien an das Investment, die ich so vollkommen unterschreiben kann:

  • Zugänglich mit wenig Kapital
  • Ermöglicht ein passives Einkommen mit tollen Renditen
  • Vollständige Automatisierung möglich
  • Online basiertes Investment

Peer-To-Peer Lending 101 ist verdammt kurz (knapp 50 Seiten). Für nur 2,99 kann man sich Marcos Gedanken aber als eBook locker mal mitnehmen und an einem schönen Sommertag zu Gemüte führen, sein Wissen wieder auffrischen und in Gedanken schwelgen, was nach einigen Jahren Laufzeit so möglich ist. Für denjenigen, der lieber Bücher in der Hand hat, hat Marco vor kurzem noch die Taschenbuchvariante für auch nur 6,41 nachgeschoben. Ich finde, der kurze Titel ist auch durchaus für erfahrene P2P-Investoren lesenswert. Ich lese schließlich auch die “Bücher” meines 4-jährigen Sohnes und lerne manchmal auch noch was dazu. Was das über mein Hirn aussagt, sei mal dahingestellt, da will ich keine Diskussion 🙂 Ab sofort findest du “Peer-to-Peer Lending 101” auch in meinen Buchempfehlungen.

Wie hat dir mein Buchreview gefallen? Welchen Titel soll ich mir als nächstes vornehmen? Schreib es in die Kommentare.

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2 Kommentare
  1. Daffyduck
    Daffyduck sagte:

    Hallo super Imformationen zum Thema p2p. Habe nun auch anfangen zu imvestieren. Allerdings nur einen kleinen Anteil. Meine Basis ist das Investieren in Etf. Bevorzugst du hauptsächlich ausschüttende Etf , wenn Du damit ein passives Einkommen generierst? Bei den sogenannten Dividenden Etf bin ich ja eher skeptisch da diese meiner Meinung zu wenige Titel enthalten 30-100. Beste Grüße

    Antworten
    • Lars
      Lars sagte:

      Hi und danke für deinen Kommentar 🙂

      Inzwischen bevorzuge ich ausschüttende ETFs, damit ich selbst entscheiden kann, was mit dem Überschuss entsteht (trotz direkt Versteuerung). Das passt bei mir auch ins restliche Konzept, weil inzwischen alles ausschüttet.

      Ich finde 30 – 100 Titel können durchaus ausreichen, wenn man auch branchenübergreifend streut. Die Frage ist eher, ob die ETFs wirklich besser sind, als ausgewählte Dividendenaktien zu kaufen, da in meinen Augen jeder Dividendenindex irgendeinen Haken hat und die ETFs diese nunmal abbilden. Es ist halt der einfachste Weg zu starten und ich habe auch so angefangen. Inzwischen kaufe ich die Aktien aber einzeln.

      Viele Grüße

      Lars

      Antworten

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