Buchreview „Für Kinder Geld anlegen“

Das es auf meinem Blog nicht nur um P2P-Kredite gehen soll, sondern auch um finanzielle Grundbildung zum Aufbau von passivem Einkommen, gibt es heute mal wieder ein interessantes Buchreview, was vor allem für diejenigen interessant sein wird, die Kinder haben. Für jeden finanziell interessierten Familienvater (oder natürlich auch jede finanziell interessiere Mutter) ist es ein wichtiges Thema oder sollte es zumindest sein. Geld anlegen für mein Kind. Wie mache ich das eigentlich? Was ist sinnvoll, was nicht? Im folgenden Buch findest du dazu Anregungen und Lösungen. Es geht heute um den Titel „Für Kinder Geld anlegen: Wie Sie Kinder mit minimalem Aufwand absichern“ von Henning Lindhoff.

Geld anlegen für mein Kind

Wer ist der Autor?

Henning Lindhoff ist stellvertretender Chefredakteur des Monatsmagazins „eigentümlich frei“, Autor zahlreicher Sachbücher. Er sollte jedem der meinen Blog regelmäßig liest, oder meine FB-Fanpage verfolgt, ein Begriff sein. Denn auch er hat sich als P2P-Experte positioniert und betreibt unter anderem den Blog p2p-investment.de. Hier veröffentlicht er regelmäßig Interviews mit interessanten Personen im P2P-Umfeld oder themenbezogene Artikel.

Worum geht es im Buch?

Es geht es um das Thema: „Geld anlegen für mein Kind“ und ist ein Buch für mitdenkende Eltern. Es betrifft alle, die für ihre Kinder den Start ins „richtige“ Leben später etwas einfacher machen und nicht unnötig Geld verschwenden wollen. Dabei setzt Henning ganz am Beginn an. Z.B. erklärt er, warum es überhaupt wichtig ist, sich selbst darüber Gedanken zu machen und es nicht irgendwelchen Bankberatern zu überlassen. Zusätzlich dazu kommen noch eine Portion Grundwissen über Dinge wie Börse, Inflation, Aktien, Fondsarten, ETF-Recherche via justETF, Besteuerung der Anlagen etc. Er rechnet z.B. auch Schritt für Schritt vor, warum Aktien überhaupt eine wichtige Säule der Vorsorge sind. Es ist also ganz klar Literatur, die sich an Anfänger richtet und nicht an erfahrene Börsengurus.

Eines stellt Henning klar im Buch für den Leser fest: eine langfristige Strategie muss her, die Jahrzehnte überdauern kann, um das Vermögen deines Nachwuchses zu konservieren und zum richtigen Zeitpunkt „abrufbereit“ zu haben. Dabei müssen wir Selbstverantwortung für die Kinder übernehmen, denn die können es noch nicht, bis sie volljährig sind. Und seien wir mal ehrlich. Die meisten können es dann auch noch nicht 🙂 Natürlich darf man auch bei einem hohen Anlagehorizont ein paar Risiken eingehen. Diese sollten aber wohl dosiert sein und mit der Zeit reduziert werden.

Henning kommt zu dem Schluss, das ETFs das Mittel der Wahl sind, um für Kinder sinnvoll Geld anzusparen. Auch ich verfolge diese Strategie für meinen Sohn und mache es mir sogar so einfach, dass ich derzeit nur einen einzigen ETF für meinen Sohn kaufe, den ARERO-Weltfonds. Ob ich bis zu seinem 18ten dabei bleiben werde, weiß ich noch nicht. Aber für den Aufbau eines „Basisvermögens“, scheint er mir geeignet zu sein.

Zu guter Letzt gibt das Buch auch noch Tipps, wie du deinem Kind den Umgang mit Geld sinnvoll beibringen kannst. Es ist wichtig für die Kleinen, dass sie frühzeitig den Unterschied zwischen Konsum und Investition lernen.

Was dir das Buch nicht bietet

In Hennings Schmöker geht es nicht um windige Geldanlagen (wie z.B. P2P-Kredite 🙂 ), sondern um solide Anlagestrategien, damit dein Nachwuchs später auch noch was vom angelegten Geld hat. Denn ich glaube nichts ist schlimmer bei der Geldanlage für Kinder, als später zu merken, dass man das eigentlich für seine Zukunft angelegte Geld irgendwo verzockt hat. Und das nur, weil man noch das letzte bisschen Rendite rauspressen wollte. Ein Fehler, den ich mir persönlich niemals verzeihen könnte.

Was unterscheidet den Titel von anderen seiner Art?

Das ist einfach zu sagen. Es gibt kaum einen ordentlichen alternativen Ratgeber für den Vermögensaufbau des Nachwuchses. Von daher hat Hennings Buch fast ein Alleinstellungsmerkmal. Ich konnte es nicht glauben, als meine Amazon-Recherche kaum was brauchbares dazu auspuckte, und das bei so einem wichtigen Thema. Das zeigt mir, dass sich scheinbar niemand dafür interessiert. Was ist da bloß los? Leute, das sind eure Kinder und ihr könnt mit ganz wenig Geld und einer ordentlichen Geldanlage über Jahre so verdammt viel erreichen.

Was ich durch das Buch gelernt habe

Zugegeben, da ich mich vorher schon mit dem Thema für meinen eigenen Sohn intensiv auseinandergesetzt hatte, hab ich nicht mehr allzu viel neues dazugelernt. Aber ein bisschen gab es dann doch. Beispielsweise kannte ich noch nicht den Unterschied zwischen physischen und physisch optimierten ETFs. Auch die Erklärungen der einzelnen Indizes waren richtig spannend und gut geschrieben. Hennings Gedanken zum Kauf von physischem Vermögen wie Silber und Gold waren (auch wenn ich ihnen nicht folgen werde) ebenfalls sehr interessant für mich.

Sehr spannend ist auch die Diskussion darüber, was denn nun besser ist: Geld über mein eigenes Depot ansparen oder doch lieber auf den Namen des Kindes? Auch dazu habe ich mir selbst im Vorfeld viele Gedanken gemacht und Hennings Ausführungen haben diese nochmal etwas beleuchtet.

Mein Fazit zu „Für Kinder Geld anlegen“

„Für Kinder Geld anlegen“ ist ein schönes Buch mit Fokus auf eine sichere und langfristige Geldanlage für deinen Nachwuchs. Für jeden, der sich gut mit ETFs etc. auskennt, wird nicht viel neues dabei sein. Für Neulinge jedoch ist das Buch sehr lehrreich.

Was man allerdings ein bisschen stärker hätte herausheben können, ist der klare Bezug zu Kindern. Natürlich ist es ein Ratgeber für die Geldanlage bei Kindern, aber dennoch unterscheidet sich das Buch in manchen Kapiteln nicht von einem „normalen“ Finanzratgeber. Auch hätte Henning den Leser ruhig ein bisschen mehr am Kragen packen können, weil das Thema so wichtig für die Zukunft des Nachwuches ist.

Vielleicht greift er dies in der nächsten Auflage nochmal auf. Das Buch vermittelt dennoch so ziemlich alles wichtige, was du für die Geldanlage deines Kindes wissen musst und erhält daher auch Einzug in meine Buchempfehlungen. Aber es ist wie immer…. lesen ist schön und gut, aber du musst seine Tipps auch umsetzen. Am besten sofort (wenn du es noch nicht getan hast)! Denn wenn du es nicht tust, tut es wahrscheinlich niemand. Denk immer daran, DU bist das Leitbild für deinen Nachwuchs. Diese Aufgabe kann sonst keiner für dich übernehmen.

„Für Kinder Geld anlegen“ gibt es in zwei Varianten zu kaufen. Das Taschenbuch für 19,99 und die Kindle-Variante für 15,99.

Wie hat dir mein Buchreview gefallen? Welchen Titel soll ich mir als nächstes vornehmen? Schreib es in die Kommentare.

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2 Comments

  1. Tobias said:

    Hallo Lars,
    vielen Dank für die Rezension des Buches. Auch wenn ich es nicht gelesen habe, finde ich das Thema ähnlich wie du ultra-wichtig. Henning hat dort ein Thema aufgegriffen was aus meiner Sicht (ähnlich deiner) in unserer Gesellschaft viel zu unterrepräsentiert ist.

    Ich habe mich vor gut einem Jahr selbst mit der Frage beschäftigt. Als Vater von drei Kindern will ich später nicht da stehen und beispielsweise ein Auslandsjahr nicht finanzieren können. Oder was auch immer das Kind damit anfangen will. Wenn ich also von meiner Großen ausgehe, die 7 ist, beträgt der Anlagehorizont noch gute 18 Jahre bis ich das Geld übergeben würde.

    Anders als du habe ich mich für eine ETF-Kombination entschieden. Sehr konservativ und mit wenig Risiko auf den ETF World, Emerging Markets und ein paar Mid-Caps in der EU und den USA. Letztlich liegen der ARERO und diese Kombination auch wieder nah zusammen, wobei meine Variante den direkten Invest in Rohstoffe vernachlässigt. Aber welche Strategie auch immer man auswählt: es ist wichtig heute anzufangen. Die Vermutung, dass man „dann irgendwann“ die 10-15 Steine irgendwo hebt, damit eines der Kinder für n Jahr irgendwo leben und studieren kann, ist aus meiner Sicht sehr gefährlich. Beziehungsweise ist die Belastung dann eine viel höhere einmalig einen solchen Betrag zu stemmen. Einfacher ist es, wie ich finde, heute 50-100 € monatlich zurück zu legen und die Zeit für sich arbeiten zu lassen.

    Erschreckend fand ich bei meiner Recherche, das bis auf zwei Ausnahmen aus meinem Freundes-, Bekannten- und Kollegenkreises NIEMAND heute etwas für seine Kinder anspart. Alle sagen zwar, das sie es vor haben, aber keiner macht es. Eine der Ausnahmen warst du, Lars 🙂

    Und was ist das „schlimmste“ was passiert? Ich schaffe es meinen Kindern bis dahin die finanzielle Bildung zu vermitteln die ich heute habe. Und sie freuen sich über einen passiven Einkommensstrom, den sie weiter besparen 🙂 Übrigens: ich würde das Geld erst mit 25 oder später auszahlen. Davor haben die Kiddies noch zu viele Flausen im Kopf und das Geld ist bestimmt nicht für Auto-Tuning oder einen Malediven-Urlaub gedacht.

    In dem Sinne ein wenig Offtopic zum Buch, aber ich finde das viele das Thema von Henning unterschätzen oder nicht ausreichend ernst nehmen! Ich bin es meinen Kindern schuldig mich darum zu kümmern. Ich möchte ihnen Dinge ermöglichen und sie auf eine finanzielle Basis stellen, wenn das Leben richtig los geht und die Einnahmen noch klein sind.

    Gruß
    Tobias

    Oktober 20, 2016
    Reply
    • Lars said:

      Hi Tobias,

      danke für deinen Kommentar. Ich finde die Einstellung, mit dem „irgendwann“ auch höchst gefährlich, wenn nicht sogar total dämlich. Denn wir beide wissen, dass der Aufschub lediglich eine Ausrede ist, dem Sparen aus dem Weg zu gehen. Mit jedem Tag der verstreicht, wird es aber ungemein schwieriger ein Vermögen aufzubauen und dabei ist es so einfach, wenn man SOFORT anfängt.

      Auch in meinem Bekanntenkreis gibt es kaum jemanden, der für seinen Nachwuchs spart. Das Desinteresse merkt man ja auch schon daran, dass es halt kaum Literatur dazu gibt. Hennings Buch wäre wahrscheinlich der absolute Bestseller bei Amazon, wenn die mehr Menschen für das Thema interessieren würden.

      Mit den 25 Jahren gebe ich dir sogar recht. Ich habe leider den Fehler (wenn man es so nennen möchte) gemacht und das Konto auf den Namen meines Sohnes angelegt. Wenn er also 18 ist, geht es direkt in seinen Besitz über. Da muss ich mir noch eine Lösung einfallen lassen. Eventuell kappe ich die Besparung seines Kontos ab einer bestimmten Höhe und spare auf meinem eigenen Depot weiter für ihn.

      Viele Grüße

      Lars

      Oktober 20, 2016
      Reply

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